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Werder-Boss in Wut - Anfang angefeindet

Werder-Boss in Wut - Anfang angefeindet

Werder Bremen kassiert bei Darmstadt 98 den nächsten Dämpfer. Sportchef Frank Baumann ist bedient, für Coach Markus Anfang wird es doppelt bitter.
Frank Baumann erlebte in Darmstadt keinen schönen Nachmittag
Frank Baumann erlebte in Darmstadt keinen schönen Nachmittag
© Imago
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von SPORT1

Bei der brisanten Rückkehr von Trainer Markus Anfang zu Ex-Klub SV Darmstadt 98 hat Absteiger Werder Bremen in der 2. Bundesliga den nächsten Dämpfer kassierte und mit 0:3 verloren. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der 2. Bundesliga)

„Heute haben wir unsere Leistung, so wie wir sie auf den Platz bringen können, nicht gebracht“, erklärte Anfang bei Sky nach der vierten Saisonpleite. „Das ist nicht schön, fühlt sich auch gerade überhaupt nicht gut an, soll auch keine Ausrede sein, aber es war einfach nicht gut, fertig.“

Auch Mittelfeldspieler Nicolai Rapp, der ein Gegentor mitverschuldet hatte, ging nach dem schwachen Werder-Auftritt mit sich und seinem Team hart ins Gericht: „Wir haben von Anfang an das Spiel nicht gut genug angenommen, die erste Halbzeit war von allen sehr schlecht, wir hätten alle Spieler auswechseln können.“

Komplett verärgert zeigte sich auch Sportchef Frank Baumann: „In der ersten Halbzeit waren wir sehr pomadig und unsauber. Wir brauchen Überzeugung in den Zweikämpfen. Wir sind oft zu plump, machen viele unnötige Fouls. Wir müssen uns zusammenraufen und uns mehr wehren.“ (DATEN: Die Tabelle der 2. Bundesliga)

Aktuell liegt Werder fünf Punkte hinter dem Relegationsplatz, doch nach Auftritten wie in Darmstadt sieht Baumann das Saisonziel Aufstieg akut gefährdet: „Wir haben schon zu viele Punkte hergeschenkt und es waren zu viele Spiele dabei, in denen wir von der Leistung her nicht da waren.“

Das müsse sich ändern, sonst werde „es eine Saison, in der wir unsere Ziele wieder nicht erreichen“, betonte Baumann.

Schmäh-Gesänge gegen Anfang

Für den Werder-Trainer war es ein rundum gebrauchter Tag. Den ganzen Nachmittag über musste er sich von den Darmstädter Fans, die Anfang den Abgang zu Werder übelnahmen, Schmähgesänge anhören, die teils auch unter die Gürtellinie gingen, darunter „Siehst du Anfang, so wird das gemacht“, als die Partie längst entschieden war.

Alles andere als begeistert war Torsten Lieberknecht, Anfangs Nachfolger in Darmstadt: „Natürlich habe ich das während des Spiels auch mitbekommen. Es waren Äußerungen dabei, die Markus einfach nicht verdient hat, weil über allem stehen sollte, dass er in Darmstadt als Trainer extrem gute Arbeit geleistet hat“, erklärte Lieberknecht.

Der Betroffene wiederum nahm die Schmähgesänge gelassen: „Darmstadt wird für mich trotz des einen oder anderen Gesangs heute in positiver Erinnerung bleiben“, betonte Anfang. „Ich bin vor dem Spiel von den Menschen, mit denen ich hier tagtäglich zusammengearbeitet habe, herzlich begrüßt und in den Arm genommen worden.“

Darmstadt mit Traumtor gegen Werder Bremen

Die erste Viertelstunde in Darmstadt war geprägt von einigen harten Zweikämpfen, die zu drei frühen Gelben Karten führten. Erst nach gut 20 Minuten rückte das Spielerische in den Vordergrund. (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER)

Während von Bremen wenig zu sehen war, erarbeiteten sich die Lilien zumindest die eine oder andere Halbchance, ehe die Hausherren in der 45. Minute mit einem Traumtor in Führung gingen: Fabian Holland jagte den Ball aus 20 Metern per Halbvolley ins rechte Eck.

Nach der Pause legte Bremen einen Gang zu und vergab in der 59. Minute die Ausgleichschance, als Romano Schmid am reaktionsschnellen Marcel Schuhen scheiterte.

Mitten in die zarten Angriffsbemühungen der Gäste hinein bereitete Rapp mit einem Blackout den zweiten Treffer von Darmstadt vor. Rapp spielte einen Rückpass in den Fuß von Luca Pfeiffer, der Michael Zetterer keine Chance ließ (65.). (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 2. Bundesliga)

Sechs Minuten später schlug Pfeiffer erneut zu, war nach einem Freistoß am langen Pfosten komplett ungedeckt und per Direktabnahme unter die Latte erfolgreich.

Krauß führt Nürnberg zum Sieg

Der 1. FC Nürnberg bleibt unterdessen als einziges Team auch nach dem 10. Spieltag noch ungeschlagen und setzte sich mit 1:0 (1:0) bei Aufsteiger Dynamo Dresden durch.

Gleich mit der ersten Möglichkeit ging der Club in Front: Nach einer starken Flanke von Tim Handwerker an den zweiten Pfosten traf Tom Krauß mit einer herrlichen Direktabnahme (21.). (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER)

Gut zehn Minuten später hatten die Gäste eine weitere gute Gelegenheit, doch Handwerkers Abschluss rauschte knapp links am Gehäuse vorbei.

Nach der Pause drängte Dresden auf den Ausgleich, kam jedoch nur zu wenigen Chancen – die beste vergab Christoph Daferner, der in der 78. Minute knapp am Tor vorbeiköpfte.

„Ich freue mich sehr über den Sieg, und dass ich das Siegtor gemacht habe, aber dass wir zu Null gespielt haben und den ersten Auswärtssieg geholt haben, freut mich auch sehr“, erklärte Torschütze Krauß nach seinem ersten Saisontor.

Rostock verpasst Sieg gegen Sandhausen

In der dritten Sonntagspartie trennten sich Aufsteiger Hansa Rostock und der SV Sandhausen im Kellerduell mit 1:1 (0:1).

Die erste gute Chance in Rostock gehörte den Hausherren. Nach einer Ecke kam Ridge Munsy in der 19. Minute am zweiten Pfosten völlig freistehend zum Kopfball, traf aber nur das Außennetz. (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER)

Nach genau einer halben Stunde gingen die Gäste mit der ersten Möglichkeit in Führung: Nach einer Flanke von Alexander Esswein scheiterte Arne Sicker zunächst noch an Markus Kolke, ehe er den Abpraller verwandelte.

In der 54. Minute kamen die Rostocker zum verdienten Ausgleich, als John Verhoek nach feinem Zuspiel von Hanno Behrens in die rechte Ecke traf.

Unfassbare Szenen spielten sich nach 81 Minuten ab: Zunächst traf Behrens die Latte, den Abpraller köpfte Munsy an den Pfosten, ehe erneut Behrens den Ball aus einem Meter über das Tor setzte.

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