Er war die große Überraschung am Montagmorgen auf dem Trainingsgelände der Schalker. Allerdings sorgte nicht einer der fünf Neuzugänge für Aufsehen – sondern ein Profi, dessen Abschied eigentlich schon als sicher galt. Der Wechsel von Moussa Sylla zu New York City FC platzte überraschend, obwohl sich alle Parteien bereits geeinigt hatten.
Woher hat Schalke das Geld für die Transfers?
Woher hat Schalke das Geld?
Der Ärger bei Schalke ist groß. Nicht nur wegen der fehlenden Einnahmen von rund 7,5 Millionen Euro, sondern vor allem wegen der Kommunikation mit dem US-Klub. Zwar ist das Transferfenster seit Montagabend geschlossen, doch theoretisch könnte New York dennoch einen erneuten Anlauf starten.
Durch die Hintertür zum Sylla-Abschied?
Nach dem Medizincheck zogen die US-Amerikaner plötzlich nur noch eine Leihe in Betracht. Ein Manöver, das offenbar Druck auf Schalke ausüben und den Preis senken sollte. Doch Königsblau ließ sich auf dieses Spiel nicht ein.
In den USA sind Transfers noch bis zum 26.03. möglich. Eile, den Sylla-Deal schnellstmöglich über die Bühne zu bringen hatten sie demnach nicht. Und auch jetzt könnte New York theoretisch Sylla noch verpflichten.
Doch dieser Option schob Sportvorstand Frank Baumann einen Riegel vor: „Es gab für uns immer zwei Voraussetzungen, die wir festgelegt haben, unter denen wir bereit gewesen wären, ihn gehen lassen. Das eine ist, dass das wirtschaftlich für uns passt. Und dass wir natürlich auch noch die Möglichkeit haben, für einen Ersatz zu sorgen. Das erste könnte noch funktionieren, das zweite wird nicht mehr funktionieren. Deshalb gehe ich nicht davon aus, dass in den nächsten Tagen noch etwas passiert.“
Das ärgert die Schalke-Verantwortlichen besonders
Besonders bitter für Schalke: Zwischen der Einigung am 25. Januar und dem endgültigen Scheitern des Deals verging wertvolle Zeit – inklusive zwei Pflichtspielen, in denen Sylla fehlte.
„Das ist eine Sache, die so nicht geht“, stellte Baumann klar und ergänzte: „Deswegen sind wir auch nicht erfreut über das Verhalten von New York. Dass Moussa bei uns bleibt, ist sportlich komplett in Ordnung, aber grundsätzlich war es einfach nicht schön, wie das von New Yorker Seite abgelaufen ist.“
Erschwerend kam hinzu, dass New York City Teil der City Football Group ist – einer internationalen Holding mit mehreren Vereinen, darunter Manchester City. Die komplexen Strukturen machten die Kommunikation und die Verhandlungen zusätzlich schwierig.
Geht Schalke für den Aufstieg finanziell all in?
Sportlich betrachtet sind die Schalker sogar froh über den Verbleib des Angreifers. Mit vier Toren und zwei Vorlagen gehört Sylla auch in dieser Saison zu den Leistungsträgern. In der Vorsaison war der 26-Jährige mit 16 Treffern und einer Vorlage die Lebensversicherung von Königsblau.
Finanziell hätte Schalke die Millionen jedoch gut gebrauchen können. Baumann stellte dennoch klar: „Wirtschaftlich war es nicht notwendig, ihn im Winter zu verkaufen. Wir waren nicht darauf angewiesen.“ Gleichzeitig räumte er ein, dass ein Verkauf „mehr Planungssicherheit für den Sommer“ gebracht hätte und man „in der ein oder anderen Personalie vielleicht etwas proaktiver agieren können“ hätte.
Klar ist: Schalke braucht auch in Zukunft Transferüberschüsse, um die angespannte finanzielle Lage zu verbessern. Umso überraschender wirkte Baumanns entspannter Blick nach vorn.
Bei vielen Fans entstand zuletzt der Eindruck, der Klub gehe für den Bundesliga-Aufstieg wirtschaftlich all in. Mit Edin Dzeko, Kevin Müller (Leihe), Dejan Ljubicic, Moussa Ndiaye (Leihe) und Adil Aouchiche wurden gleich mehrere Hochkaräter verpflichtet. Der finanzielle Spielraum war deutlich größer als angenommen.
Das liegt einerseits an gestiegenen Sponsoreneinnahmen, an drei Abgängen und am Trikot-Boom rund um Edin Dzeko – vor allem aber an der Verletztenliste.
Schalke spart durch Langzeit-Verletzte Geld
Die langfristigen Ausfälle von Tomas Kalas (Knie) und Emil Höjlund (Ferse) entlasteten den Etat erheblich. Nach sechs Wochen Verletzung übernimmt die Berufsgenossenschaft die Gehaltszahlungen. Ähnlich wird es in Kürze bei Hennig Matriciani (Kreuzbandriss) und Dylan Leonard (Sprunggelenk) sein.
„Es ist natürlich nicht das, was wir uns wünschen, aber es hat uns budgetmäßig geholfen“, erklärte Baumann. Erst wenn die Spieler wieder „spielfit“ sind, zahlt der Verein die Gehälter erneut selbst.
Hinzu kommt: Schalke kassierte für den abgewanderten Torhüter Justin Heekeren (RSC Anderlecht) rund eine halbe Million Euro Ablöse. Zudem entfallen die Gehälter der zwei weiteren Abgänge Ibrahima Cisse (FC Aarau) und Mauro Zalazar (SC Braga U23).
Entsprechend positiv fällt Baumanns Wintertransfer-Bilanz aus: „Wir haben sportlich keinen Spieler verloren, der in der Hinrunde eine gewisse Relevanz hatte. Und dafür haben wir fünf Spieler hinzubekommen, die uns in der Spitze und auch in der Breite verbessern.“
Alle Tipps und Tricks zum Thema Sportwetten sowie die besten Boni, Quoten und Anbieter gibt es HIER | ANZEIGE