Auch wenn es am Wochenende im Heimspiel gegen Dynamo Dresden erneut nicht zu einem Sieg reichte und der FC Schalke 04 sich mit einem 2:2 zufriedengeben musste, dürfte der Blick auf die Tabelle Anhänger und Verein eigentlich weiterhin positiv stimmen.
Großer Zoff bei Schalke 04: Wirbel um Plakate gegen Tönnies
Großer Zoff auf Schalke
Hinter den Kulissen brodelt es jedoch, da im Spiel gegen Dresden in der Nordkurve Plakate der Schalker Fanszene mit einer geschmacklosen Botschaft gegen den langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies aufgetaucht sind. Daraus ist ein heftiger Streit entstanden.
„Halt dich an dein Wort, Schweinepriester!“, „Tönnies-Verdienste für unseren Verein: Schulden, Rufschädigung und Intrigen! Nein zum milliardenschweren Ekelschwein!“ und „Kein Ehrenpräsident für Ehrenlose. Verpiss dich, Tönnies!“, lauteten die heftigen Beschimpfungen auf den Plakaten im Schalker Fanblock.
Zoff auf Schalke: Tönnies schießt zurück
Mit der heftigen Attacke unter der Gürtellinie soll die Aufnahme von Tönnies ins Ehrenpräsidium des Klubs verhindert werden.
Die Antwort des ehemaligen Schalke-Funktionärs ließ nicht lange auf sich warten. Im Gespräch mit der Funke Mediengruppe schoss er zurück.
„Wer sind die Ultras? Eine kleine und laute Gruppe in diesem großartigen Verein“, sagte Tönnies. „Ehrlich gesagt habe ich mich in meiner aktiven Zeit kein einziges Mal über die vielen Anwürfe und Beleidigungen der Ultras gegen mich geärgert. Das Schalker Leitbild scheint ja nicht für sie zu gelten!“
Auch der Zeitpunkt der Attacke ist für Tönnies absolut unverständlich: „Ich kann nicht verstehen, warum die Ultras jetzt so für Unruhe sorgen. Völlig unnötig, weil ich mir noch nicht einmal konkret Gedanken zur Anfrage des Ehrenpräsidiums gemacht habe. Es zählt gerade allein der Kampf um den Aufstieg. Da sollten jetzt alle Schalker zusammenhalten.“
Das Ende des Streits zwischen Tönnies und den Fans? Mitnichten.
Schalke: Springen wichtige Sponsoren ab?
In der Folge schaltete sich eine weitere Gruppe, bestehend aus Vereinslegenden und einflussreichen Sponsoren, in den Schalke-Zoff ein.
In einem von Huub Stevens, Peter Neururer und vielen aktuellen Führungskräften wichtiger Sponsoren unterzeichneten Brief an die Klubführung heißt es: „Als ehemalige und zum Teil langjährige Funktionsträger oder Sponsoren des FC Schalke 04 schämen wir uns für das, was am Samstag geschehen ist. Und wir sind der Überzeugung, dass es eigentlich jedem echten Schalker peinlich sind muss, wie das Bild und Image unseres Vereins dadurch in Mitleidenschaft gezogen worden ist.“
Und weiter: „Mit den Plakaten, die in der Arena präsentiert wurden, ist die Grenze dessen überschritten worden, was durch die Meinungsfreiheit gedeckt und zulässig ist. Durch die ekelhaften Beleidigungen, die Gossensprache ist jedes noch soeben erträgliche Niveau unterschritten worden, die Beleidigungen erfüllen sicher die Voraussetzungen der Strafbarkeit, auch wenn es schwierig sein könnte, der Täter habhaft zu werden.“
Man sei sicher, „dass die überwältigende Mehrheit unserer Fans sich wie wir für das Bild schämt, das unser Verein dadurch deutschlandweit abgibt. Wir sind auch sicher, dass die Bilder auch die Sponsoren unseres Vereins nicht unbeeindruckt lassen.“
Die Reaktion des Klubs ließ nicht lange auf sich warten. Die Schalker Verantwortlichen hatten mahnende Worte für beide Parteien übrig.
Auswirkungen auf sportliche Lage?
„Weder Plakate, die Einzelpersonen beleidigen, noch Briefe, die innerhalb kürzester Zeit bewusst an Medien gegeben werden, helfen Schalke dabei, seine Ziele zu erreichen“, teilte der Klub mit. Zudem stehe der FC Schalke 04 „als eingetragener Verein für Meinungsfreiheit und gelebte Diskussionskultur“.
Das letzte Wort in diesem Zoff dürfte noch nicht gesprochen worden sein. Es bleibt demnach abzuwarten, ob sich eine der Parteien noch vor oder beim nächsten Spiel am Sonntag bei der KSV Holstein Kiel äußert und ob der Zoff Auswirkungen auf die sportliche Lage bei Königsblau hat.
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