Florian Kohfeldt wollte etwas loswerden. Nach der 0:3-Niederlage beim 1. FC Kaiserslautern setzte der Trainer des SV Darmstadt 98 zu einer bemerkenswerten Wutrede an. Dabei kritisierte der 43-Jährige die Einstellung einiger seiner Spieler.
Kohfeldt redet sich in Rage
Kohfeldt redet sich in Rage
„Ich stehe immer noch vor meiner Mannschaft. Das gehört für mich zu unverrückbaren Dingen im Fußball. Trotzdem muss ich Dinge ansprechen. Was mir heute nicht gefallen hat: Wir müssen schon eine gewisse Ernsthaftigkeit an den Tag legen. Die hat mir heute gefehlt. Ich weiß nicht, ob jeder wusste, was heute vor 45.000 auf dem Betze passiert“, sagte Kohfeldt bei Sky.
Kohfeldt: „Wir machen auf einmal komische Sachen“
Damit meinte der Coach nicht den verschossenen Elfmeter, den Lance Duijvestijn beim Stand von 0:0 an die Latte donnerte (29.).
„Man kann mal einen Elfmeter verschießen, das passiert“, fuhr Kohfeldt vor. Es passe auch ins Bild, ärgerte sich der Lilien-Trainer, „aber wir lassen bis dahin außer einem Fernschuss auch nichts zu. Und wie wir dann auf einmal völlig komische Sachen machen auf dem Platz. Wie man dann in unserer Situation auf die Idee kommen kann, lange Bälle mit der Hacke weiterzuleiten oder zu versuchen, auf engstem Raum zu tunneln oder solche Dinge, sehe ich nicht.“
Er sei ein Freund davon, „dass man Spielern und gerade auch Kreativspielern eine gewisse Freiheit geben muss. Aber jetzt sind wir in einer Phase, in der wir Ernsthaftigkeit brauchen. Das sieht man auch daran, dass uns nach wie vor in ganz vielen Dingen im Spiel die Basis fehlt“, wurde Kohfeldt deutlich.
„Jeder Wechsel hat für mehr Chaos gesorgt“
Auch seine eigenen Maßnahmen verpufften. „Jeder Wechsel hat – wenn wir ganz ehrlich sind – für mehr Chaos gesorgt, als es uns irgendwie nach vorne gebracht hat. Damit meine ich gar nicht die Einzelleistung der Einwechselspieler. Sondern daran sieht man, dass dieses Gebilde nicht fest ist. Daran müssen wir extrem hart und schnell arbeiten. Und dafür brauchen wir Ernsthaftigkeit.“
Darmstadt holte aus den ersten vier Spielen in der 2. Bundesliga nur einen Punkt und belegt in der Tabelle nur den letzten Platz. In der vergangenen Saison spielten die Lilien lange um den Aufstieg mit.
Nach einem größeren Umbruch im Sommer und dem Fehlstart in die neue Spielzeit stehen die Darmstädter am kommenden Freitag gegen Arminia Bielefeld (18.30 Uhr) unter Zugzwang.