Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Joseph S. Blatter.
Es lebe die Rummenigge-Revolution!
Es lebe die Rummenigge-Revolution!
Alle Mächte des Weltfußballs haben sich zu einer heiligen Allianz um dieses Gespenst geschart:
Theo Zwanziger und Wladimir Putin, Franz Beckenbauer und Chuck Blazer, Henry Kissinger und Placido Domingo.
Es ist hohe Zeit, dem etwas entgegenzustellen. Und jede revolutionäre Bewegung gegen die bestehenden Zustände zu unterstützen.
Allein: Es fehlte bislang nur etwas ganz Entscheidendes: Jemand, der sich aus der Deckung erhebt und den Umsturz anstößt.
Nicht mehr.
Ein mutiger Aufwiegler ist entschlossen, den Sturm der Revolution zu entfachen.
Es ist nur zu naheliegend, dass der Geist Che Guevaras neu erweckt ist von dem Mann, der ihm unter allen Funktionsträgern des Fußballs am ähnlichsten ist: Karl-Heinz Rummenigge.
"Ich werde es nicht länger akzeptieren, dass uns Menschen führen, die nicht ernsthaft und sauber arbeiten. Ich bin bereit für eine Revolution, wenn das der einzige Weg ist, eine Lösung zu finden."
Rummenigge hat das Manifest der Auflehnung im englischen "Guardian" hinterlegt.
Man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, wie es nun weitergehen wird.
Das revolutionäre Gedankengut wird sich verbreiten.
Auf dem Bellevue-Platz in Zürich werden sich die über Facebook und Twitter organisierten Rummenisten versammeln und gegen die Blatterkratie demonstrieren.
Ihr charismatischer Rädelsführer wird mit ihnen "The Times they are a changing" anstimmen und sie per Megafon mit seinen Revolutionsparolen einpeitschen:
"Wir tun gut daran, uns zu empören!"
"Wir sind kein Freund der FIFA!"
"Stand jetzt brauchen wir a la longue Blatters Sturz!"
Es kann ein denkwürdiger Aufbruch in bessere Zeiten werden - wenn Rummenigge es schafft, die Probleme einzudämmen, die mit jeder Revolution einhergehen.
Schafft er es, das Schweizer Militär auf seine Seite zu ziehen?
Was ist mit den Vetomächten im UN-Weltsicherheitsrat? Lassen sie der Rummenigge-Revolution ihren Lauf - oder stützen sie das Blatter-Regime aus Sorge um eine Destabilisierung der Region Zürich?
Vor allem aber: Bekommt Rummenigge die Ultra-Radikalen unter Kontrolle, die sich seiner Bewegung nur anschließen, um nach dem Umsturz auf den Trümmern der FIFA-Zentrale einen Kopfbahnhof zu errichten?
Die Gefahren sind nicht kleinzureden, aber zu groß sind die Hoffnungen, die sich schon jetzt mit der Rummenigge-Revolution verknüpfen.
Zu groß die Sehnsucht zu erleben, wie das charismatische Idol hunderttausende Kehlen zu seinem ultimativen Schlachtruf animiert:
"Was wollt Ihr?" "REVOLUTION!"
"Und wann wollt Ihr die?" "AM ENDE DES TAGES!"
Viva la revolucion! Viva Karl-Heinz!