Fußball>

Jens Lehmann will nach "Quotenschwarzer"-Nachricht Vertrauen zurückgewinnen

Dann erfuhr Lehmann von Hertha-Aus

Jens Lehmann erfuhr laut eigener Aussage erst verspätet von seinem Aus bei Hertha BSC. Er hat auch weitere Partner verloren.
Ex-Nationalspieler Dennis Aogo erhält eine rassistische Nachricht von Jens Lehmann. Via Instagram hat der Ex-Profi nun Stellung bezogen - und sich vor Lehmann gestellt.
Jens Lehmann erfuhr laut eigener Aussage erst verspätet von seinem Aus bei Hertha BSC. Er hat auch weitere Partner verloren.

Der ehemalige Nationaltorhüter Jens Lehmann hat sich nach seinem rassistischen WhatsApp-Fehltritt in Richtung seines Fußballkollegen Dennis Aogo im Interview mit der Zeit zu Wort gemeldet.

Lehmann beteuert, sich "tiefgreifend" wie nie "mit dem Thema" beschäftigt zu haben. "Mit Diskriminierung. Mit systemischem Rassismus und Kolonialismus. Und mich hat auch die Frage beschäftigt: Wie komme ich dazu, den Begriff 'Quotenschwarzer' zu verwenden?"

DAZN gratis testen und die Bundesliga auf Abruf erleben | ANZEIGE  

Sky-Experte Aogo hatte Anfang Mai eine womöglich versehentlich an ihn gesendete WhatsApp-Nachricht Lehmanns veröffentlicht. "Ist Dennis eigentlich euer Quotenschwarzer?", stand darin. Lehmann verlor daraufhin seinen Posten im Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC, nach eigener Aussage erfuhr er aber erst kürzlich davon, "also sieben Wochen später".

Zahlreiche Partner trennen sich von Lehmann

Auch andere Partner hätten sich "binnen Stunden" von ihm getrennt. "Die Laureus-Stiftung von Daimler. Charity-Veranstalter. Aber ich tue alles dafür, das Vertrauen der Partner zurückzugewinnen", sagte Lehmann.

Er wolle sich durch das Interview "null rechtfertigen. Ich kann jeden verstehen, der das Wort als respektlos empfunden hat. Dafür habe ich mich entschuldigt. Und das tue ich hier noch mal: Ich habe einen Fehler gemacht, weil sich durch dieses Wort wahrscheinlich Leute angegriffen gefühlt haben. Auch Menschen, die nicht die Möglichkeit haben, mir das mitzuteilen."

Allerdings berichtete Lehmann auch über geteilte Reaktionen, die er nach der Veröffentlichung der Nachricht durch Aogo bekommen habe. Privat habe "der Großteil" der Leute gesagt: "War zwar nicht gerade schlau von dir, aber wir sind alle total verunsichert. Wir wissen nicht mehr, wie wir was sagen sollen, obwohl wir es gut meinen."