24 Treffer in 33 Partien, Torschützenkönig, Spieler der Saison: Kwasi Okyere Wriedt war ohne Frage einer DER Helden bei der überraschenden Drittliga-Meisterschaft der zweiten Mannschaft des FC Bayern im Sommer 2020.
FC Bayern: Meisterheld Kwasi Wriedt erklärt seinen Abgang
Bayern-Meisterheld: Darum musste ich gehen
Im Anschluss trennten sich jedoch die Wege. Wriedt suchte eine neue Herausforderung und wechselte zum niederländischen Erstligisten Willem II Tillburg. Dem heute 27 Jahre alten Stürmer folgte auch Teamkollege und Außenverteidiger Derrick Köhn (22).
Beide waren tragende Säulen der Reserve-Mannschaft, warum haben sie dennoch den Weg ins Ausland gesucht und nicht auf den großen Durchbruch gehofft? „Ich habe mich im Training bei den Profis voll reingehängt und durfte 2017 auch in der Bundesliga ran. Aber als im Januar 2018 Sandro Wagner als Backup für Robert Lewandowski verpflichtet wurde, wusste ich, dass es verdammt schwierig wird“, erklärte Wriedt nun in einem Doppel-Interview mit Köhn der Sport Bild.
„Und obwohl es in der U23 wirklich gut für mich lief, kam ich nur auf drei Profi-Einsätze. Ich hatte mir ganz klar mehr erhofft. Wir sind 2020 Drittligameister geworden, Größeres kann man nicht erreichen mit der zweiten Mannschaft“, führte der ghanaische Nationalspieler weiter aus.
„Gegen Davies und Alaba hatte ich keine Chance“
Auch Köhn sah angesichts der großen Konkurrenz keinen anderen Ausweg, als den Klub zu verlassen.
„Als Bayern 2019 Alphonso Davies geholt hatte und er unter dem damaligen Trainer Niko Kovac als Linksverteidiger brutal durchgestartet ist, war mir schon klar, dass ich irgendwann wechseln muss, um Profi zu werden. Gegen Davies und David Alaba (jetzt Real Madrid, d. Red.) hatte ich keine Chance“, gibt er ehrlich zu.
Beide bereuen ihre Entscheidung nicht. „Wir haben unsere Arbeit getan, das Maximum bei der zweiten Mannschaft rausgeholt. Dennoch haben wir keinen Anschluss bei den Bayern-Profis bekommen. Darum wollte ich mich bei einem anderen Klub in einer höheren Liga beweisen“, sagt Wriedt.
Ex-Bayern als tragende Säulen bei Willem II
Während die Münchner Reserve ohne Wriedt und Köhn als Meister der Vorsaison den bitteren Gang in die Regionalliga antreten musste, haben sich die Ex-FCB-Spieler einen festen Platz bei ihrem neuen Klub erarbeitet.
In seiner ersten Spielzeit im niederländischen Oberhaus traf Wriedt in der vergangenen Saison in 24 Partien acht Mal. Aktuell hat er nach drei Einsätzen einen Treffer vorzuweisen.
Kumpel Köhn stand in allen drei Saisonspielen über die volle Distanz auf dem Platz. „Den Schritt ins Ausland mit einer vertrauten Person gemeinsam machen zu können, hat uns beiden die Entscheidung erleichtert“, berichtet Wriedt rückblickend. „Hier hocken wir auch in unserer Freizeit ständig zusammen, schauen abends zum Beispiel die Champions League im TV, zocken auf der Playstation oder fahren auch mal an die holländische Nordseeküste.“
Dennoch träumt das Duo von einer Rückkehr nach einer Deutschland. „Ich will mich hier bereit machen für die Bundesliga. Es ist mein Ziel, irgendwann für einen deutschen Erstligisten zu spielen“, sagt Köhn und erntet vollste Zustimmung von seinem Kollegen.