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Eine neue deutsche Trainer-Hoffnung

Eine neue deutsche Trainer-Hoffnung

Matthias Jaissle musste früh seine Karriere beenden. Jetzt ist er Cheftrainer des FC Salzburg und sorgt für neue Rekorde.
Giganten und Losglück: Diese CL-Gegner haben die deutschen Klubs
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von Matthias Weuthen

So langsam ist Ruhe eingekehrt in Salzburg. Mal wieder liegt ein intensives Transferfenster hinter den Mozartstädtern.

Abgegeben hat man schon fast traditionell viele Spieler in diesem Sommer. Mit Patson Daka, den es für 30 Millionen Euro in die Premier League zu Leicester City zog und dem deutschen Mergim Berisha, den es nach Istanbul zu Fenerbahce verschlagen hat, verlor der Klub beinahe seinen ganzen Sturm. Mit Maswaya Okugawa (Bielefeld), Enock Mwepu (Brighton & Hove Albion) und Torwart Cican Stankovic, verließen weitere Stützen der Mannschaft den Verein.

Insgesamt verließen die Salzburger nicht weniger als 23 Spieler (!), was allein in diesem Jahr 66,85 Millionen Euro an Transfererlösen einbrachte.

Ex-Hoffenheimer Nachfolger von Jesse Marsch

Doch nicht nur in Sachen Spielerkader hat sich so einiges getan. Erfolgstrainer Jesse Marsch hat den Klub in Richtung Schwesterklub RB Leipzig verlassen. Der US-Amerikaner hat Platz gemacht für einen jungen Ex-Profi aus Deutschland, der nun die ersten Schritte als Cheftrainer geht: Matthias Jaissle.

Der 33-Jährige wurde als Spieler in der Jugend des VfB Stuttgart ausgebildet und spielte in seiner aktiven Karriere sieben Jahre lange für die TSG Hoffenheim. Anfang 2014 beendete er nach vielen Verletzungen im Alter von nur 26 Jahren seine Laufbahn und startete seine Trainer-Karriere als Co-Trainer von Sebastian Hoeneß in der Jugend von RB Leipzig.

Jaissle bricht Vereinsrekord bei Salzburg

Früh wurde er also Teil des RB-Kosmos, der bereits Trainer wie Marco Rose (Borussia Dortmund), Adi Hütter (Borussia Mönchengladbach) oder Marsch hervorgebracht hat.

Nun darf sich also Jaissle in Salzburg versuchen - und legte los wie keiner vor ihm. 10 Siege aus 10 Spielen, Vereinsrekord! Souveräne Auftritte in der Qualifikation zur Champions League gegen Bröndby bescherten Salzburg unter anderem das Duell mit dem VfL Wolfsburg in der Gruppe G.

Zunächst geht es am ersten Spieltag allerdings gegen den FC Sevilla - und Jaissle tritt auf die Euphorie-Bremse. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Champions League)

„Am Ende geht es nicht darum, dass wir nach zehn Pflichtspielen einen Rekord haben, sondern dass wir eine gute Saison spielen. Und die ist noch lang“, sagte der Salzburg-Trainer der Deutschen Presse-Agentur.

„Für uns wird die Champions League eine tolle Herausforderung. Wir haben zwar die jüngste Mannschaft aller Teilnehmer und gehen die Sache mit Respekt an - aber ohne Angst“, betonte Jaissle.

Ob er wie Rose, Hütter oder Marsch irgendwann den Weg in die Bundesliga einschlagen wird? „Darüber habe ich mir wirklich noch keine Gedanken gemacht“, erklärte Jaissle und fügte an: „Außerdem bin ich generell nicht der Typ, der irgendeinen Karriereplan verfolgt. Ich lebe im Hier und Jetzt.“