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Kroos offenbart Fußballschuh-Tick

Kroos offenbart Fußballschuh-Tick

Bei Real Madrid ist Toni Kroos zum Weltstar gereift, in der Kabine wird er aber meistens abgehängt. Außerhalb des Platzes hat er klare Vorstellungen.
11 Jahre lang spielte Toni Kroos für Deutschland. Während er für Jogi Löw immer unverzichtbar war, sah er sich bei Fans und Medien immer wieder mit Kritik konfrontiert.
. SPORT1
von Robin Klausmann
am 16. Sept

In Spanien ist Toni Kroos zum Weltstar gereift und wurde mit Real Madrid drei Mal Champions-League-Sieger. Nach der EM im vergangenen Sommer beendete er nach 106 Einsätzen seine Nationalmannschaftskarriere, bei den Königlichen will er aber weiterhin Erfolge feiern.

In den nun 14 Jahren seiner Profi-Laufbahn hat der 31-Jährige einen ganz besonderen Tick entwickelt. „Ich habe eine Bindung zu meinem Fußballschuh. Und ich will mich in ihm so wohl wie möglich fühlen. Doch heutzutage wird oft etwas am Material oder der Farbe verändert. Und dieser Trend gefällt mir nicht. Mein Modell ist weiß und noch aus echtem Leder“, sagte der Mittelfeldspieler in einem Interview mit t-online.

Toni Kroos: Darum brauche ich länger in der Real-Kabine

Für Kroos gibt es eine genaue Vorbereitung seiner Schuhe vor einem Spiel: „Bei einem normalen Fußballschuh liegt der Schnürsenkel über dem Spann am Fuß. Das hat mich immer gestört. Ich verzichte bei meinen Schuhen auf die Schlaufen, lege den Schnürsenkel unter die Lasche und mache am unteren Ende einen Knoten rein.“

Dass er dadurch in der Kabine der Madrilenen manchmal etwas länger braucht, stört ihn dabei nicht: „Sagen wir es mal so: Es fällt schon auf, dass ich in der Real-Kabine drei, vier Minuten länger brauche als die anderen, um meine Schuhe zu binden“, gab der ehemalige Bayern-Profi zu.

Für die Nationalmannschaft schnürt er seine Schuhe nicht mehr - und weiß die neu gewonnene Zeit zu schätzen. „Um ganz ehrlich zu sein: Ich habe nicht alles gesehen, sondern die Zeit vor allem mit meiner Familie genossen - also meiner Frau und meinen drei Kindern. Ich bin Nationalspieler in Rente und nehme mir das einfach mal heraus“, sagte Kroos bezüglich der vergangenen Länderspielpause, die er erstmals freiwillig verpasste.

Kroos erwartet Rücksicht von Fans

Ohnehin setzt Kroos außerhalb des Platzes klare Prioritäten. „Ich möchte weiterhin Dinge mit meiner Familie unternehmen können. Darauf will ich nicht verzichten, nur weil ich ein berühmter Fußballer bin. Wir machen ganz normale Sachen zusammen, die jede Familie macht. Dinge, bei denen die Kinder Spaß haben“, erklärte er.

Seiner Rolle als Person des öffentlichen Lebens ist sich Kroos bewusst, er erwartet von den Fans allerdings auch Rücksicht: „Wenn ich mit meinen Kindern unterwegs bin, da möchte ich nicht, dass sie gestört werden. Dann ist Familienmodus und meine Aufmerksamkeit gehört ihnen. In diesen Momenten appelliere ich gerne mal an den gesunden Menschenverstand.“

Diesen vermisst Kroos bisweilen bei den Medien. „Häufig wird ja gefordert, dass die Spieler nicht nur „Wischi-Waschi“ erzählen sollen. Aber wenn einer dann mal klar spricht, es aber nicht jedem passt, wird er auch schnell wie die Sau durch das Dorf getrieben. Dazu gibt‘s in der sportlichen Bewertung keinen Graubereich mehr - es ist entweder Kreis- oder Weltklasse“, moniert der gebürtige Greifswalder.

„Die mediale Aufmerksamkeit des Profifußballs wird immer extremer - und das meine ich in der Tat eher negativ. Also die Berichterstattung über den Sport, aber auch über Geschichten drumherum. Kleine Dinge werden viel zu häufig zu groß gemacht“.