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Wie Mourinho die ewige Stadt aufmischt

Wie Mourinho die ewige Stadt aufmischt

José Mourinho ist wieder da. Mit der AS Rom legt er einen Bilderbuchstart in der Serie A hin. Gelingt dem Portugiesen wieder ein Meisterstück?
José Mourinho ist der neue Trainer der AS Rom. Bei seiner ersten Pressekonferenz lässt Mourinho mit seiner ganz eigenen Art auf sich aufhorchen.
. SPORT1
von Matthias Weuthen
16.09.2021 | 20:10 Uhr

Er ist wieder da - José Mourinho hat Rom, die ewige Stadt, in nur wenigen Wochen für sich gewonnen.

Ein Blick zurück auf Sonntag: Ekstase im Stadio Olimpico, Mourinho läuft mit seinen Spielern in die Fankurve der Römer und bejubelt den späten 2:1 Siegtreffer von Stephan El Shaarawy gegen Sassuolo Calcio. (Ergebnisse und Spielplan der Serie A)

„Heute war ich nicht 58, sondern 12″, erklärte Mourinho anschließend. „Es war ein Kinderrennen, ein außergewöhnliches Spiel, ein unglaubliches Gefühl. Es hätte 6:6 oder 7:7 enden können, sie hätten gewinnen können, aber am Ende haben wir gewonnen.“

Es war Mourinhos 1000. Spiel als Trainer. In Rom, wo er seit Sommer tätig ist, überzeugt und begeistert er die Medien.

„Traumjunge bringt die Roma zum Träumen“, schrieb Il Romanista - und Corriere dello Sport bemühte eine interessante Metapher: „Mou läuft mit den Wölfen.“

Diese Lobgesänge finden ihre Berechtigung, wenn man auf die bisherige Saison der Giallorossi blickt: Drei Spiele, drei Siege in der Liga, dazu die Qualifikation zur Europa Conference League. Mourinho grüßt von der Tabellenspitze.

Mourinho in England abgeschrieben

Derartige Jubel-Chöre hat Mourinho schon lange nicht mehr gehört. Ganz im Gegenteil.

Besonders bei seiner letzten Trainerstation in England, bei den Tottenham Hotspur, verlor der Portugiese erheblich an Kredit.

„The Special One“, wie er sich selbst einst nannte, wurde unter anderem für seine defensive Taktik kritisiert. Mourinho habe an Glanz verloren, so die Behauptung in England.

Jose Mourinho File Photo File photo dated 13-09-2020 of Tottenham Hotspur manager Jose Mourinho. Issue date: Monday April 19, 2021. FILE PHOTO EDITORIAL USE ONLY No use with unauthorised audio, video, data, fixture lists, club league logos or live services. Online in-match use limited to 120 images, no video emulation. No use in betting, games or single club league player publica... PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xCatherinexIvillx 59280797
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Und in der Tat liegt der letzte große Titel für Mourinho lange zurück.

2012, als Mourinho noch Trainer bei Real Madrid war, holte er letztmals einen Ligatitel. 2017 die letzte Trophäe überhaupt: Es war der Triumph in der Europa League mit Manchester United.

Kurz vor Ende der Saison dann das unrühmliche Ende. Wie schon in Manchester wurde Mourinho bei Tottenham aufgrund ausbleibender Erfolgserlebnisse und mangelnden Vertrauens durch den Sportvorstand frühzeitig entlassen.

Erstrahlt Mourinho in Rom wieder im alten Glanz?

Über 100 Millionen Euro flossen in den neuen Kader, das scheint sich bisher auszuzahlen. Neben dem wiederkehrenden Erfolg kann sich Mourinho auch mit alter Offensiv-Power brüsten. Neun Tore in drei Spielen klingen vielversprechend.

Was allerdings zu beachten ist: Mit der AC Florenz, Aufsteiger US Salernitana und Sassuolo traf die Mannschaft aus der ewigen Stadt noch auf keinen Hochkaräter aus der Serie A. (Tabelle der Serie A)

Dennoch - die Chance auf den Scudetto war so groß wie schon lange nicht mehr.

Serienmeister Juventus spielt bisher eine enttäuschende Saison. Mit einem geschwächten Kader rund um den Abgang von Cristiano Ronaldo zu Manchester United und Platz 16 in der Liga befindet sich die alte Dame in einer Art Umbruch, Ausgang offen.

Der aktuelle Meister Inter Mailand hatte diesen Sommer auch mit Abgängen zu kämpfen. Die finanziell angeschlagenen Mailänder mussten Topstürmer Romelu Lukaku in Richtung Chelsea ziehen lassen. Ersatz Edin Dzeko ist zwar kein Schlechter, kann ihn aber nicht wohl nicht hundertprozentig ersetzen.

Top-Favorit auf den Titel sind die Römer allerdings trotzdem nicht. Der AC Mailand mit Zlatan Ibrahimovic und der SSC Neapel haben ebenfalls neun Punkte aus den ersten drei Spielen holen können und sind nur wegen des Torverhältnisses hinter der Roma.

Vielleicht ist es aber eine besondere Saison. Eine für „The Special One“.


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