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Huth vermisst Typen wie Basler

Huth vermisst Typen wie Basler

Robert Huth sieht die mediale Entwicklung im Fußball kritisch. Der ehemalige Nationalspieler vermisst Typen wie Mario Basler.
Im Internet kursierte die letzten Tage ein Video von Haaland, in welchem er drei Bälle übereinander stapelt und abfeuert. Mario Basler macht im STAHLWERK Doppelpass den Trick nach.
. SPORT1
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von SPORT1

Ex-Nationalspieler Robert Huth hat deutliche Kritik an der heutigen Generation der Fußballer geäußert.

„Nach einer Niederlage sagen sie: „Sorry, wir haben verloren, müssen härter trainieren und beim nächsten Mal machen wir es besser.“ Nach einem Sieg heißt es: „Danke an die Fans, super Spiel, bis zum nächsten Mal.“ Das ist so langweilig. Alles ist austauschbar, alles ist eins. Jedes Interview ist gleich, jeder Social-Media-Account sieht gleich aus. Es geht nur darum, nichts Falsches zu sagen,“ monierte der 37-Jährige in einem Interview mit SPOX und Goal.

Der ehemalige Profi, der 2016 mit Leicester City sensationell Meister in England wurde, vermisst Typen wie den SPORT1-Experten Mario Basler.

Mario Basler sieht für Kai Havertz eine andere Rolle bei Standards der deutschen Nationalmannschaft
Mario Basler sieht für Kai Havertz eine andere Rolle bei Standards der deutschen Nationalmannschaft

„Alle sind lieb, nett und haben keine Persönlichkeit. Das Ziel lautet: Keiner soll böse auf mich sein. Das beobachte nicht nur ich. Wenn ich mit meinen Kumpels oder anderen Fans darüber rede, sagen alle: Das ist langweilig. Sie kennen die Spieler gar nicht mehr richtig. Es fehlen Spieler, die man richtig lieben kann. Wie zum Beispiel ein Mario Basler, der ein bisschen anders war. Der auch mal offen ein paar Zigaretten mehr geraucht hat“ führt Huth weiter aus:

„Der Fußball ist ein riesiges Produkt und die Vereine haben Angst, dass dieses Produkt mit negativen Aussagen verschlechtert wird. Wenn du eine andere Meinung hast, wirst du sofort gesperrt oder kriegst eine Geldstrafe. Als Fußballer bist du vom System eingeengt. Du hast nicht viel Freiraum, um eine andere Meinung zu vertreten. Entweder du passt rein, oder du hast Probleme.“

Robert Huth macht den Pilotenschein

Der ehemalige Innenverteidiger, der vor drei Jahren seine Karriere beendet hat, hat inzwischen Abstand vom Fußball gewonnen und macht derzeit einen Pilotenschein.

„Fliegen war schon immer mein Ding. Ich will einen kleinen Zweisitzer fliegen, keine Boeing oder einen Airbus“, sagte Huth: „Ich bin als Kind nicht viel geflogen, habe aber gerne in den Himmel geschaut und Flugzeuge beobachtet. Seitdem interessiere ich mich dafür.“

Wegen Corona und den dadurch geltenden Bestimmungen musste er zunächst eine Pause mit den Flugstunden einlegen. Sein Umzug von England nach Berlin und der Brexit sorgten dann dafür, dass der langjährige Premier-League-Profi in Deutschland nochmal „von vorne anfangen“ musste.