Pierre-Emerick Aubameyang ist nicht länger Kapitän von FC Arsenal London. Der Verein begründete seine Absetzung mit „jüngsten Disziplinarverstößen in der letzten Woche“ des ehemaligen BVB-Stürmers.
FC Arsenal: Aubameyang und die gescheiterten Kapitäne der "Gunners"
Arsenals Kapitäne - eine bittere Serie
Aubameyang reiht sich damit ein in die Ahnengalerie der Problemkapitäne der „Gunners“. Es scheint wie verflucht, bereits in der Vergangenheit verhieß die Kapitänsbinde meist nichts Gutes für ihren Träger. SPORT1 wirft einen Blick zurück auf die Vorgänger Aubameyangs.
William Gallas (2007-2008)
William Gallas übernahm 2007 als Nachfolger von niemand Geringerem als Thierry Henry die Kapitänsbinde bei den Gunners. Doch schon seine Ernennung stand unter keinem guten Stern, denn Gallas war erst im Jahr zuvor vom ewigen Stadtrivalen FC Chelsea zum FC Arsenal gewechselt.
Besonders in Erinnerung blieb eine Szene im Spiel gegen Birmingham City im Jahr 2008. Als Gallas die Aufgabe eines Kapitäns, seine Mannschaft zu motivieren, nicht ganz so ernst nahm.
In der Nachspielzeit kassierte Arsenal den 2:2-Ausgleichstreffer, was die Gunners wichtige Punkte im Kampf um den Titel kostete. Anstatt seine Mannschaft zu einem letzten Gegenschlag anzutreiben, sank Gallas zu Boden und setzte sich aus Enttäuschung hin.
Arsenal verlor in der Folge das Titelrennen gegen Manchester United und Gallas nach nur acht Monaten seine Kapitänsbinde.
Cesc Fabregas (2008-2011)
Gallas‘ Nachfolger war das spanische Supertalent Cesc Fabregas. Der Mittelfeldspieler wurde mit 21 Jahren zum zweitjüngsten Kapitän in der Geschichte Arsenals. Zwar hielt sich Fabregas länger als sein Vorgänger, doch machte er mit einem unrühmlichen Abschied von sich reden.
Bis heute ranken sich Gerüchte, dass er seinen Wechsel im Jahr 2011 zum FC Barcelona durch einen Streik erzwungen haben soll. Der Wechsel war gleichbedeutend mit dem Ende seiner Zeit als Kapitän.
Robin van Persie (2011-2012)
Der niederländische Top-Stürmer Robin van Persie übernahm als Nächster die Binde und das zunächst mit Erfolg. In seiner ersten Saison als Spielführer wurde er mit 30 Treffern Torschützenkönig und führte Arsenal auf Platz drei.
Es war jedoch auch seine letzte Saison als Kapitän und als Spieler des FC Arsenal. Im folgenden Sommer gab er bekannt, seinen Vertrag, der noch ein Jahr Restlaufzeit besaß, nicht verlängern zu wollen. Um den Stürmer nicht ablösefrei zu verlieren, verkaufte Arsenal van Persie kurzfristig an den Ligarivalen Manchester United.
Thomas Vermaelen, Mikel Arteta, Per Mertesacker (2012-2018)
In den nächsten sechs Jahren wechselte der Spielführer bei Arsenal dreimal. Thomas Vermaelen, Mikel Arteta und Per Mertesacker durften jeweils zwei Jahre die Gunners als Kapitän auf das Spiel führen. Doch alle drei ereilte dasselbe Schicksal.
Trotz ihrer Beliebtheit bei den Fans und der Wichtigkeit für die Mannschaft als Kapitän kamen sie alle auf immer weniger Einsätze für den Verein.
Vermaelen hatte zu seiner Zeit als Kapitän oftmals mit Verletzungsproblemen zu kämpfen und verlor so seinen Stammplatz bei Arsenal. Im Anschluss an den Belgier, der Arsenal 2012 Richtung Barcelona verließ, wurde der damals 32 Jahre alte Mikel Arteta zum Kapitän ernannt.
Und das, obwohl der Mittelfeldstratege kaum mehr zum Einsatz kam. Er spielte nur 16 von 76 möglichen Spielen in seiner Zeit als Spielführer und gab 2016 sein Karrierende bekannt. Als Trainer der ersten Mannschaft war Arteta in diesem Tagen selbst federführend bei der Absetzung von Aubameyang als Kapitän.
Per Mertesacker durfte sich im Anschluss an Arteta als Spielführer versuchen. Doch auch der Weltmeister von 2014 zählte bei seinem Amtsantritt nicht mehr zum Stammpersonal der Londoner und brachte es in seinen letzten zwei Jahren nur auf sieben Einsätze als Kapitän.
Laurent Koscielny (2018-2019)
Nach Mertesacker wurde sein Nachfolger in der Innenverteidigung, Laurent Koscielny, zum Kapitän des Teams ernannt. Der Franzose war zu diesem Zeitpunkt bereits acht Jahre im Verein tätig und wurde dementsprechend von den Fans gefeiert. Die Jubelari8en verstummten dann aber, als sich Koscielny weigerte, mit dem Team für die Sommervorbereitung in die USA zu fliegen.
Koscielny wollte zum Abschluss seiner Karriere in seine Heimat Frankreich zurückkehren und unter allen Umständen einen Wechsel zu Girondins Bordeaux forcieren. Am Ende setzte Koscielny seinen Willen durch und verließ den Verein.
Im Anschluss erzürnte der Innenverteidiger dann nochmal den Anhang der „Gunners“, als er bei seinem neuen Verein vorgestellt wurde. Koscielny nahm ein Video im Arsenal-Trikot auf, welches er auszog. Unter diesem Trikot war das Trikot seines neuen Arbeitgebers. Das alte Trikot warf der Franzose ganz einfach auf den Boden.
Granit Xhaka (2019-2019)
Von Koscielny übernahm der Ex-Gladbacher Granit Xhaka. Der Mittelfeldspieler wurde von seinen Teamkollegen in das Amt gewählt und spielt derzeit immer noch für Arsenal. Der Schweizer war schon immer als Hitzkopf auf und neben dem Platz bekannt.
So kam es auch, dass Xhaka nicht lange Kapitän der „Gunners“ blieb. Bereits nach zwei Monaten gab Xhaka die Binde wieder ab, nachdem er im Spiel gegen Newcastle United die Fans beleidigt hatte. Xhaka, der bei den Fans ohnehin schon einen schweren Stand hatte, war nach einer Auswechslung von den eigenen Fans ausgebuht worden. Der Mittelfeldspieler ließ sich davon provozieren und antwortete mit provokanten Gesten und Beleidigungen in Richtung der Fans.
Mit Aubameyang schließt sich nach drei Jahren das nächste Kapitel auf unrühmliche Art und Weise. Nach zwei Suspendierungen in den letzten neun Monaten, braucht Arsenal jetzt wieder einmal einen neuen Kapitän. Es wäre der neunte in den letzten zehn Jahren.