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Flutlicht an! Folge 33: Freddy Wenner - Wer wirklich das erste Tor der Frauen-Buli kassierte

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Flutlicht an! Folge 33: Freddy Wenner - Wer wirklich das erste Tor der Frauen-Buli kassierte

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„Wir sind alles, nur keine Damen“

Freddy Wenner hat den ersten Treffer in der Frauen-Bundesliga kassiert. Im Podcast „Flutlicht an!“ spricht Wenner über den Stellenwert von Frauen-Fußball in Deutschland.
Freddy Wenner (r.) spricht im "Flutlich an!"-Podcast von Mara Pfeiffer über den Stellenwert von Frauenfußball - und Binarität
Freddy Wenner (r.) spricht im "Flutlich an!"-Podcast von Mara Pfeiffer über den Stellenwert von Frauenfußball - und Binarität
© SPORT1-Grafilk: Kerstin Rolfes/SPORT1
Mara Pfeiffer
Mara Pfeiffer
Freddy Wenner hat den ersten Treffer in der Frauen-Bundesliga kassiert. Im Podcast „Flutlicht an!“ spricht Wenner über den Stellenwert von Frauen-Fußball in Deutschland.

Als Katja Bornschein am 2. September 1990 im Dress des FSV Frankfurt das erste Tor in der Frauen-Bundesliga schießt, steht Freddy Wenner im Kasten des TuS Binzen.

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Belegt war das lange nicht. Stattdessen wies unter anderem die Online-Enzyklopädie Wikipedia Iris Taaken als die erste Torschützin aus.

Sie hatte nach nur 55 Sekunden für den SV Wilhelmshaven getroffen. Doch die zwei Spiele wurden zu unterschiedlichen Zeiten angepfiffen, nämlich um 11 Uhr und um 13 Uhr. Somit fiel das Tor in der Begegnung Frankfurt gegen Binzen eben: früher.

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Aufklärung erst nach Recherche

Diese Anekdote verrät einiges darüber, wie der Frauen-Fußball hierzulande nach wie vor vielfach behandelt wird. Kaum denkbar, dass der erste männliche Torschütze über 30 Jahre falsch benannt worden wäre.

Eine Recherche von Franziska Blendin und Sascha Düerkop für ihren Podcast „Legende verloren“ bringt die Geschichte ans Licht, die nach einem Austausch mit Wenner via Twitter herausfinden wollen, wie jener erste Spieltag denn nun genau abgelaufen ist.

Bezüglich der Ungleichheit im Fußball, die immer auch eine ökonomische ist, betont Wenner: „Stöhnen und den Geruch von Männerschweiß in Millionen umzuwandeln, ist die krasseste Version, um aus einem Gefühl, Geld zu machen.“

Wie gut das funktioniert, ist dabei noch nicht mal der Hauptanlass für Sorge und Beschwerden, sondern, was es für alle bedeutet, die sich nicht als cis männlich definieren.

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Wenner sagt über die eigene Jugend im Fußball: „Ich spielte bei den Jungs und das war ein völlig anderes Level.“

Als die Zeit vorbei ist, empfindet Wenner es als Exmatrikulation. Fortan steht nicht mal Torwarttraining zur Verfügung, die Bezeichnung als „Damenteam“ wirkt schief: „Wer uns gesehen hat, wusste, wir sind alles, nur keine Damen.“

Werden die richtigen Fragen gestellt?

Den Umgang mit Fußball im Speziellen und Sport im Allgemeinen daran festzumachen, wer auf dem Platz steht, erlebt Wenner als verlogen und sagt beispielsweise über Spaßspiele mit ehemaligen Profis: „Man guckt sich 90 Minuten lang 50-jährige Herren an, wie sie spielen - und selbst das wird mehr übertragen als Frauenfußball. Aber es liegt an der Leistung. Leute!“

Natürlich könne man immer mit Angebot und Nachfrage argumentieren, aber inwieweit führt ein permanent schlechtes Angebot auch zu abnehmender Nachfrage? Und werden eigentlich die richtigen Fragen gestellt, wenn es um Repräsentanz im Sport geht?

Sport, so wie er heute gedacht, organisiert und gelebt wird, stützt sich auf ein binäres System der Geschlechter.

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Dazu gehört eine von vielen Menschen als selbstverständlich empfundene Teilung in zwei Gruppen – Männer und Frauen –, die dann unterschiedlich behandelt werden, wenn es um Förderung, Aufmerksamkeit, Finanzen und Struktur geht. Damit werde künstlich ein Ungleichgewicht geschaffen, so Wenner.

Parallel wird beispielsweise über Hormonwerte definiert, dass einige Menschen weder in die eine noch die andere Kategorie passen.

Höchstleistungen immer vom Körper abhängig

„Was lernen wir daraus, dass die Welt nicht nur cis- und endonormative Körper kennt, sondern Körper eine Vielfalt haben?“, fragt Wenner.

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Wer sich auf lediglich zwei Kategorien festlegen wolle, müsse die so weit fassen, dass wirklich alle Platz darin finden. Oder man definiere den Sport neu, schließlich sei Geschlecht nicht das einzige Merkmal, das zugrunde gelegt werden könne.

Und: „Höchstleistungen sind immer von körperlichen Spezifikationen abhängig.“ Nur, dass wohl niemand auf die Idee käme, einen Schwimmer aufgrund der Arm-Spanne oder eine Springerin aufgrund ihrer Größe als unfair bevorteilt zu bezeichnen.