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"Eligella" und Delay Sports: Hier erklärt YouTube-Star Elias Nerlich den Hype!

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"Eligella" und Delay Sports: Hier erklärt YouTube-Star Elias Nerlich den Hype!

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YouTuber mischt Amateurfußball auf

YouTuber mischt Amateurfußball auf

Mit Delay Sports mischt YouTuber Elias Nerlich den Berliner Amateurfußball auf. Hier verrät er, was er mit seinem eigenen Verein plant, welche Herausforderungen es gibt - und was Profiklubs seiner Meinung nach falsch machen.
Beim neuen Klub aus Berlin Delay Sports versammeln sich die erfolgreichsten Streamer wie EliasN97 gegründet, sowie die Ex-Profis Sidney Friede und Kevin Pannewitz.
Lucas Lampen
Lucas Lampen
. SPORT1
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Elias Nerlich ist Streamer, Geschäftsmann und Fußballliebhaber. Zahlreiche junge Menschen himmeln ihn an und verfolgen mit großem Interesse seine Projekte.

Nach einem Wadenbeinbruch beschäftigte er sich in seiner Freizeit vermehrt mit der Fußballsimulation FIFA, wodurch er letztlich zur eSports-Akademie von Hertha BSC kam und seine YouTube-Karriere begann.

Über gemeinsame Freunde lernte er mit Sidney Friede einen seiner heute besten Kumpels kennen. Mittlerweile sind beide Geschäftspartner und gründeten zusammen den Fußballverein Delay Sports.

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Dieser sorgt im Berliner Amateurfußball auf Anhieb für Furore: Schon beim ersten Pflichtspiel des Klubs, der in der elftklassigen Kreisliga C spielt, kamen über 1000 Zuschauer - auf Instagram hat der Verein schon jetzt mehr Follower als die Berliner Bundesliga-Vereine Hertha BSC und Union.

Gründer Elias Nerlich spricht über Delay Sports

Im SPORT1-Interview spricht Nerlich über seinen Werdegang, Herausforderungen und Pläne mit seinem eigenen Verein - und erklärt, was Profiklubs in seinen Augen falsch machen.

SPORT1: Herr Nerlich, kann man sagen, dass Ihr Wadenbeinbruch im Nachhinein betrachtet eine Art glückliche Fügung war, weil Sie Ihre aktive Fußballlaufbahn beenden mussten und so der Weg zu Ihrem heutigen Erfolg geebnet wurde?

Elias Nerlich: Es war der beste Tag meines Lebens. Ich sage immer wieder, wenn irgendwas anders passiert wäre - hätte der Torwart den Ball zu einem anderen Mitspieler geworfen oder hätte der Trainer andere Teams gemacht oder hätte ich den Ball klatschen lassen und nicht angenommen - dann wäre das alles nicht passiert. Ich sage, es gibt keinen Zufall. Das war eine Bestimmung.

SPORT1: Natürlich gibt es bei so viel Erfolg auch immer eine Kehrseite der Medaille. Wie gehen Sie vor allem mit negativer Kritik um?

Nerlich: Da haben mir mein Vater und mein Management viel geholfen. Früher habe ich mir das sehr zu Herzen genommen, aber mittlerweile ist zwar konstruktive Kritik cool, aber eine stumpfe Beleidigung oder dumme Halbwahrheiten nehme ich nicht mehr ernst. Es gibt keine Person auf der Welt, die von allen gemocht wird. Es gibt Leute, die lieben Bayern. Es gibt Leute, die hassen Bayern. Es gibt Leute, die mögen Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi nicht - ich bin nicht mal annähernd so gut. Ich will mich also 0,0 mit denen vergleichen. Ich bin nicht mal deren Socke. Ganz viel ist leider auch Neid oder diejenigen sind unzufrieden mit sich selbst. Ich konzentriere mich eher auf die Leute, die mich supporten, als die, die es nicht tun.

YouTube-Star „Eligella“: So gehe ich mit Kritik um

SPORT1: War das anfangs ein Kopfproblem für Sie, mit negativen Kommentaren umzugehen?

Nerlich: Ich hatte ein richtig schlechtes Mindset. Ich habe immer versucht, mich an denen zu orientieren und habe mich gefragt, wie ich sie überzeugen kann. Aber manche Leute wollen es gar nicht verstehen. Es gibt viele Vollidioten auf der Welt. Nicht, weil sie es nicht gut finden, sondern weil sie einfach stumpf beleidigen. Du kannst dich mit solchen Leuten nicht auseinandersetzen. Mein Vater hat immer zu mir gesagt: „Du machst viel mehr Leute glücklich, als du nicht glücklich machst - und darauf musst du dich fokussieren.“

SPORT1: Gibt es Momente, in denen Sie Ihr Bekanntheitsgrad stört?

Nerlich: Ich bin dankbar, dass ich so ein Leben führen kann, wie ich es führe, und dass so viele Leute hinter mir stehen. Ich bin froh. Nicht, weil es businesstechnisch so gut läuft. Das ist ein netter Nebeneffekt. Es geht mir eher darum, das hört sich so floskelmäßig an, dass ich Leute habe, die ich ablenken kann und die mich dann vielleicht im Gegenzug auch supporten, anstatt dass ich jetzt das schnelle Geld mache.

SPORT1: Ist der Streamer „Eligella“ zu 100 Prozent auch die Person Elias Nerlich?

Nerlich: Ich bin im Stream ein bisschen anders. Ich bin aktiver, ein bisschen offener. Im Privatleben bin ich etwas entspannter, weil ich nicht den ganzen Tag hier durch die Gegend schreien kann wie im Stream. Klar, es ist auch eine Rolle, die ich ein bisschen spiele, aber das gehört dazu. Aber ich bin sehr real, reagiere immer ganz offen und ehrlich auf die Nachrichten, die reinkommen. Manchmal muss ich aufpassen, was ich sage. Das kann ich dann nicht so formulieren, wie ich es gerne sagen würde. Aber ich sage immer das, was ich denke - und mir ist auch egal, wer vor mir steht.

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SPORT1: Sie haben zusammen mit Sidney Friede einen eigenen Fußballverein gegründet. Wie kam es zu dieser Idee?

Nerlich: Ich habe zusammen mit Sidney, der Ex-Fußballprofi und einer meiner besten Freunde ist, eine Fußball-Challenge aufgenommen. Es hat uns extrem viel Spaß gemacht, wieder zu kicken, ein bisschen unter Freunden zu sein und nach dem Fußballspielen auch einfach mal zu sitzen und über das Leben zu reden. Da haben wir uns gedacht: „Lass uns doch einen Fußballverein gründen. Warum denn nicht?“ Dazu muss man sagen: Fast alles, was in diesem Verein passiert, bestimmt unsere Community. Dieses ganze Konzept ist „Community und wir“ und das ist die Geschichte - relativ spontan. Das ist immer so. Wir haben ja diesen Spitznamen „Macher“, weil wir es einfach machen. Wir denken darüber gar nicht groß nach. Tipp da draußen an alle: Wenn ihr etwas vorhabt, dann macht es. Wenn ihr euren Crush im Bus seht und Angst habt, sie anzusprechen, sprecht sie an. Wenn du dir eine bessere Ausdauer wünschst, dann geh rennen und heul‘ nicht rum. Dieses ganze Rumgelaber bringt nichts - einfach machen.

Vorwürfe gegen Delay Sports: Das sagt Nerlich

SPORT1: Dinge wie die Bezahlung der Spieler oder fehlende Tradition wurden Ihnen im Rahmen der Gründung Ihres Vereins vorgeworfen. Was sagen Sie dazu?

Nerlich: Die einzigen Kosten, die wir bis jetzt hatten, war unsere Kamera für die YouTube-Videos, die wir aufnehmen. Keiner der Spieler bekommt einen einzigen Cent und das könnt ihr mir glauben, ich schwöre es bei dem Leben meiner Katzen. Es spielen nur Freunde oder Bekannte in diesem Klub. Ich hätte auch irgendwelche Regional- oder Oberligaspieler holen können, die ich nicht kenne - habe ich aber nicht. Wir haben da gute Kicker, die ich persönlich kenne. Wir haben da Freunde von mir, die auch manchmal am Wochenende extrem viel trinken, aber das gehört in der Kreisliga dazu. Ich habe keinen Hintergedanken mit diesem Klub. Einen eigenen Fußballverein zu gründen, das ist, denke ich, ein Traum vieler da draußen. Natürlich hat der keine Tradition. Das ist doch völlig normal, dass der keine Tradition hat, wie auch? Wir wollen einfach ein bisschen zocken, unsere Spiele aufnehmen und das den Leuten zeigen.

SPORT1: Mit einer Ausnahmeregelung vom Berliner Fußballverband können Sie in der Kreisliga C starten, sind dabei allerdings an gewisse Regularien gebunden. Gibt es bereits einen langfristigen Plan auch in Richtung Jugendteams?

Nerlich: Wir beschäftigen uns schon mit der Jugend, aber jetzt gerade ist auf jeden Fall der Fokus auf den Herren. Aber allein durch meine Instagram-Nachrichten könnte ich gefühlt 10 Jugendmannschaften gründen. Die wollen alle spielen, die haben alle Bock und es sind auch gute Kicker dabei. Wir werden uns darum kümmern, aber erst mal haben wir ein paar andere Baustellen.

SPORT1: Welche Schwierigkeiten gab es bislang?

Nerlich: Mein Management hat mir dabei sehr unter die Arme gegriffen. Es ist gar nicht so einfach, einen eigenen Verein zu gründen. Aktuelle Baustellen sind Spieleranmeldungen und Security. Schon bei den Freundschaftsspielen waren 700 bis 800 Zuschauer da und wir haben keine Werbung gemacht, weil wir Angst haben, dass da irgendwas passiert. Das ist übrigens auch ein Mehrwert für die ganzen Vereine, die gegen uns spielen.

Social-Media-Hype beim Fußball sorgt für Chaos

SPORT1: Bei einem Testspiel der zweiten Mannschaft von Hertha kam es nur wegen der Anwesenheit des dortigen Spielers und Influencers Nader El-Jindaoui zu einem Platzsturm der Fans.

Nerlich: Sowas kann natürlich passieren. Die Influencer können nichts machen, als zu sagen: „Bitte, lasst das!“ Aber es gibt leider öfter mal Vollidioten, auch in der eigenen Community. Es ist so ein Zwiespalt. Natürlich will man sagen: „Kommt gerne zu den Spielen“, weil das geil ist, wenn da 2000 Zuschauer sind. Ich kann jedenfalls sagen, dass ich niemals in meinem ganzen Leben ein Bild mit einem Zuschauer auf dem Platz machen werde.

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SPORT1: Sie sind bei Delay Sports Gründer, erster Vorsitzender und gleichzeitig auch Spieler. Auf welcher Rolle liegt Ihr Hauptaugenmerk? Wo sehen Sie sich selbst im Verein?

Nerlich: Aufgrund meiner Verletzungen bin ich ein ziemlicher Sportinvalide. Ich habe mir das Kreuzband gerissen, das Wadenbein gebrochen, jetzt einen doppelten Muskelfaserriss und Bänderriss. Ich versuche zwar, so viel zu spielen, wie es geht, aber es ist nicht so einfach. Ich sehe mich eher als eine Mischung aus Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic. Kahn, Salihamidzic, Julian Nagelsmann und Corentin Tolisso vielleicht (lacht). Der spielt zwar nicht mehr bei Bayern, aber der war ja immer verletzt. Ich telefoniere jeden Tag mit unseren Trainern, ich schreibe jeden Tag mit unseren Spielern. Ich rede mit potenziellen neuen Leuten, die zu uns kommen wollen. Ich versuche, den Fans immer wieder Delay Sports zu zeigen und darüber zu reden. Also ich bin da so ein Macher für alles.

SPORT1: Sie haben sich gerade selbst als Sportinvaliden bezeichnet. Um wieder vernünftig ohne Probleme Fußball zu spielen, müsste Ihnen nach eigener Aussage das Wadenbein erneut gebrochen werden. Ist diesbezüglich eine Entscheidung bereits gefallen?

Nerlich: Ich bin mir relativ sicher, dass ich es nicht machen werde. Ich weiß, da gibt es ein paar Menschen, die verstehen das nicht, aber ich habe keinen Nerv für das. Ich kann zocken, ich kann ein, zwei Mal die Woche Fußball spielen. Ich müsste es mir brechen lassen, wenn ich jetzt sage, ich will vier, fünf Mal die Woche trainieren und am Wochenende drei Tore schießen. Mir geht es einfach darum, ein bisschen zu kicken und das funktioniert mit meinem jetzigen Stand. Mit 19 wurde ich dreimal operiert - das Ding ist also durch. Ich werde nie wieder in meinem Leben komplett bei 100 Prozent sein, aber das muss ich auch nicht.

Nerlich überrascht vom Interesse an Delay Sports

SPORT1: Also stört es Sie nicht, als Spieler auf dem Platz kürzer treten zu müssen?

Nerlich: Nein, ich habe auch gar keine Zeit. Ich versuche einmal pro Woche beim Training zu sein und das ist schon hart. Ehrliche Einschätzung: Ich schlafe seit zwei Jahren durchschnittlich fünf bis sechs Stunden. In den letzten sechs Monaten habe ich vielleicht zwei Stunden, nicht mal, anderthalb Stunden Zeit für mich. Sonst bin ich die ganze Zeit unter Strom. Ich versuche, das in Zukunft auch für mich zu organisieren.

Nach den Spielen von Delay Sports stehen teilweise hunderte Fans Schlange für ein Foto mit Elias Nerlich
Nach den Spielen von Delay Sports stehen teilweise hunderte Fans Schlange für ein Foto mit Elias Nerlich

SPORT1: Der Kader von Delay Sports ist qualitativ komplett bunt zusammengemischt. Auch Regionalliga-Spieler wie Alieu Sawaneh kamen zu Ihnen. Haben Sie die Spieler angeworben oder kamen die auf Sie zu?

Nerlich: Ich könnte jetzt die Nachricht vorlesen, die er mir damals geschrieben hat. Ich kenne ihn. Er hatte mir ein Joker-Bild gemalt und mir das damals persönlich übergeben, dadurch war ich mit ihm in Kontakt. So ähnlich war es bei Diyar Acar (Fußball Tik-Toker, Anm. d. Red.) auch. Ihn habe ich bei einem Adidas-Shooting von Real Madrid kennengelernt, da haben wir uns auch gut verstanden. Also die sind auf mich zugekommen.

SPORT1: Haben Sie durch Ihre Reichweite auf Social Media mit einem solchen Hype rund um Ihren Verein gerechnet?

Nerlich: Wir wussten, dass wir viele Follower haben und wir wussten auch, dass gut geklickt wird und viele darüber berichten werden, aber das war ja völlig verrückt. SPORT1, Sky, ran - ich weiß gar nicht, wie viele Berliner Zeitungen darüber berichtet haben. Auch Fernsehen wie rbb und ARD. Also es war unglaublich, was da abging in den ersten Wochen. Wir haben nicht damit gerechnet.

Delay Sports: Bei Instagram vor Hertha und Union

SPORT1: Hätten Sie jemals gedacht, in so kurzer Zeit zum größten Berliner Fußballklub auf Instagram zu werden?

Nerlich: Das ist schon krass! Hätte ich nicht gedacht, um ehrlich zu sein. Viele sagen dann auch immer: „Ja klar, weil sie Influencer sind und eine Million Follower haben.“ Aber so, wie wir es gemacht haben, ist es nicht einfach gewesen. Da sieht man, dass wir vieles in Bezug auf Delay Sports richtig machen und viele dieses Projekt geil finden.

SPORT1: Würden Sie sagen, dass die Profiklubs etwas falsch machen?

Nerlich: Ja, sie konzentrieren sich nicht auf die junge Zielgruppe.

SPORT1: Können Sie das konkretisieren?

Nerlich: Du musst die junge Zielgruppe meiner Meinung nach abholen. Versuch‘ mal einen jetzigen Dortmund-Fan mit Mitte 20 oder 30 zu einem anderen Verein zu bringen - das ist fast unmöglich. Aber einen 12- bis 16-Jährigen kannst du da noch hinlenken. Und das müssen viele Vereine ändern. Ich finde Dortmund und Bayern machen es sehr gut mit ihren YouTube-Kanälen. So etwas interessiert die Leute. Die Zeiten haben sich geändert.

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SPORT1: Wir sprachen schon über Influencer Nader El-Jindaoui bei Hertha. Würden Sie sagen, dass der Transfer eine sportliche Perspektive hatte oder war es nur ein Marketing-Move?

Nerlich: Marketingtechnisch ist die Verpflichtung eine 10 von 10 - sportlich aber auch sehr gut. Er ist besser als viele in der ersten Mannschaft und das weiß ich aus engeren Quellen. Ich kenne ganz viele Hertha-Profis und ich weiß, was da geredet wird. Er kann da fußballerisch locker mithalten. Er hat wirklich sehr viel Ehrgeiz, ich gönne es ihm und hoffe, dass er seine Chance bekommt. Auch für die Zweite ist er sportlich auf jeden Fall ein Mehrwert.

Das sind die Pläne mit Delay Sports

SPORT1: Schauen wir noch ein bisschen in die Zukunft. Viele Medien sprechen bereits vom Durchmarsch Ihres Vereins. Wie sehen Sie das? Sind Sie genervt von dem Druck, der da aufgebaut wird?

Nerlich: Ja, sehr genervt. Ich habe auch daraus gelernt, was Aussagen angeht über Zuschauerzahlen und darüber, wo wir hinwollen. Es provoziert Leute und ich kann das auch verstehen. Dann zitieren die Medien mich und sagen, wir würden mit 10.000 Zuschauern rechnen. Das habe ich zwar gesagt, aber in einem komplett anderen Kontext. Unser Ziel ist es, dieses Jahr von der Kreisliga C in die Kreisliga B aufzusteigen. Was danach kommt, kann ich nicht sagen - das ist eine sehr langweilige Fußball-Aussage, aber ich verstehe, warum Fußballer das so machen. (lacht) Klar wollen wir irgendwann höher spielen, aber wir konzentrieren uns auf die jetzige Saison. Wenn Sie unbedingt eine Antwort hören wollen: Ich denke, dass wir mit dem aktuellen Kader bestimmt in der Landesliga irgendwo im Mittelfeld rumdümpeln würden. Irgendwann kommt auch das Geld-Thema ins Spiel.

SPORT1: In höheren Ligen ändert sich also das Thema Bezahlung. Wie sieht es mit dem Kader und der Philosophie des Vereins bei zahlreichen Aufstiegen aus?

Nerlich: Wir werden den Kader wahrscheinlich irgendwann verändern müssen. Ich versuche, es so familiär wie möglich zu halten, aber schlagt mir nicht den Kopf ab, wenn ich auch mal ein öffentliches Probetraining mache, weil einfach alle von uns keine Zeit mehr haben.

SPORT1: Haben Sie Ängste, dass das Projekt irgendwann scheitern könnte oder sind Sie da komplett optimistisch gestimmt?

Nerlich: Komplett optimistisch. Ich habe das beste Management, das sich die ganze Zeit darum kümmert und auch im Vorstand sitzt. Wir hätten einen Kader von 90 Mann machen können. Ich habe ganz vielen Leuten abgesagt. Das heißt, wir werden nicht wenige Spieler haben. Es wird eines der größten Projekte meines Lebens und so soll es auch sein. Das ist ein kleiner Traum von mir gewesen - ein eigener Fußballverein. Und damit verdiene ich auch kein Geld. Das ist einfach nur, weil ich es geil finde. Klar könnte man sagen, durch die YouTube-Videos ist das auch Content für mich - das stimmt, das ist auch sehr nice. Aber selbst wenn ich kein YouTuber mehr bin, will ich da am Ende Präsident sein und dann die Jugendspieler die ganze Zeit anschreien, warum sie nicht laufen oder am Wochenende einfach auf dem Gelände hocken. Da hätte ich sehr viel Bock drauf - das ist ein Traum.