Die Erfolgsserie reißt im letzten Spiel – dennoch hat sich der SC Freiburg in der Europa League auf direktem Weg für das Achtelfinale qualifiziert.
"Ich ärgere mich geisteskrank": Bitterer Abend für deutsches Team
„Ich ärgere mich geisteskrank“
Die Breisgauer unterlagen am Donnerstagabend dem französischen Erstligisten OSC Lille durch ein spätes Gegentor mit 0:1 (0:0), profitierten allerdings von den Ergebnissen der Konkurrenz und schlossen die Ligaphase als eines der besten acht Teams ab.
Gegen Lille musste der Sport-Club jedoch die erste Niederlage im laufenden Wettbewerb hinnehmen. Sturm-Routinier Olivier Giroud bescherte Lille mit seinem Treffer per Elfmeter (90.+2) nach einem Foul von Cyriaque Irié kurz vor dem Ende den Einzug in die Playoffs.
„Im Moment überwiegt noch die Niederlage, auf der anderen Seite ist es schon ein großer Erfolg für uns. Es war unser großes Ziel sich direkt zu qualifizieren und das muss auch überwiegen. Es ist toll, was die Mannschaft in dieser Vorrunde gezeigt hat“, freute sich Cheftrainer Julian Schuster nach dem Spiel bei RTL.
Europa League: Freiburg verpasst dritten Platz
Schon vor der Partie war ein Abrutschen des Teams in die Playoff-Ränge nur noch theoretisch möglich gewesen, nun umgeht der Sport-Club trotz der Pleite die Extra-Runde.
Trotzdem ärgerlich für die Freiburger: Sie verpassten durch die Niederlage die Gruppenphase auf dem dritten Platz abzuschließen. Dafür hätten sie das Spiel in Lille gewinnen müssen.
Durch den Last-Minute-Treffer von Giroud rutschte Freiburg noch von Platz vier auf Rang sieben ab. Die Achtelfinals werden Mitte März ausgetragen.
„Am Ende musst du dich auch freuen im Großen und Ganzen, aber ich persönlich ärgere mich geisteskrank, dass wir in der Nachspielzeit ein Elfmetertor bekommen“, sagte Torhüter Noah Atubolu nach dem Spiel: „Ich rege mich dann einfach auf, weil ich genau weiß, was er macht, aber er hat ihn dann gut geschossen. Ich hätte ihn einfach gerne gehalten.“
Nach dem Ärger über das Gegentor zeigte er sich dann aber doch noch versöhnlich: „Trotzdem muss man sagen bei aller Selbstkritik: Wir sind im Achtelfinale als SC Freiburg. Da können wir komplett stolz auf uns sein.“
Freiburg verliert Eggestein
Dort wird Freiburg allerdings zunächst auf Maximilian Eggestein verzichten müssen, der wegen groben Foulspiels die Rote Karte sah (74.).
Der Mittelfeldspieler war Fernandez-Pardo auf den Knöchel getreten und flog zurecht vom Platz. Doppelt bitter: Er wird Freiburg jetzt wohl im Hin- und Rückspiel des Achtelfinales fehlen.
Die Partie gestaltete sich zunächst ausgeglichen. Lille presste früh, Freiburg konzentrierte sich auf die Defensive. Torraumszenen blieben in der Anfangsphase nahezu komplett aus.
Zur Mitte der ersten Halbzeit arbeiteten die Franzosen verstärkt am Führungstor, der Versuch aus rund 20 Metern von Hakon Haraldsson (23.) blieb jedoch der einzige halbwegs gefährliche Torabschluss. Für die Gäste ging nach vorne kaum etwas, die rund 22.000 Zuschauer Stade Pierre Mauroy bekamen fußballerische Magerkost präsentiert.
Mit Wiederbeginn suchte Freiburg vermehrt den Weg nach vorne, eine potenziell gefährliche Abschlusssituation für Junior Adamu vereitelte Nathan Ngoy im letzten Moment (51.). Kurz darauf zielte Adamu unbedrängt vor dem Tor viel zu hoch (56.). Dann lief Matias Fernandez-Pardo plötzlich völlig allein auf das Freiburg Tor zu, scheiterte aber kläglich an SC-Keeper Noah Atubolu.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)