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Massive Kritik an Infantino! UEFA reagiert auf FIFA-Wende

Dieses UEFA-Statement hat es in sich

Die UEFA reagiert auf die Entscheidung der FIFA, die Investorenpläne aufzugeben. Der europäische Verband begrüßt die Entwicklung, teilt aber kräftig gegen Gianni Infantino aus.
Nach Boykottdrohungen der UEFA hat Gianni Infantino sein Vorhaben, Anteile an der Fußball-Weltmeisterschaft an Investoren zu verkaufen, nun eingestellt.
Die UEFA reagiert auf die Entscheidung der FIFA, die Investorenpläne aufzugeben. Der europäische Verband begrüßt die Entwicklung, teilt aber kräftig gegen Gianni Infantino aus.

Die Europäische Fußball-Union UEFA hat nach dem vorläufigen Ende der FIFA-Investorenpläne mit erstaunlich deutlichen Worten einen Kulturwechsel im Weltverband gefordert. Dem FIFA-Präsidenten Gianni Infantino warf die UEFA vor, einen „schäbigen und undurchsichtigen Deal“ eingefädelt zu haben.

„Die aktuelle FIFA-Führung hat nicht nur das Vertrauen der UEFA, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fußballfamilie verloren“, hieß es in einer UEFA-Stellungnahme am Samstagmittag: „Wir können nicht länger so weitermachen mit geheimen, in Windeseile durchgepeitschten Plänen, die von anonymen Akteuren ausgeheckt werden und dem Fußball nur zweifelhaften Nutzen bringen. Wir müssen die Verantwortlichen ermitteln und zur Rechenschaft ziehen.“

Die UEFA dankte zudem „allen Fans, Ligen, Vereinen, Spielern, Einzelpersonen, Verbänden und Konföderationen, die sich gegen das Vorhaben ausgesprochen haben, sowie den zahlreichen Ministerpräsidenten, Staatschefs und Kommentatoren, die dem FIFA-Präsidenten deutlich gemacht haben, dass Fußball nicht zum Verkauf steht“.

UEFA kritisiert Infantino: Versprechen „nicht eingehalten“

Äußerst kritisch blickte die UEFA auf das Vorgehen von FIFA-Präsident Gianni Infantino. So warf sie ihm vor, gegen zwei seiner Wahlversprechen eklatant verstoßen zu haben: Der Schweizer hatte 2015 Transparenz angekündigt sowie die Verwendung der FIFA-Gelder zum Wohle sowie zur Entwicklung des Fußballs.

„Beide Versprechen hat er nicht eingehalten. Der schäbige, hinter verschlossenen Türen ausgehandelte und undurchsichtige Deal, den er durchzusetzen versuchte, war alles andere als transparent. Und trotz Reserven von über fünf Milliarden Dollar hat er es auch versäumt, das Geld der Verbände zum Wohle des Fußballs einzusetzen“, hieß es in dem Statement.

Deshalb werde die UEFA „unverzüglich mit Partnern und Interessengruppen weltweit und aus allen Bereichen des Fußballs zusammenarbeiten, um einen neuen Weg für die Verteilung der Ressourcen im Rahmen des bestehenden FIFA Forward-Programms vorzuschlagen“.

„Ein Sieg für den gesamten Fußball“

Allgemein sei der FIFA-Rückzieher „ein Sieg für den gesamten Fußball“. Doch: „Damit darf die Geschichte noch nicht zu Ende sein. Der Vorschlag ist vom Tisch. Die Aufgabe, das Vertrauen in die FIFA wiederherzustellen, hat gerade erst begonnen.“

Dass die UEFA nun den Druck auf Infantino erhöht, kommt für den FIFA-Boss zur Unzeit. Im kommenden Jahr will sich dieser in seinem Amt bestätigen lassen – nach derzeitigem Reglement zum letzten Mal, 2031 wäre dann für ihn Schluss.

Die jetzt verworfenen Investorenpläne sahen die Gründung der FIFA Forward Enterprise (FFE), einer Tochtergesellschaft, die alle kommerziellen Aktivitäten und Turnierorganisationen bündeln sollte, vor. Dort hätte Infantino einen leitenden Posten übernehmen können – und somit als eine Art Schattenpräsident weiter an der Macht bleiben können.

Mit Sport-Informations-Dienst (SID)