Ballon d’Or: Der größte Außenseiter spielt in der Wüste

von SPORT1
Ballon d’Or: Der größte Außenseiter spielt in der Wüste

Auf der Kandidatenliste für den Ballon d'Or taucht ein Name auf, der wie ein Fremdkörper wirkt. Wie schaffte es Julián Quinones unter die Top 30 der Welt?

Als die Organisatoren des Ballon d’Or Anfang September die 30 Nominierten für die prestigeträchtigste Einzelauszeichnung im Fußball veröffentlichten, sorgte ein Name für besonders viele Fragezeichen: Julián Quinones.

Zwischen Weltstars wie Harry Kane, Kylian Mbappé, Lamine Yamal, Jude Bellingham oder Erling Haaland wirkte der Angreifer von Al-Qadsiah zunächst wie ein Fremdkörper.

Julián Quinones darf sich als einen der besten 30 Fußballer des Planeten bezeichnen
Julián Quinones darf sich als einen der besten 30 Fußballer des Planeten bezeichnenJulián Quinones darf sich als einen der besten 30 Fußballer des Planeten bezeichnen© IMAGO/ZUMA Press

Und tatsächlich dürfte kaum ein anderer Kandidat als der mexikanische Nationalspieler als größerer Außenseiter in die Wahl gegangen sein. Quinones hat nie in Europa gespielt, gewann in der abgelaufenen Saison keinen internationalen Top-Titel und steht bei einem Klub aus Saudi-Arabien unter Vertrag.

So spielte sich der unwahrscheinliche Ballon-d’Or-Kandidat ins Rampenlicht

Dennoch kam seine Nominierung zumindest nicht völlig aus dem Nichts.

Der wichtigste Grund sind seine außergewöhnlichen Zahlen. Der 29-Jährige spielte die statistisch beste Saison seiner Karriere und avancierte mit 33 Treffern zum Torschützenkönig der Saudi Pro League. Insgesamt kam er im relevanten Bewertungszeitraum auf 41 Tore und fünf Vorlagen in 46 Pflichtspielen für Verein und Nationalmannschaft.

Den entscheidenden Schub erhielt seine Kandidatur jedoch auf der größten Bühne des Weltfußballs. Bei der Weltmeisterschaft 2026 im eigenen Land gehörte Quinones zu den auffälligsten Offensivspielern Mexikos. Der Stürmer erzielte vier Turniertore in fünf Partien und war damit einer der besten Torschützen der gesamten WM.

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Unter seinen Highlights befand sich auch der erste Treffer des Turniers im Eröffnungsspiel gegen Südafrika – so schießt man sich natürlich ins Gedächtnis. Obwohl Mexiko bereits im Achtelfinale ausschied, hinterließ Quinones international einen bleibenden Eindruck.

Dass die Ballon-d’Or-Jury mittlerweile stärker auf individuelle Leistungen achtet als ausschließlich auf Titel, spielte dem Angreifer zusätzlich in die Karten. Nach den aktuellen Kriterien stehen die persönlichen Leistungen eines Spielers im Bewertungszeitraum an erster Stelle, erst danach folgen mannschaftliche Erfolge und gewonnene Titel.

Quinones dabei – aber Raphinha, Pedri und Olmo fehlen?

Die Nominierung bedeutet zugleich einen beachtlichen Wandel. Erstmals überhaupt schaffte es mit Quinones ein Spieler von Al-Qadsiah als einer der ersten Profis aus der Saudi Pro League überhaupt auf die Ballon-d’Or-Liste. Gemeinsam mit Sadio Mané repräsentiert er eine Liga, die lange Zeit kaum eine Rolle bei der Vergabe der Auszeichnung spielte.

Dass der Name dennoch für Debatten sorgen sollte, war abzusehen. Kritiker verwiesen darauf, dass Spieler wie Raphinha, Pedri oder Dani Olmo vom FC Barcelona nicht nominiert wurden, während Quinones den Sprung in die Top 30 schaffte.

Doch auch wenn es am Ende nur zu Platz 28 reichte – bereits die Nominierung ist eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte. Der in Kolumbien geborene Stürmer, der später für Mexiko eingebürgert wurde, hat es vom Fußball in einfachen Verhältnissen bis auf die größte individuelle Bühne des Sports geschafft.


Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt.