Ronaldo-Zoff: Effenberg und Hamann mit deutlichen Worten
Ronaldo wurde "vom Trainer vorgeführt"
Der Wirbel um Cristiano Ronaldo nimmt kein Ende. Nach seinem Eklat in Portugals Nationalmannschaft finden Stefan Effenberg und Dietmar Hamann deutliche Worte - und stellen die Zukunft des Superstars infrage.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Abschied zu nehmen? Cristiano Ronaldo habe ihn schon längst verpasst, finden die TV-Experten Stefan Effenberg und Dietmar Hamann. Die beiden ehemaligen deutschen Nationalspieler übten nach dem nächsten Eklat um Ronaldo scharfe Kritik am portugiesischen Superstar.
„Wenn ein Spieler dann den Zeitpunkt verpasst, zurückzutreten oder abzutreten, dann muss diese Entscheidung jemand anders für ihn treffen“, sagte Hamann im Interview mit Sky Sport. „Die hat der Trainer jetzt getroffen, für mich war das überfällig.“
Hamann: Portugal ohne Ronaldo mit besseren Chancen
Hamann geht sogar noch einen Schritt weiter. Seiner Ansicht nach wäre die portugiesische Nationalmannschaft bei den vergangenen drei großen Turnieren ohne Ronaldo in der Startelf erfolgreicher gewesen.
„Ich habe mich immer auf Portugal gefreut, weil sie fantastische Spieler haben“, erklärte der Sky-Experte. Ohne Ronaldo von Beginn an hätte die Mannschaft seiner Meinung nach jeweils bessere Chancen gehabt.
Auch Effenberg findet, dass der Superstar seine Rolle neu bewerten müsste. Die WM 2026 habe gezeigt, dass Ronaldo nicht mehr der Spieler sei, den man aus seinen besten Zeiten kenne. Er sei „nicht mehr der Ronaldo, so wie wir ihn so schön in Erinnerung haben“.
Ein Profi müsse irgendwann erkennen, wann die Zeit für den Abschied gekommen sei, erklärte Effenberg beim Fußball-Kongress in Stuttgart. Sein vernichtendes Urteil: „Aber er kapiert es nicht.“
Effenberg zieht brisanten Messi-Vergleich
Besonders pikant: Effenberg führt ausgerechnet Ronaldos langjährigen Rivalen Lionel Messi als positives Gegenbeispiel an. Der Argentinier habe mit seinem Abschied aus der Nationalmannschaft den richtigen Zeitpunkt gefunden. „Und deshalb wird Messi über ihm stehen“, urteilte der ehemalige Bayern-Kapitän.
Ronaldo dagegen wolle offenbar noch immer Weltmeister mit Portugal werden. Bei der nächsten WM 2030 wäre er allerdings bereits 45 Jahre alt. Für Effenberg ist deshalb klar: „Das wird nicht funktionieren.“
Hintergrund der Debatte war Ronaldos vorzeitige Abreise aus dem portugiesischen Nationalteam. Nachdem er beim Nations-League-Spiel gegen Norwegen nicht eingesetzt worden war und auch gegen Dänemark nicht in der Startelf stehen sollte, verließ der Angreifer die Mannschaft. Anschließend warf Ronaldo Nationaltrainer Jorge Jesus öffentlich Wortbruch vor. Der 41-Jährige betonte zugleich, weiterhin für Portugal spielen zu wollen.