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Viktoria Köln - 1. FC Kaiserslautern: Vater Wunderlich trifft auf seinen Sohn Mike

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Viktoria Köln - 1. FC Kaiserslautern: Vater Wunderlich trifft auf seinen Sohn Mike

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Irre Familiengeschichte bei Showdown

Irre Familiengeschichte bei Showdown

Beim Duell zwischen Viktoria Köln und dem 1. FC Kaiserslautern geht es für beide Klubs nicht nur um wichtige Punkte. Es kommt auch zum Aufeinandertreffen von Franz Wunderlich und seinem Sohn Mike.
Großer Dämpfer im Aufstiegsrennen für den 1. FC Kaiserslautern. Die roten Teufel verlieren gegen die BVB-Reserve, auch wegen einem genialen Moment von Christian Viet.
Reinhard Franke
Reinhard Franke

Für den 1. FC Kaiserslautern ist die Sache klar. Nach der 0:4-Pleite bei meister Magdeburg spielt der Klub mindestens in der Relegation um den Aufstieg in die 2. Liga gegen Dynamo Dresden. Aber plötzlich ist auch Platz zwei drin, nachdem Braunschweig in Meppen 2:3 verlor.

Am Sonntag (Dritte Liga: Viktoria Köln - 1. FC Kaiserslautern, ab 14 Uhr im LIVETICKER) heißt der Gegner im Sportpark Höhenberg Viktoria Köln. (DATEN: Die Tabelle der 3.Liga)

Es ist das letzte Saisonspiel für die Roten Teufel, das Heimspiel gegen Türkgücü München eine Woche später wird aufgrund deren Abmeldung vom Spielbetrieb nicht mehr stattfinden. Gewinnt der FCK, dann muss Braunschweig am letzten Spieltag seinerseits gegen Viktoria Köln gewinnen - ansonsten würde Lautern direkt aufsteigen.

Zuletzt verloren die Roten Teufel allerdings 1:2 bei Wehen Wiesbaden und 1:3 zuhause gegen Borussia Dortmund II. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der 3. Liga)

Lautern-Star: „Das hat weh getan“

„Die letzten zwei Spiele waren ernüchternd für uns alle. Das hat schon weh getan. Wir hatten es selbst in der Hand und haben den zweiten Platz hergegeben. Wir brauchen noch den einen Punkt für die Relegation“, sagt FCK-Mittelfeldspieler Mike Wunderlich zu SPORT1. „Die Mannschaft ist gewillt die letzten beiden Spiele wieder gutzumachen. Noch ist nichts verloren.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 3. Liga)

Die Fahrt in die Domstadt wird vor allem für den 36-Jährigen eine ganz besondere. Er wechselte im vergangenen Sommer nach neun Jahren bei der Viktoria an den Betzenberg, wo er nach etwas Anlaufschwierigkeiten zu einer festen Größe im Team von Marco Antwerpen geworden ist.

Er ist zudem der Sohn von Franz Wunderlich, der seit 2011 Sportlicher Leiter bei der Viktoria ist: „Für mich ist das kein Spiel wie jedes andere, weil ich nach elf Jahren zum ersten Mal als Gegner in Höhenberg auflaufe. Es ist etwas Besonderes. Es gibt aber keinen Platz für solche Emotionen.“

Was die Ausgangssituation so brisant macht: Die Kölner brauchen eventuell selbst noch einen Sieg - auch ein Remis könnte reichen, wenn der SC Verl am Freitag verlieren sollte -, um auch in der nächsten Saison in der 3. Liga dabei zu sein. Mehr Nervenkitzel geht eigentlich nicht.

Mike Wunderlich bleibt dem FCK treu
Mike Wunderlich bleibt dem FCK treu

“Jeder braucht noch die Punkte“

“Das ist so die Konstellation, die wir uns alle am Ende dieser Saison nicht gewünscht haben. Wir haben öfter darüber gesprochen, was wäre wenn. Jeder braucht noch die Punkte, der FCK einen und wir noch drei und da gibt es nichts zu verschenken“, sagt Franz Wunderlich im Gespräch mit SPORT1.

„Es ist ja klar, dass ich meinem Sohn den Aufstieg von ganzem Herzen gönne. In den 90 Minuten sind wir beide aber Profi genug, er kann seinem Heimatverein auch weh tun, wenn wir es nicht schaffen sollten, in der Liga zu bleiben, aber das hoffe ich natürlich nicht.“

Wunderlich senior, der mit seinem Sohn wie vor dem Hinspiel telefonischen Kontakt hat, merkt noch an: „Es ist eine ganz brisante Situation, ein brisantes Spiel für meinen Sohn und mich. Wir wollen uns beide nicht leiden sehen.“

Lob für FCK-Bosse

Ihm wäre es am liebsten, „wenn der FCK aufsteigt und wir drin bleiben“. Er wisse, „wieviel Herzblut die Verantwortlichen in das Projekt Aufstieg gesteckt haben. Am Anfang wurden sie sehr geknechtet, doch dann hat sich das Team gefunden. Der FCK hat einen steinigen Weg hinter sich, doch es war schließlich eine überragende Saison.“

Mike Wunderlich spielt auch im nächsten Jahr in Kaiserslautern, weil sich sein Vertrag automatisch verlängert hat. Für den 36-Jährigen wäre der Aufstieg „die Krönung seiner Karriere“, weiß der Vater.

Bei 14 anderen FCK-Spielern (darunter die Leistungsträger Philipp Hercher, Torwart Matheo Raab, Alexander Winkler oder Hikmet Ciftci), deren Verträge auslaufen, ist die Zukunft dagegen unklar. Auch Antwerpens Vertrag verlängert sich nur im Falle des Aufstiegs - es herrscht eine große Ungewissheit im Verein.

Gebet zum Himmel? Franz Wunderlich weiß um die Brisanz des Duells gegen den FCK. Nicht nur wegen seines Sohnes.
Gebet zum Himmel? Franz Wunderlich weiß um die Brisanz des Duells gegen den FCK. Nicht nur wegen seines Sohnes.

„Will den Traum meines Sohnes nicht zerstören“

Franz Wunderlich betont: „Ich will den Traum meines Sohnes nicht zerstören, aber, wenn es so kommen sollte, dann ist es leider so. Das haben wir uns beide nicht gewünscht.“ Folgen für das Familienverhältnis hätte das aber nicht: „Zwischen meinem Sohn und mir passt kein Blatt Papier.“

Das sieht Mike Wunderlich ähnlich: „Dass mein Papa mir sportlich weh tun kann, ist nicht in meinem Kopf. Wir sind Profis genug. Es spielt Viktoria gegen den FCK und nicht Franz Wunderlich gegen Mike Wunderlich.“