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Köln verliert erstes Endspiel

Köln verliert erstes Endspiel

Der 1. FC Köln muss im Hinspiel der Relegation eine Niederlage gegen Holstein Kiel hinnehmen. Die Störche gehen mit einem Tor mehr ins Rückspiel.
Der 1. FC Köln hat die besseren Chancen, doch Kiels Joker sticht. Nach dem Relegations-Hinspiel schweben die Geißböcke in akuter Abstiegsgefahr.
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von SID

Der 1. FC Köln muss nach einer bitteren Niederlage im Relegations-Hinspiel ernsthaft um den Klassenerhalt in der Bundesliga bangen.

Die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel verlor gegen den Favoritenschreck Holstein Kiel mit 0:1 (0:0) und steht im zweiten Duell am Samstag bei den Norddeutschen unter enormem Druck.  (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER)

Ein Abstieg, es wäre der siebte der Vereinsgeschichte, würde den FC empfindlich treffen.

Hector: "Ich bin nicht leer"

"Was soll ich denn hier Dampf ablassen", blaffte ein extrem angefressener FC-Kapitän Jonas Hector am DAZN-Interview, "immer diese Scheißfragen! Ich bin nicht leer, wir haben gerade 90 Minuten gespielt. Ich denke ein Unentschieden wäre verdient gewesen."

Teamkollege Marius Wolf fand darin keinen Trost. "Es ist scheißegal, ob es verdient war oder nicht", sagte der Offensivspieler: "Es geht hier um alles, wir müssen das Ding jetzt in Kiel holen."

Simon Lorenz (59.) traf nur 20 Sekunden nach seiner Einwechslung für den Dritten der 2. Bundesliga, der in dieser Saison im DFB-Pokal bereits Bayern München geschlagen hat und nun dicht vor dem Aufstieg steht.

"Wir haben nicht aufgepasst, zuvor hatte sie keine einzige Möglichkeit", sagte Funkel. "Sie waren lange ungefährlich. Aber es ist erst Halbzeit, die Entscheidung wird in Kiel fallen. Wie wir es dort taktisch auftreten, werde ich mir noch in den nöchsten Tagen überlegen. Wir werden alles tun, um den Rückstand wettzumachen."

2018 hatte Kiel in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg verloren - jetzt muss die Mannschaft von Trainer Ole Werner "nur" noch das Rückspiel überstehen, um der erste Bundesligist aus Schleswig-Holstein zu werden.

"Wir haben noch 90 Minuten vor der Brust, es ist noch ein weiter Weg zu gehen für uns", sagte Kiels Fin Bartels: "Aber wir waren aggressiv, haben super verteidigt und eine der wenigen Chancen genutzt."

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Kiel nicht verunsichert

Kiel, das den direkten Aufstieg am letzten Zweitliga-Spieltag vergeben hatte, war keine Verunsicherung anzumerken. Im Gegenteil: Die Gäste bestimmten die Anfangsphase - und lösten viele Situationen technisch und spielerisch.

Dies hinterließ durchaus Eindruck bei den Kölnern, die zunächst wenig Zugriff fanden und sich meist in Einzelaktionen verstrickten.

Das lag auch daran, dass in der Offensive zu wenig Bewegung herrschte und Kapitän Jonas Hector in ungewohnter Rolle als Sturmspitze deutlich weniger Bindung zum Kölner Spiel hatte als zuletzt.

FC-Trainer Funkel hatte Hector dort etwas überraschend aufgeboten, weil der angeschlagene Sebastian Andersson nicht fit genug für 90 Minuten war und der Kölner Kader sonst kaum Alternativen im Sturmzentrum bietet.

Der seit Wochen starke Hector erzwang mit einer starken Balleroberung dann jedoch aus dem Nichts die erste Kölner Chance: Sein Schuss wurde jedoch im letzten Moment geblockt (30.), nach der anschließenden Ecke wertete Schiedsrichter Felix Zwayer einen Rempler von Hector an Kiels Torhüter Ioannis Gelios als Foul und unterbrach das Spiel, ehe der Ball ins Tor rollte.

Weckruf für Köln

Diese beiden Aktionen wirkten wie ein Weckruf für den FC, der die anfängliche Lethargie langsam ablegte. Kurz vor der Pause verpasste Ondrej Duda die Führung, ein abgefälschter Schuss des Slowaken verfehlte das Kieler Tor knapp (45.+3).

Auch nach der Pause blieb Köln zunächst die aktivere Mannschaft - doch Kiel schlug eiskalt zu. Der gerade eingewechselte Lorenz traf per Kopf zur überraschenden Führung des Zweitligisten, der sich in der Folge weit zurückzog und auf seine starke Defensive baute.

Köln antwortete mit wütenden, aber wenig durchdachten Angriffen. Funkel brachte schließlich doch Andersson, um mehr Präsenz im Sturmzentrum zu haben. Auch Dominick Drexler und Jan Thielmann, die beide am Mittwoch Geburtstag hatten, kamen ins Spiel, um zumindest den Ausgleich zu erzwingen.

Das hohe Risiko ermöglichte aber auch Konter der Gäste, so klatschte ein Kopfball von Janni Serra (78.) zu Beginn der Schlussphase an die Latte.