Der Wechsel von Arturo Vidal von Juventus Turin zum FC Bayern scheint so gut wie fix zu sein.
FC Bayern München: Bastian Schweinsteiger und Arturo Vidal im Vergleich
Wer ist hier der Boss? Die Zahlen
Vidal soll einen Fünfjahresvertrag in München unterzeichnen und im defensiven Mittelfeld in Bastian Schweinsteigers große Fußstapfen treten.
Doch kann Vidal, Spitzname: "Krieger", den zu Manchester United abgewanderten Bastian Schweinsteiger auch ersetzen? SPORT1 hat die Daten der beiden Topstars verglichen - mit durchaus überraschenden Erkenntnissen.
Vidal in der Liga: Torjäger und Kartensammler
Sowohl Vidal als auch Schweinsteiger sind im zentralen Mittelfeld zu Hause. Vidal (28) wechselte im Juli 2011 von Bayer Leverkusen zu Juventus Turin. Seitdem hat der Chilene 124 von 152 möglichen Ligaspielen in der Serie A für die Alte Dame aus Turin absolviert. Dabei erzielte er insgesamt 35 Tore und bereitete weitere 23 Treffer vor. Vidal traf demnach in fast jedem dritten Serie-A Spiel.
Bayern-Idol Bastian Schweinsteiger kann mit diesen Werten nicht ganz mithalten. Der 30-Jährige kam im selben Zeitraum auf 93 von 136 möglichen Bundesligapartien. Dabei erzielte er 19 Tore und brachte es auf 15 Torbeteiligungen.
In der Liga sammelte Vidal deutlich mehr Karten als Schweinsteiger. In den vergangenen vier Spielzeiten sah der Chilene 38 mal Gelb und ein mal Rot. Schweinsteiger bekam im selben Zeitraum "nur" 14 Gelbe Karten.
Schweinsteiger mit mehr Vorlagen in der Königsklasse
Imposant ist die Statistik beider Spieler in der Champions League. Bastian Schweinsteiger erreichte mit Bayern München in den vergangenen drei Spielzeiten immer mindestens das Halbfinale. 2013 holte sich Schweinsteiger den Henkelpott im deutschen Finale von Wembley gegen Borussia Dortmund. Im "Finale dahoam" 2012 in München war er noch zur tragischen Figur geworden und hatte im Elfmeterschießen den letzten Elfmeter an den Pfosten gesetzt.
Zwischen 2012 und 2015 kam er auf 26 Spiele in der Königsklasse. Schweinsteiger schoss dabei fünf Tore und legte acht mal für seine Mitspieler auf. Sechs gelbe Karten und eine gelb-rote Karte standen für die Nummer 31 des FC Bayern außerdem auf dem Papier.
Arturo Vidal erreichte mit Juventus Turin vergangene Saison das Champions-League-Endspiel, musste sich dort aber dem FC Barcelona mit 1:3 geschlagen geben. 2014 war schon nach der Gruppenphase Schluss, ein Jahr zuvor scheiterten Vidal und seine Kollegen im Viertelfinale gegen Schweinsteigers Bayern.
Die persönlichen Werte des Chilenen können sich aber dennoch sehen lassen. Er machte insgesamt 27 Spiele, schoss neun Tore und bereitete zwei Treffer vor. Vidal brachte es auf neun Verwarnungen.
Schweinsteiger mit besserer Passquote
In Punkto Passquote hatte der Deutsche in der vergangenen Saison indes die Nase vorne. Wettbewerbsübergreifend brachte er 87 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler. Vidal kam "nur" auf 81 Prozent . Auch bei den gewonnenen Zweikämpfen liegt Schweinsteiger leicht vorn. Er konnte 51,8 Prozent seiner Duelle für sich entscheiden, Vidal ging in 51 Prozent der Fälle als Sieger hervor.
Das Fazit:
Sowohl in der Liga, als auch in der Champions League konnte Arturo Vidal in den vergangenen Jahren mehr Treffer erzielen als Schweinsteiger. Er brachte es auch auf mehr Einsätze als der von Verletzungen geplagte Weltmeister. Schweinsteiger brachte es allerdings in der Champions League auf sechs Vorlagen mehr als der Chilene. Dafür legte Vidal in der Liga den Ball deutlich häufiger für seine Mitspieler auf. In Punkto Zweikampfstärke und Passquote kann Schweinsteiger in der vergangenen Saison bessere Werte aufweisen als sein möglicher Nachfolger.
Vidal ist ein anderer Spieler als Schweinsteiger. Doch die nötigen Voraussetzungen, um das topbesetzte Mittelfeld der Bayern zu verstärken, bringt der Chilene auf jeden Fall mit.