Thomas Müllers Mund hat Rockstar-Dimensionen. Macht er ihn auf, drohen ganze Mikrofone darin zu verschwinden. Mick Jagger, Steven Tyler und Freddie Mercury lassen grüßen.
FC Bayern nach Bastian Schweinsteiger: Neue Rolle für Thomas Müller
Müller ist der neue Schweinsteiger
Und aufmachen soll er ihn in Zukunft noch mehr als er es ohnehin schon unaufgefordert tut.
Lahm, Neuer - Müller
Sportvorstand Matthias Sammer wiederholte am Freitagabend nach dem 5:0 des FC Bayern gegen den Hamburger SV seine Ankündigung von vor eineinhalb Wochen: Müller rückt in den innersten Kreis der Münchner vor. Als jetzt dritter Kapitän hinter Philipp Lahm und Manuel Neuer und nächster Schweinsteiger.
Mit 25 Jahren hat Müller schon fast alles gewonnen, im Grunde fehlt ihm nur noch der EM-Titel, um schon jetzt zur Kategorie Beckenbauer, Müller (Gerd) und Hoeneß aufzuschließen. National geht es ohnehin nur noch um Rekorde, hier gibt es schon lange keine ersten Male mehr. Gegen den armen HSV legte er schon wieder mit zwei Treffern los.
Müller hat beste Zeit noch vor sich
Er kann also noch lange Erfolge sammeln mit den Münchnern, deshalb wollen sie ihn unbedingt halten. In ihrer Idealvorstellung hat er seine beste Zeit erst noch vor sich.
Und fast noch wichtiger: Neben Lahm ist er der einzig verbliebene Bayer in der Startelf. Der Kapitän wird bald 32, macht wohl in drei Jahren Schluss.
Neuer "Fußballgott"
Unabhängig von Schweinsteiger ist jetzt also der richtige Zeitpunkt, Müller in Stellung zu bringen. Geht es nach Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge, transferieren die Fans möglichst schnell ihre jetzt noch frei herumwabernde Schweini-Liebe zu Müller und nennen ihn künftig "Fußballgott".
Mit Sätzen wie diesem nach dem Hamburg-Spiel hat er es schnell in die Herzen der Fans geschafft: "Es macht Spaß uns zuzuschauen, auch wenn ich selbst nicht zugeschaut habe."
Die Bayern brauchen Symbole, die ihren Vereinsnamen rechtfertigen, nach all den Diskussionen um zu viele Spanier in der Mannschaft und verschwindende Identität.
Zusammen mit Lahm die Bayern führen
Nach seiner grandiosen Karriere in Rot geht er dann zusammen mit Lahm bei der Vereinsführung in die Lehre und übernimmt später das Kommando. So der Plan.
Seine zum Teil offenen Auseinandersetzungen mit Trainer Pep Guardiola werden ihm dabei zum Vorteil ausgelegt. Müller hat Selbstvertrauen und weiß, was er wert ist, ohne Überheblichkeit. Viel mannschaftsdienlichere Spieler wird der Katalane in seiner Laufbahn nicht kennengelernt haben.
Auswechslungen passen Müller nicht
Ein Grund für einen Wechsel zu Manchester United sind die Episoden zwischen Müller und Guardiola noch lange nicht, auch wenn es dem Weltmeister nicht gefällt, öfter als früher ausgewechselt zu werden.
Laut Sunday Expressverriet Müller jüngst Freunden, er wolle unbedingt zum Verein von Ex-Trainer Louis van Gaal und Spezl Schweinsteiger wechseln. Und so windig sich das anhört, ist es wohl auch.
Millionen aus England sind Bayern egal
United packt für Müller finanziell alles Verfügbare aus, angeblich 85 Millionen Euro und mehr. Verkaufen müssen die Bayern aber sicher nicht.
Allein Rummenigge dürfte das verhindern, der sich sonst komplett unglaubwürdig machen würde. Nach Schweinsteigers Abgang hatte er nämlich verkündet: "Wir werden keine weiteren Spieler an Manchester abgeben."