Moukoko: Darum bleiben Fragen offen

Moukoko: Darum bleiben Fragen offen

Die Fußball-Welt rätselt über das Alter von Youssoufa Moukoko. Nun bestätigt eine Behörde das Alter des Talents von Borussia Dortmund. Dennoch bleiben Zweifel.
Wunderkind? Tormaschine? Dass Dortmunds Youssoufa Moukoko erst zwölf Jahre sein soll, bezweifeln viele. Nun bestätigen aber zwei offizielle Dokumente sein Alter.
Moukoko: Die irre Bilanz des BVB-Wunderknaben
01:39
von S. Schnürle, M. Hoffmann
am 15. Okt

Seit Wochen ranken sich Gerüchte um das Alter von Wunderkind Youssoufa Moukoko.

Eine Behörde hat nun bestätigt, dass der Nachwuchsstürmer von Borussia Dortmund - zumindest laut deutschen Papieren - erst 12 Jahre alt ist.

Der 12-Jährige Youssoufa Moukoko sorgt bei der U17 von Borussia Dortmund für Furore. Trotzdem gibt es jetzt wieder Zweifel an seinem Alter.
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Weiter Verwirrung um BVB-Wunderkind

Wie das Bezirksamt Hamburg Nord der Welt am Sonntag mitteilte, wurde Moukoko am 20. November 2004 in Kameruns Hauptstadt Yaounde geboren. Laut einer Sprecherin ist beim Standesamt Hamburg-Harburg demnach im Jahr 2016 eine Nachbeurkundung der Geburt von Youssoufa Moukoko erfolgt - zwei Jahre, nachdem Moukoko nach Deutschland zog und beim FC St. Pauli als Jugendkicker anheuerte.

Fall gelöst? Ganz so einfach ist es nicht.

U23-Teammanger stellt Alter in Frage

Moukoko hat in acht Partien für Dortmunds U17 bereits 19 Tore erzielt und spielt bereits für die deutsche U 16. Die Gerüchte um sein Alter nahmen zuletzt zu, nachdem der Dortmunder U23-Teammanager Ingo Preuß im Interview bei spox.com das Alter des jungen Kickers in Frage gestellt hatte.

"Ich könnte mir bei Youssoufa vorstellen, dass sein Alter lediglich geschätzt worden ist", hatte dieser gesagt, "vielleicht ist er in Wirklichkeit ein, zwei Jahre älter. Er ist aber mit Sicherheit noch nicht 17", sagte Preuß. Zweifel an Moukokos wahrem Alter äußerten auch viele Fans in den sozialen Medien, ebenso Verantwortliche der Juniorenliga-Konkurrenz.

Dortmunds Nachwuchskoordinator Lars Ricken widersprach dieser Vermutung aber vehement: "Er ist zwölf. Das ist einfach Fakt. Daran gibt es keinen Zweifel."

BVB-Sprecher Sascha Fligge ergänzte am Sonntag: "Uns liegen die Geburtsurkunden vor. Sowohl aus Kamerun als auch aus Deutschland." Nebst beglaubigter Übersetzung.

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Mutter von Youssoufa soll erst 28 Jahre alt sein

Kann der BVB wirklich so sicher sein, dass auf die Urkunden Verlass ist?

Sicher kennt die Antwort Youssoufas Vater Joseph Moukoko, 66. Er ist seit 25 Jahren deutscher Staatsbürger und lebt in Hamburg, seine Mutter Marie Moukoko soll erst 28 Jahre alt sein - das behauptet zumindest Joseph Moukoko und sieht das als weiteren Beweis dafür, dass sein Sohn erst 12 Jahre alt ist. Zudem habe er Youssoufa auch direkt nach dessen Geburt beim Deutschen Konsulat angemeldet, weshalb ihm eine deutsche Geburtsurkunde vorliegen würde.

Das Auswärtige Amt teilte der Welt am Sonntag aber mit: "Die Botschaft in Jaunde (amtliche deutsche Schreibweise, d. Red.) hat keine deutsche Geburtsurkunde für Youssoufa Moukoko ausgestellt." Weiter soll auch keine Nachbeurkundung beim deutschen Konsulat in Kamerun beantragt worden sein.

Häufig Schummeleien in Afrika

Die entscheidende Frage, die bleibt: Stimmt die Realität mit den Unterlagen überein? Alters-Schummeleien sind im afrikanischen Sport immer wieder vorgekommen, man denke an die 26 nigerianischen U17-Spieler, die im vergangenen Jahr durch einen Alterstest der FIFA flogen.

Begünstigt werden solche Vorfälle auch dadurch, dass die Dokumentation von Geburtstagen in den ärmeren Regionen des Kontinents vielerorts lückenhaft ist.

Auf die Frage, ob die Dokumente aus Kamerun geprüft und verifiziert worden seien, antwortete das Hamburger Standesamt unter Verweis auf den Datenschutz nicht. Einen medizinischen Alterstest - der zumindest eine annähernde Sicherheit bringen könnte - soll Moukokos Vater ablehnen.

Das Gerede um Moukoko dürfte nicht so schnell verstummen.