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Bosse des FC Bayern als Verlierer: Der Kovac-Deal im SPORT1-Kommentar

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Bosse des FC Bayern als Verlierer: Der Kovac-Deal im SPORT1-Kommentar

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Kovac-Deal: Bayerns Bosse als Verlierer

Kovac-Deal: Bayerns Bosse als Verlierer

Dem FC Bayern gelingt mit Niko Kovac eine fachlich gute Wahl, doch das Verhalten der Bosse ist fragwürdig. SPORT1-Kommentar von Ivo Hrstic, Chefredakteur Digital.
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© SPORT1-Grafik: Getty Images/Imago

Eigentlich hätte ich dem FC Bayern gerne zu Niko Kovac gratuliert. Mit dem Kroaten haben Bayerns Bosse einen Top-Fachmann als Trainer verpflichtet - auch wenn er bislang keinen Titel gewinnen konnte.

Der 46-Jährige ist ein junger eloquenter Trainer, der schon mit Kroatiens Nationalmannschaft gute Arbeit geleistet hat. Mit Eintracht Frankfurt ist er sportlich sogar noch erfolgreicher.

Kovac hat jedenfalls bewiesen, dass er auch mit schwierigen Stars - siehe Kevin-Prince Boateng - genauso gut umgehen kann wie mit jungen entwicklungsfähigen Talenten. Mit seinem Bayern-Gen passt er zudem perfekt zur künftigen, von Hoeneß gewünschten Neuausrichtung des Klubs.

Und doch sind Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß für mich Verlierer dieses Deals. Bayerns Verantwortliche haben bei der Trainerverpflichtung die Grenzen des Anstands und der Kollegialität überschritten.

Nachdem der Wechsel von Niko Kovac zu den Bayern feststeht, attackiert Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic das Vorgehen des Rekordmeisters.
02:03
"Das ist respektlos!" So harsch kritisiert Bobic die Bayern

Dass Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic das Vorgehen der Bayern "respektlos" und "unprofessionell" nennt, ist nachvollziehbar.

Kovac’ Verpflichtung wurde offensichtlich ohne jede Absprache mit der Eintracht eingefädelt. Zu einem Zeitpunkt, da Frankfurt sich noch für die Champions League qualifizieren und ins Pokalfinale einziehen kann.

Sportvorstand Bobic, Sportdirektor Bruno Hübner, alle Spieler und Fans wurden von den rasanten Entwicklungen um ihren Trainer regelrecht überrumpelt. Das stört natürlich die Vorbereitung und Konzentration auf die entscheidende Saisonphase.

Auch wenn die Bayern im Rahmen einer vertraglichen Ausstiegsklausel legitim handelten: Ihr Vorgehen ist für mich im höchsten Maß unkollegial. Besonders stutzig macht, dass die Entscheidung pro Kovac am späten Donnerstagabend auch noch über Medien durchsickerte.

Niko Kovac verrät auf einer Pressekonferenz, wie der schnelle Deal mit dem FC Bayern abgelaufen ist, der ihm zum Nachfolger von Jupp Heynckes macht.
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Kovac verrät: So lief das mit Bayerns Anfrage

Dabei stünde auch einem Rekordmeister und Branchenprimus ein respektvoller Umgang mit Bundesliganachbarn gut zu Gesicht. Zumal die Bayern in dieser Hinsicht nicht das erste Mal negativ aufgefallen sind.

Mario Götzes Wechsel nach München wurde einst ausgerechnet kurz vor dem Champions-League-Halbfinale zwischen Dortmund und Real Madrid öffentlich bekannt.

Das Bild, das die Bayern-Bosse nun bei der Kovac-Verpflichtung abgeben, passt zur verkorksten Trainersuche der vergangenen Monate.

Viel zu lange hofften Rummenigge und speziell Hoeneß darauf, mit Jupp Heynckes weitermachen zu können. Thomas Tuchel wurde ein halbes Jahr lang zu unentschlossen hingehalten.

Die Verpflichtung von Niko Kovac als neuer Bayern-Trainer sorgt für Begeisterung bei Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Noch-Trainer Jupp Heynckes.
00:59
Kovac-Verpflichtung bringt Heynckes ins Schwärmen

Das hat den Klub nach Tuchels Absage in arge Trainer-Nöte gebracht, zumal plötzlich kein freier Top-Kandidat mehr auf dem Markt zu finden war. Letztlich wurde es derjenige, der sich eine Ausstiegsklausel im Vertrag hat zusichern lassen: Niko Kovac.

Eine vermeintliche C-Lösung wird nun also neuer Bayern-Trainer - ein glücklicher Einstand ist das sicher nicht.

Ich wünsche Niko Kovac und dem FC Bayern alles Gute. Übrigens genauso so sehr wie der bedauernswerten Frankfurter Eintracht.