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Bezahlt Bayern die Klub-WM teuer?

Bezahlt Bayern die Klub-WM teuer?

Der FC Bayern holt in Katar das "Sextuple". Eine Woche später ist die Freude verflogen und Trainer Hansi Flick hat viele Sorgen - die die Saisonziele gefährden.
Beim FC Bayern München hat sich der nächste Spieler mit dem Coronavirus infiziert. Wie der FC Bayern bestätigt, wurde Benjamin Pavard positiv getestet.
Lukas von Hoyer
Lukas von Hoyer
von Lukas von Hoyer

Nun hat sich also auch Benjamin Pavard mit dem Coronavirus infiziert - so hieß es am Donnerstagmorgen. Es hat also auch den Spieler erwischt, der den FC Bayern im Finale der Klub-WM vor einer Woche zum "Sextuple" geschossen hatte. Ein dumpfer Schlussakkord einer umstrittenen Reise - die noch teuer werden könnte. 

Nach Javi Martínez und Leon Goretzka, die sich vor der WM infiziert hatten, sowie Thomas Müller ist der Franzose bereits der vierte Akteur des deutschen Rekordmeisters, der in den letzten Tagen einen positiven Test erhielt. Ob die Infektionen Müllers und Pavards auf die Reise nach Katar zurückzuführen sind, ist nicht zweifelsfrei geklärt. Pavard befinde sich in "häuslicher Quarantäne. Dem Abwehrspieler geht es gut", hieß es in einer kurzen Mitteilung des FCB. 

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Eine bittere Nachricht ist es für Bayern-Coach Flick und das Team trotzdem, denn es ist der nächste Ausfall und außerdem die nächste Ungewissheit. Schließlich ist nie klar, wie eine Person das Virus wegsteckt und wie schnell sie wieder bereit ist, Höchstleistungen zu bringen. 

In Anbetracht der Personalsituation steht Flick kurz nach dem großen Triumph in Doha wohl die eine oder andere schlaflose Nacht bevor. Und es kommen noch einige weitere Faktoren hinzu, welche die Frage aufwerfen, ob die Bayern die Klub-WM noch teuer bezahlen. 

Die Corona- und Verletzungssituation

"Hoffentlich bis bald", hatte Müller vor wenigen Tagen in einer Videobotschaft gesagt, die er nach seiner Infektion aufgenommen hatte. Dieser Satz zeigt, welche Planungsschwierigkeiten Flick derzeit hat. 

Über Instagram meldet sich Thomas Müller aus der Quaräntäne. Während der Klub-WM in Katar hatte sich der Bayern-Star mit COVID-19 infiziert.
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Auf Müller-Art: Hier meldet sich der Bayern-Star aus der Quarantäne

Der genaue Zeitpunkt der Rückkehr von Müller, Martínez, Goretzka und nun auch Pavard ist nicht zu bestimmen. Klar ist, dass Letzterer das Bundesliga-Spiel am Samstag bei Eintracht Frankfurt (Bundesliga: Eintracht Frankfurt - FC Bayern, Sa., ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) und auch das Achtelfinal-Hinspiel am Dienstag gegen Lazio Rom verpassen wird. 

Das ist ein Problem, denn hinten rechts ist - mal wieder - eine Problemstelle der Bayern.

Beim ersten Spiel nach der Klub-WM gegen Arminia Bielefeld bot Flick Bouna Sarr eine Chance, sich als Rechtsverteidiger zu empfehlen. Die maue Vorstellung des Franzosen dürfte einen gegenteiligen Effekt gehabt haben. Der 29-Jährige zeigte sich in der Defensive wacklig und konnte in der Offensive kaum Impulse setzen. 

In Abwesenheit des Franzosen wird mit Niklas Süle daher wohl wieder ein eigentlicher Innenverteidiger nach rechts rücken. Eine ideale Lösung ist das nicht - auch weil mit Jérôme Boateng ein weiterer Verteidiger nach seinem privaten Schicksalsschlag noch auf ungewisse Zeit nicht zur Verfügung steht. 

Auch im Mittelfeld steht für Flick das eine oder andere Fragezeichen, denn Serge Gnabry ist auch ein Opfer der Klub-WM geworden - er hatte  sich im Finale einen Faserriss zugezogen. 

Da auch mit Martínez und Goretzka derzeit zwei Mittelfeldspieler ausfallen, ist Flicks Spielraum im Mittelfeld enorm eingeschränkt. Gegen Bielefeld löste er die Situation mit David Alaba und Corentin Tolisso auf den zentralen Positionen. Gerade Alaba dürfte allerdings wieder weiter hinten gebraucht werden.

Wegen der angespannten Personalsituation hatte zudem Eric Maxim Choupo-Moting gegen Bielefeld im offensiven Mittelfeld spielen dürfen. In seinen Joker-Einsätzen liefert 31-Jährige in der Regel verlässlich sehr ordentliche Leistungen, eine Offenbarung war sein Startelf-Einsatz allerdings nicht. Beim 3:3 gegen Bielefeld galt das allerdings für keinen der Bayern-Akteure. 

Keine Aussicht auf Erholung

Das enttäuschende Remis wirkt wie eine Warnung für den FCB - aus mehreren Blickwinkeln.

Das Programm war durch die Klub-WM im fernen Kater heftig - und ruhiger wird es nicht. Immerhin fällt mit dem Beginn der K.o.-Phase in der Königsklasse auch gleichzeitig der Startschuss für die entscheidenden Wochen einer jeden Saison. 

Wer an der Säbener Straße dachte, dass Pflichtaufgaben in der Bundesliga auf Halbgas erledigt werden können, der sah sich spätestens beim Blick auf die Anzeigetafel gegen die Arminia getäuscht. 

Die angespannte Personalsituation ist daher mit umso größerer Besorgnis zu betrachten. Backups wie Sarr und Choupo-Moting konnten bei ihrer Startelf-Chance nicht zeigen, dass sie Ausfälle vergessen machen können. Der zweite Anzug zwickt. 

Flick würde seinen Leistungsträgern gerne hin und wieder Pausen geben. Das Spiel gegen Bielefeld hat allerdings gezeigt, dass das gefährlich ist. 

Die Bayern sind Tabellenführer, ja. Einen gänzlich beruhigenden Vorsprung haben sie sich allerdings bislang nicht erspielt.

Wenn es schlecht läuft, dann sind von den sieben Punkten Vorsprung in der Bundesliga - mit denen die Bayern nach der Rückkehr aus Katar in München gelandet waren - nur noch zwei übrig. 

Der nächste Gegner: die Mannschaft der Stunde

Bei dieser Aussicht dürfte es den Bayern nicht gerade recht kommen, dass sie nun ausgerechnet bei der Mannschaft der Stunde antreten müssen. 

Die Adler gleiten derzeit von Sieg zu Sieg. In der Bundesliga haben sie acht der letzten neun Partien gewinnen können. Seit Mitte Dezember sind sie ungeschlagen - und spielen teilweise begeisternden Fußball. 

Mit André Silva wartet der zweitbeste Torschütze (18 Treffer) in dieser Saison auf die - gegen Bielefeld zuletzt wieder wacklige - Defensive der Bayern. 

Wenn die Münchner in Frankfurt ausrutschen sollten, kann das Meisterrennen in der Bundesliga heißer werden, als es Flick und Co. lieb ist. Und die Champions League steht nun auch an, sie verzeiht keine Fehler. 

Sollte den Bayern im Kampf um die beiden Titel, die sie nach dem blamablen Aus im DFB-Pokal in Kiel noch erreichen können, die Luft ausgehen, dürften die Verantwortlichen und Spieler womöglich kritisch an Katar und die Folgen der Klub-WM zurückdenken.