Gräfe-Aus? Matthäus mit Klartext

Gräfe-Aus? Matthäus mit Klartext

Manuel Gräfe muss seine Schiri-Karriere aus Altersgründen beenden. Freiburg-Kapitän Christian Günter übt Kritik, auch Lothar Matthäus fordert ein Umdenken.
Beim Remis zwischen Hoffenheim und Freiburg sorgt die Elfmeterszene kurz vor Schluss für Zündstoff. Aus Sicht von TSG-Trainer Sebastian Hoeneß hat die Szene einen "Beigeschmack".
"Bisschen Beigeschmack!" Hoeneß kritisiert VAR-Eingriff
01:36
Lisa Obst
von SPORT1
am 24. Apr

Kapitän Christian Günter vom SC Freiburg hat vehement für einen Verbleibt von Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) in der Eliteklasse plädiert.

"Ich muss eine Lanze für ihn brechen", sagte Günter nach dem 1:1 (0:1) am Samstag gegen die TSG Hoffenheim bei Sky: "Er ist einer der besten, wenn nicht der beste Unparteiische."  (Bundesliga: Die Tabelle)

Günter appelliert wegen Gräfe an DFB

Laut dem SC-Kapitän hat Gräfe, der das badische Duell leitete, "eine überragende Spielleitung auf dem Platz": "Und er ist fit. Man sollte darüber nachdenken, ob so jemand nicht dabei bleiben sollte, so lange er so fit ist."

Ähnlich sah das auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus in seiner Funktion als Sky-Experte: "Ein Fußballspieler muss auch nicht mit 35 aufhören, wenn er noch Leistung bringt."

Baumann: "Ich könnte meckern, aber er hat einfach recht!"

Neben Günter hatte sich auch TSG-Torhüter Oliver Baumann lobend über den Referee geäußert - insbesondere in Bezug auf die heiß diskutierte Elfmeterszene, in der Gräfe nach Videobeweis einen Tritt von Kevin Vogt mit einem Strafstoß ahndete.

"Manuel Gräfe macht das überragend, er schaut es sich in Ruhe an, völlig sachlich und erklärt es gut. Ich könnte auch meckern, aber er hat einfach recht!", sagte Baumann und forderte daher: "Er darf nicht aufhören. Er muss weitermachen. Er ist ein super Schiri. Es ist völlig egal, wie alt er ist. Wenn er gute Entscheidungen trifft und noch gut über den Platz kommt, so lange ist alles gut."

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Streich wünscht sich andere Regelung

SC-Trainer Christian Streich stimmte in die Lobeshymnen mit ein. "Er ist ein sehr guter Schiedsrichter, er tut viel dafür, dass das Spiel läuft, er hat ein total gutes Gefühl für Situation und wird voll akzeptiert von den Spielern", sagte Streich. "Es gibt die Regelung, darüber lässt sich streiten. In anderen Ländern wird es anders gemacht. Aber irgendeine Linie musst du haben, wenn sie die Linie haben, dann sollen sie es so machen." Er würde es allerdings begrüßen, wenn die guten Schiedsrichter, die so viel Erfahrung haben, so lange pfeifen dürften, wie es körperlich geht.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte unter der Woche entschieden, an seiner umstrittenen Altersgrenze für die Schiedsrichter festzuhalten. Deshalb müssen der ehemalige FIFA-Referee Gräfe sowie seine Kollegen Guido Winkmann und Markus Schmidt, die allesamt im vergangenen Jahr 47 Jahre alt geworden sind, nach der Saison "in Rente" gehen.

Nach ihrem Ausscheiden bei den Elite-Schiedsrichtern können Gräfe, Winkmann und Schmidt künftig weiterhin als Video-Assistenten eingesetzt werden.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)