Was Comans Zahavi-Mandat bedeutet

Was Comans Zahavi-Mandat bedeutet

Kingsley Coman hat dem berüchtigten Berater Pini Zahavi ein Mandat erteilt. Das sorgt für Unruhe in München - und wohl auch für einen neuerlichen Transfer-Poker.
Kingsley Coman hat einen neuen Berater: Will Pini Zahavi, den Uli Hoeneß im CHECK24 Doppelpass einst als "geldgierigen Piranha" bezeichnete, seinen Mandaten nach England lotsen?
"Wollt ihr Coman?" Bayern droht Ärger durch neuen Berater
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Lukas von Hoyer
von Lukas von Hoyer
am 25. Mai

Beste Freunde werden die Verantwortlichen des FC Bayern und Pini Zahavi wohl nicht mehr. 

Der erfahrene Star-Berater ist in München alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Er vertritt David Alaba, der nach langen Hin und Her letztlich seinen Abschied aus München erklärte. Und er vertritt Robert Lewandowski, von dem ein Abschied das Letzte ist, was sie an der Säbener Straße wollen. Und nun vertritt Zahavi auch noch Kingsley Coman

Für den Franzosen, der auch weiter von seinem Vater beraten wird, erhält Zahavi das England-Mandat. Er soll also einen Wechsel nach England ausloten. Oder genauer: Zahavi soll englische Vereine abklappern und fragen, ob sie denn Interesse an Coman hätten und was dieser ihnen Wert wäre. 

Was bedeutet diese Entwicklung für den FC Bayern? Oder anders gefragt: Muss der deutsche Rekordmeister wieder mal Angst vor dem "Piranha" haben?

Wer ist überhaupt Zahavi?

Zahavi sei ein "geldgieriger Piranha". So sagte es Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß im CHECK24 Doppelpass, als die Vertragsverhandlungen mit Alaba ins Stocken gerieten. 

Wer den 77-Jährigen reden hört, der kann sich gar nicht vorstellen, dass es so schwierig ist, mit ihm Geschäfte zu machen. Der Israeli ist höflich, spricht ruhig und besonnen und hat oftmals einen lustigen Spruch auf den Lippen. 

Zahavi selbst hält seine Verlässlichkeit für eine seiner größten Stärken. Er war lange Jahre Sportjournalist, ehe er in die Berater-Szene wechselte. Auch deswegen weiß er, wie er seine Mandanten bestens in Szene setzen kann - so viel ist unumstritten. 

Im CHECK24 Doppelpass erläutert Uli Hoeneß den Stand bei den Vertragsverhandlungen von David Alaba und kann sich eine Spitze gegen dessen Berater nicht verkneifen.
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"Geldgieriger Piranha!" Hoeneß schießt gegen Alaba-Berater

Doch was steckt hinter der Zusammenarbeit mit Coman, soll er tatsächlich einen Wechsel einleiten oder nur die Verhandlungsposition seines Mandanten in München verbessern? 

Coman liebäugelt mit Wechsel

Die Tatsache, dass Coman sich an Zahavi wendet, lässt zunächst nur einen logischen Schluss zu: Der 24-Jährige scheint tatsächlich mit einem Wechsel nach England zu liebäugeln. 

Sein Vertrag in München läuft noch bis Sommer 2023. Bei den Bayern hat sich der Flügelflitzer zu einem Leistungsträger entwickelt, der eine eingebaute Titel-Garantie mitgebracht hat: In jedem Jahr seiner Karriere hat er die Meisterschaft gewonnen. Sechsmal mit den Bayern, zweimal mit Paris Saint-Germain und einmal mit Juventus Turin. Im Jahr 2016 wurde er sogar zweimal Meister, in Deutschland und Italien. 

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Es besteht kaum ein Zweifel, dass Coman für jedes Topteam eine Bereicherung wäre. Unter Flick war er der beste Flügelspieler der Bayern und damit auch ein Garant für das Sextuple. Im Finale der Champions League erzielte er gegen Ex-Klub PSG sogar das Goldene Tor. 

Nun will Coman für seine beeindruckende Entwicklung offenbar belohnt werden. Er wäre bereit, den Klub für einen großen Vertrag zu verlassen - vor allem in Richtung England. 

Bieten die Bayern Coman eine Vertragsverlängerung an?

Belohnt werden könnte Coman aber auch von den Bayern. Eine Gehaltserhöhung könnte der Offensiv-Star schließlich auch an der Säbener Straße erhalten. 

Daher muss die Situation von allen Beteiligten von Anfang an richtig eingeschätzt werden. Zahavi wird nicht nur englische Klubs abklappern, er wird - wenn nötig - auch mit den Verantwortlichen in München sprechen. Er kennt sie gut genug. 

Die Entscheidung von Coman für Zahavi ist mit Sicherheit der Beginn eines Pokers. Zahavi wird andere Klubs interessant machen und wohl auch potenzielle Abnehmer finden. Manchester United, der FC Chelsea und Manchester City sollen laut Informationen von Sky Sports bereits Interesse signalisiert haben. 

Das erhöht den Druck auf Hasan Salihamidzic, Oliver Kahn und Co.. Der Poker rund um Alaba hat gezeigt, dass beide Seiten nicht nachgeben. 

Kingsley Coman soll ein erstes Angebot zur Vertragsverlängerung bei den Bayern abgelehnt haben. Was bedeutet das für die Zukunft des 24-Jährigen?
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So gut ist Coman im Vergleich mit Neymar und Mané wirklich

Durch den Vertrag bis 2023 haben die Bayern allerdings eine deutlich komfortablere Situation als bei dem Österreicher. Sie könnten Coman auch noch im nächsten Sommer verkaufen, oder dann seinen Vertrag verlängern. Es muss also keine zeitnahe Entscheidung fallen. 

Trotzdem sorgt der "Piranha" für Unruhe in der bayerischen Landeshauptstadt. Der Verlust von Alaba hat wehgetan. Bei aller Etikette und Zuverlässigkeit - Zahavi hat gezeigt, dass er beißen kann.