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Schluss mit den Experimenten, Oliver Glasner!

Schluss mit den Experimenten, Oliver Glasner!

Eintracht Frankfurt hat gegen Olympiakos Piräus einen überzeugenden Europa-League-Auftritt hingelegt. An diesem Gerüst muss Trainer Oliver Glasner festhalten und einen Spieler dauerhaft einsetzen, meint SPORT1-Reporter Christopher Michel.
Oliver Glasner erklärt nach dem Spiel gegen die Hertha, dass es egal sei, welches System die Mannschaft spielt, solange die Umsetzung nicht stimmt.
Christopher Michel
Christopher Michel
von Christopher Michel

„Das System ist scheißegal. Die Umsetzung ist oft das Problem und nicht das System.“ Oliver Glasner sah sich in seiner noch recht kurzen Zeit bei der Eintracht stets mit der System-Frage konfrontiert. Dreier- oder Viererkette? Besser Fünferkette? Doch was so „scheißegal“ zu sein scheint, ist es eben nicht.

Eintracht fühlt sich im System mit Dreierkette wohl

Die Frankfurter zeigten beim Erfolg gegen Olympiakos Piräus (3:1), wie wohl sie sich in dieser Anordnung mit Dreierkette (im eigenen Ballbesitz) oder Fünferkette (bei gegnerischem Ballbesitz) fühlen. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Makoto Hasebe dirigierte vor Schlussmann Kevin Trapp souverän von hinten, die Innenverteidiger Martin Hinteregger und Tuta räumten ab, die Sechser Kristijan Jakic und Djibril Sow stopften Löcher und trieben den Spielaufbau voran.

Superstar Filip Kostic und Almamy Touré haben auf den Flügeln nach vorne wie nach hinten sehr gut gearbeitet und in der Offensive fanden Rafael Borré, Goncalo Paciencia und vor allem Daichi Kamada im Zusammenspiel immer wieder Lösungen.

Kamada sollte „Immer-Spieler“ sein

Die Offensivreihe kann dabei durchaus auch flexibel sein, kleinere Anpassungen erhöhen die Unberechenbarkeit. Doch das taktische Grundgerüst, ausgefüllt von erfahrenen Spielern und „Kriegern“ wie Borré und Jakic, sollte sich nun festspielen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Glasner hat als neuer Trainer viel probiert, das Personal auf Herz und Nieren geprüft. Ein logischer Vorgang. Doch Neuzugänge wie Jens Petter Hauge, Jesper Lindström und Sam Lammers benötigen noch Zeit, um sich an die Bundesliga zu gewöhnen.

Sie könnten sich in einer stabilen Mannschaft an Mitspielern wie Kamada orientieren und langsam heranreifen. Der japanische Nationalspieler ist aus der ersten Elf nicht wegzudenken. Der „Raumdeuter“, wie ihn die Eintracht-Analysten nennen, bestimmt den Rhythmus im Spiel der Frankfurter.

Kamada weiß, wann er auszuweichen hat und in welchen Zwischenräumen er sich bewegen muss. Er zählt zu den Stars in der Mannschaft von Glasner, pendelte zuletzt aber zwischen Bank und Platz.

Keine Zeit mehr für Experimente

Doch die Eintracht braucht Kamada, der Spielmacher gehört in Normalform zu der Kategorie „Immer-Spieler“. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Seine Qualitäten kommen in dem gewählten 3-5-2-System am stärksten zur Geltung, so kann er die Angreifer gezielt einsetzen und auch den Strafraum besetzen - wie beim 3:1 passiert. Dazu gilt es seinen Marktwert weiter zu steigern, um ihn möglicherweise millionenschwer zu verkaufen. Auch das gehört bei der Eintracht dazu.

Leistungsträger und zuletzt wieder Top-Performer: Frankfurts Daichi Kamada
Leistungsträger und zuletzt wieder Top-Performer: Frankfurts Daichi Kamada

Die Zeit der Experimente muss nach diesem Erfolg gegen Piräus jedenfalls beendet werden, zu groß ist der Ergebnis-Druck in Bundesliga und Europapokal. Glasner selbst sprach nach dem Sieg gegen Piräus davon, die „richtigen Schlüsse gezogen“ zu haben.

Ohne Linksverteidiger Christopher Lenz ergibt eine Viererkette nur in absoluten Notsituationen Sinn. Die Mannschaft fühlt sich in der Dreierkette sichtbar wohl, vor allem spielt jeder Profi auf seiner richtigen Position und kann so seine Stärken entfalten. Gut gemacht, Oliver Glasner. Im Duell in Bochum (Bundesliga: VfL Bochum - Eintracht Frankfurt ab 19.30 Uhr im LIVETICKER) gilt es nun darauf aufzubauen.

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