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“Vorbild”: AfD lobt Kimmich

“Vorbild”: AfD lobt Kimmich

Die AfD begrüßt Joshua Kimmichs Impfweigerung. Alice Weidel sieht ihn als „Vorbild“ und Opfer in der öffentlichen Debatte.
Über den souveränen 4:0 Erfolg der Bayern gegen die TSG Hoffenheim am Samstag, redete nach dem Spiel kaum einer mehr. Stattdessen bestimmte der Impfstatus von Joshua Kimmich die Gazetten.
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von SPORT1

Die Impfdebatte um Joshua Kimmich beschäftigt Deutschland. Nun hat sich auch die umstrittene Partei AfD positioniert.

„An Joshua Kimmich wird offenkundig ein Exempel statuiert, um die Bürger weiter in Panikstimmung zu versetzen. Statt Stimmung für neue Einschränkungen zu machen, ist es längst an der Zeit, zur Eigenverantwortung des Einzelnen für seinen Gesundheitsschutz zurückzukehren. Joshua Kimmich kann in dieser Hinsicht durchaus als Vorbild dienen“, erklärte die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel im Deutschen Bundestag.

„Diese Impf-Debatte ist grotesk. Herr Kimmich hat als erwachsener Mensch eine rationale Entscheidung hinsichtlich einer medizinischen Behandlung getroffen. Diese Entscheidung ist seine Privatsache; sie ist ebenso zu respektieren wie die eines jeden anderen Bürgers, der sich für oder gegen eine Corona-Impfung entscheidet“, sagte Weidel weiter.

„Dass Herr Kimmich nun laufend genötigt wird, sich für seine persönliche Entscheidung zu rechtfertigen, ist übergriffig und offenbart eine bedenkliche Ausbreitung von konformistischem Bevormundungs-Denken“, wetterte die 42-Jährige.

Bayern-Trainer Flick ging gegen AfD vor

Dass Kimmich nun von der AfD instrumentalisiert wird, dürfte dem Bayern-Star und Nationalspieler sicherlich nicht gefallen.

Ähnlich ging es auch Bundestrainer Hansi Flick, damals noch in seiner Funktion als Bayern-Coach. Flick war gegen den AfD-Bundestagsabgeordneten Johannes Huber vorgegangen. „Ich möchte mit dieser Partei nicht in Verbindung gebracht werden. Das sind nicht meine Überzeugungen, nicht meine Werte, die diese Partei vertritt. Deshalb ist es klar, dass ich mit allen Möglichkeiten dagegen vorgehe“, hatte Flick erklärt.

Der Politiker der rechtspopulistischen Partei hatte ein Bild von Flick mit der Überschrift „Bayern-Trainer Flick kontert Lauterbach“ versehen und den Coach mit dem Satz zitiert: „Man kann die sogenannten Experten langsam nicht mehr hören.“

Flick hatte sich später mit Lauterbach ausgesprochen.

Zu Kimmich nahm am Montag auch die Bundesregierung Stellung. Er hoffe darauf, dass Kimmich alle verfügbaren Informationen über die in der EU zugelassenen Impfstoffe „noch einmal auf sich wirken lässt“ und sich doch noch gegen COVID-19 immunisieren lasse, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

„Es ist wichtig, dass es einen Meinungsaustausch gibt. Jeder muss dann für sich entscheiden, ob man zu allem seinen Senf abgeben muss. Es gibt Experten, die sollten sich äußern. Ob das jetzt die Bundesregierung machen muss, muss sie selbst wissen. Ich bin froh, wenn sich alle wieder auf ihren Job konzentrieren“, sagte Bayern-Coach Julian Nagelsmann auf einer PK dazu.

Der Impfstatus von Joshua Kimmich wird vor dem Spiel des FC Bayern gegen die TSG Hoffenheim zum Thema. Teamkollege Thomas Müller hat nach dem Spiel einen Rat für Kimmich parat.
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Das rät Müller Kimmich

Auch Gesundheitsexperte Karl Lauterbauch hatte Stellung zu dem prominentesten Streitfall in Fußball-Deutschland Stellung bezogen. „Ich persönlich bin davon ausgegangen, dass er geimpft ist. Dass er es nicht ist, ist nicht gut. Wenn er sagt, er wartet ab, dann ist das schwierig“, erklärte der SPD-Politiker im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1.

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