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Vernichtende Kritik an Zwayer

Vernichtende Kritik an Zwayer

Manuel Gräfe ist ein großer Kritiker von Felix Zwayer. Nach dem von strittigen Szenen überschatteten Topspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern wählt er klare Worte.
Schiedsrichter Felix Zwayer äußert sich zu den beiden strittigen Szenen im Liga-Gipfel zwischen Borussia Dortmund und Bayern München.
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von SPORT1

Der FC Bayern besiegt Borussia Dortmund in einem Spitzenspiel, das den Namen verdient hat - gesprochen wird nach dem 3:2-Erfolg der Münchner aber vor allem über die strittigen Entscheidungen von Schiedsrichter Felix Zwayer.

Kritik gab es nicht nur von den unterlegenen Dortmundern. „Es waren schon sehr schwierige Szenen, sie sind aber halt unterschiedlich bewertet“, sagte der ehemalige Top-Schiedsrichter Manuel Gräfe in seiner Funktion als Experte beim ZDF. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Die Entscheidungen seien „heute zu wirklich Lasten des BVB ausgefallen und leider damit auch spielentscheidend zum Schluss. Das gehört zu einem Spitzenspiel auch dazu, dass ein Spitzenschiedsrichter das im Gespür hat und das richtig abarbeitet.“

Der langjährige Bundesliga-Referee sparte nicht mit Kritik an Zwayer, als er zusammen mit Dortmunds Trainer Marco Rose zu den kritischen Entscheidungen im Klassiker befragt wurde.

„Mal ist der Schiedsrichter rausgegangen, mal nicht. Es fehlte die Balance in dem Spiel“, monierte Gräfe. Zwayer hatte erst nach Hinweis des VAR auf Elfmeter für Bayern entschieden, vorausgegangen war ein Handspiel von Mats Hummels.

Gräfe: Zwayer dürfte eigentlich nicht mehr pfeifen

Während er sich die Szene vor dem 3:2-Siegtreffer durch Robert Lewandowski noch einmal selbst am Monitor anschaute, hatte er vorher in einer strittigen Szene auf der anderen Seite darauf verzichtet. Marco Reus war von Lucas Hernandez elfmeterwürdig gefoult worden. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

„Natürlich muss man jede Szene einzeln sehen. Und in jeder Szene gab es Argumente dafür und dagegen. Aber man kann sich nicht immer die Argumente gegen einen Elfmeter zurechtlegen und dann in der Szene nimmt man die Argumente für einen Elfmeter“, sagte Gräfe.

Der 48-Jährige, der die Pfeife wegen der Altersregel des DFB an den Nagel hängen musste, kritisiert Zwayer nicht zum ersten Mal scharf. Weil dieser 2005 in den Wettskandal um Robert Hoyzer verwickelt war, sagte er im Sommer: „Wer einmal Geld angenommen und Hoyzers Manipulation ein halbes Jahr verschwiegen hat, sollte keinen Profifußball pfeifen.“

Dass Zwayer trotz „durchschnittlicher Leistungen“ vom DFB noch befördert worden sei, könne er nicht verstehen. Gräfe war an der Enthüllung des Eklats beteiligt. Auf den Hoyzer-Skandal verwies er nach dem Dortmund-Spiel zwar nicht mehr, ein BVB-Spieler tat es dagegen sehr wohl.

Jude Bellingham sagte: „Du gibst einem Schiedsrichter, der vorher schon mal ein Spiel verschoben hat, das größte Spiel in Deutschland. Was erwartest du dann?“

Es geht nicht nur um zwei Entscheidungen

Zum Hintergrund: Zwayer half zwar dabei, den Manipulationsskandal aufzudecken, ein 2014 von der Zeit veröffentlichtes DFB-Sportgerichtsurteil offenbarte jedoch, dass er für sechs Monate gesperrt worden war, weil er es unter anderem zunächst versäumt hatte, ihm bekannte Manipulationen von Hoyzer zu melden.

Gräfe bescheinigte Zwayer im Bundesliga-Topspiel vom Samstag zwar eine großzügige Linie, merkte aber gleich mehrere kritische Szenen an. „Es gab aber in der ersten Halbzeit die Szene Handspiel Davies, es gab die Szene Lewandowski gegen Haaland, da ist die Frage, ist das Foul auf der Linie oder nicht und es gibt die dritte Szene mit Hernandez.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Für Rose war die Sache derweil klar. Reus hätte einen Elfmeter zugesprochen bekommen müssen. Und das Handspiel von Hummels? „Thomas Müller hat auch erst den Arm bei Mats auf der Schulter, deswegen hat Mats vielleicht auch so eine gewisse Schutzreaktion, dadurch nimmt er selber den Arm ins Spiel.“

Dass Zwayer sich nicht beide Szenen am Spielfeldrand vorspielen ließ, machte ihn fassungslos: „Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen und aufhören soll. Er sieht es nicht, aber dann haben wir die Möglichkeit nochmal rauszugehen und es zu überprüfen.“

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