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BVB feiert 3:2-Sieg bei Eintracht Frankfurt - alte Schwäche beim Wild-West-Duell

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BVB feiert 3:2-Sieg bei Eintracht Frankfurt - alte Schwäche beim Wild-West-Duell

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BVB-Comeback in Frankfurt

BVB-Comeback in Frankfurt

Borussia Dortmund fährt in Frankfurt einen denkwürdigen Comeback-Sieg ein. Der BVB dreht die Partie erst in der Schlussphase.
Borussia Dortmund dreht einen 0:2-Rückstand in Frankfurt. Nach dem Spiel amüsiert sich Marco Rose über eine Frage eines Reporters.
. SPORT1
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von SPORT1

Das neue Jahr beginnt mit einem Paukenschlag für Borussia Dortmund - mit einer furiosen Aufholjagd und einem denkwürdigen Comeback!

Lange Zeit hatte es für den BVB bei Eintracht Frankfurt nach einer weiteren Enttäuschung ausgesehen, doch dann drehten Jude Bellingham (87.) und Mo Dahoud (89.) die Partie für die Schwarz-Gelben in den Schlussminuten. Aus dem 1:2 wurde ein 3:2 (0:2)-Sieg für die Borussia. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Der Rückstand auf die coronageplagten Bayern schmolz nach deren 1:2 gegen Borussia Mönchengladbach auf sechs Punkte. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

BVB wieder mit „Wild-West-Fußball“

„Diese Siege schmecken besonders gut“, freute sich Dortmunds Emre Can bei Sky: „Ich weiß nicht, wer alles noch dran geglaubt hat, aber wir als Mannschaft haben noch daran geglaubt. Wir haben alle daran geglaubt, sonst kann man so ein Spiel nicht noch rumreißen.“

Es gab allerdings trotz aller Euphorie auch wieder reichliche alte Probleme beim BVB, durch die sich die Dortmunder erst ihr 0:2-Loch gruben.

Denn wieder hatte sich das Team leichte und unnötige Gegentore gefangen - was auch Abwehrchef Mats Hummels nervte.

„Wir müssen es schaffen, das Spiel dominant zu gestalten und nicht offen und Wild-West-Fußball, hin und her“, meinte der Routinier: „Das haben wir in großen Teilen dann gut geschafft. Wenn wir etwas gewinnen wollen, dann brauchen wir dieses Energielevel 90 Minuten lang – und zwar jede Woche.“

Der FC Bayern hat das Topspiel des 14. Bundesliga-Spieltags mit 3:2 in Dortmund gewonnen. Im Fokus der Partie war vor allem Schiedsrichter Felix Zwayer.
06:16
Übersehen? Hier spielt Davies den Ball im Strafraum mit der Hand

Das Dauerproblem bleibt aber die Defensive. „Das ist das ganz große Thema für uns: Wir kassieren ständig Tore aus Situationen, aus denen einfach keine Tore fallen dürfen. Gegen Berlin war das der Fall und auch gegen Bayern durch mich. Das passiert uns viel zu oft. Stabilität ist das, was wir uns ganz oben auf die Fahne schreiben müssen, wenn wir irgendetwas erreichen wollen“, analysierte Hummels mit kühlem Kopf nach einem heißen Match.

Borre schnürt Doppelpack - Hazard mit Anschlusstreffer

Nach der Schwächephase zum Ende der Hinrunde hatte BVB-Trainer Marco Rose vor der Partie Fußball mit „Ausstrahlung“ und „Haltung“ gefordert. Das klappte zunächst - wenn auch nur eine Viertelstunde. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Frankfurts Rafael Borre schnürte einen Doppelpack (15./24.), der BVB lief einem 0:2 hinterher. Vor dem zweiten Tor des Kolumbianers unterlief ausgerechnet BVB-Kapitän Marco Reus ein folgenschwerer Fehler. Im zweiten Durchgang gelang Thorgan Hazard der Anschlusstreffer und die Frankfurter wurden zunehmend passiv.

„Wir haben komplett die Struktur verloren. Das war unser größter Fehler“, sagte Frankfurts Timothy Chandler: „Wir haben komplett kopflos gespielt in der zweiten Halbzeit und dann geht uns auch noch die Kraft aus.“

Glasner: „Wie Kaninchen vor der Schlange“

Seinem Trainer Oliver Glasner war die Enttäuschung anzumerken: „Solche Topspiele werden von Kleinigkeiten entschieden. Wir haben die Chance auf das 3:0 und machen dann den Fehler.“

Mit zunehmendem Druck des BVB habe seine Mannschaft dann der Mut verlassen, haderte der Eintracht-Coach: „Das ist dann ein bisschen wie das Kaninchen vor der Schlange. Man will alles auf Sicherheit machen, aber das ist in der Regel schlecht. Man muss den Gegner in seiner Defensive beschäftigen. Dafür sind heute bitter bestraft worden.“

Nach der 2:3-Niederlage gegen den BVB zeigt sich Frankfurt-Coach Oliver Glasner selbstkritisch und weist auf die gemachten Fehler hin.
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Glasner: Das müssen wir uns vorwerfen lassen

Rose mit Forderungen an seine Spieler

BVB-Coach Rose dagegen war aufgrund der erneuten Wild-West-Einlagen auch nur teilweise zufrieden. Zwar sei das Spiel „ein Beispiel dafür, wie es aussehen soll“ - aber auch wenn der BVB „sehr gut reingekommen“ war, ging es nach dem Standardtor einmal mehr dahin: „Wir hatten wieder eine Phase, wo wir zu viele Fehler gemacht haben. Unsere erste Hälfte nicht schlecht. Aber es ist zu einfach, gegen uns Tore zu schießen.“

Die Gäste begannen mit ganz viel Dampf und schnürten die Eintracht mit schnellem Passspiel ein. Einen Schuss von Thomas Meunier (2.) lenkte Kevin Trapp mit höchster Mühe an den Pfosten, beim ersten Abschluss von Erling Haaland (4.) hatte der Frankfurter Keeper keine Probleme.

Die SGE, die nach einem uneindeutigen Coronatest kurzfristig auf Djibril Sow verzichten musste, konnte sich in der Anfangsphase auch aufgrund vieler Fehlpässe nur selten befreien - umso größer war der Dortmunder Schock, als Borre nach einem Freistoß mit dem ersten Schuss aufs Gäste-Tor zur Führung traf.

Der Treffer gab den nun entschlosseneren Frankfurtern auch spielerisch sichtlich Aufwind, während bei Dortmund komplett der Stecker gezogen war. Borre nutzte die totale Desorientierung der BVB-Abwehr und einen Fehler von Reus eiskalt zum 2:0, Evan Ndicka (29.) traf nur fünf Minuten später den Pfosten.

Dortmund bestraft passive Frankfurter

Rose feuerte seine verunsicherten Spieler lautstark an, doch denen fiel lange nichts ein, die Offensive um Torgigant Haaland wieder anzukurbeln. Erst nach einem Eckball kurz vor der Pause musste Trapp herausragend gegen Mats Hummels (45.+1) retten, Donyell Malens Nachschuss klatschte an den Pfosten.

Nach dem Seitenwechsel konnten sich die Dortmunder bei ihrem Torhüter Gregor Kobel bedanken, der stark gegen den freien Jesper Lindström (47.) rettete. Die Gastgeber wirkten weiter ideenreicher und spritziger und verwalteten den Vorsprung zunächst clever.

Mit zunehmender Dauer der zweiten Hälfte überließ Frankfurt dem BVB aber mehr Spielanteile. Ein Schuss Haalands strich einen Meter am Tor vorbei (62.), der eingewechselte Hazard machte es wenig später besser.

Die Eintracht wurde immer passiver - das bestraften Bellingham mit seinem dritten Saisontor und Dahoud mit dem umjubelten Siegtor.

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mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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