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FC Bayern: Salihamidzic verpasste ihm Spitznamen - die Geschichte von Louis Ngwat-Mahop

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FC Bayern: Salihamidzic verpasste ihm Spitznamen - die Geschichte von Louis Ngwat-Mahop

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Die irre Story eines Bayerns-Talents

Die irre Story eines Bayerns-Talents

Louis Ngwat-Mahop spielte ein Jahr für die zweite Mannschaft des FC Bayern. Der Kameruner erzählt von einer besonderen Begegnung mit Hasan Salihamidzic und einem Partybefehl von Mats Hummels.
Die Neuzugänge Dayot Upamecano und Marcel Sabitzer konnten bislang noch nicht wirklich überzeugen. Die Kritik an den Transfers des FC Bayern wird daher immer lauter.
. SPORT1
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von SPORT1

Den Durchbruch hat Louis Ngwat-Mahop beim FC Bayern München nicht geschafft. Und doch denkt der heute 34-Jährige bis heute an die Zeit an der Säbener Straße zurück. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

2006 kam er aus seiner Heimat Kamerun zum Rekordmeister. Der Kontakt lief über einen Spielerberater mit dem Namen Yalla Krüger, der Beziehungen zu Franz Beckenbauers Sohn hatte.

Krügers Cousin lebte zu diesem Zeitpunkt in Kamerun. „Dort hat er mich zufällig spielen gesehen und Yalla von mir erzählt“, erzählte Ngwat-Mahop bei Spox und Goal.

Krüger brachte ihn schließlich beim Rekordmeister unter. Doch erst musste sich Ngwat-Mahop noch im Probetraining gegen zwei andere Angreifer durchsetzen.

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„Beim ersten Training hat uns Hermann Gerland 20 Minuten lang über den halben Platz Zwei-gegen-Zwei spielen lassen. Das war wirklich anstrengend.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Disco-Besuch mit Hummels

Nach dem Training habe Gerland zu Krüger gesagt, dass ihm Ngwat-Mahops Körpersprache nicht gefalle, „weil ich den Kopf immer hängen lasse. In Deutschland heißt das, dass man müde oder traurig ist - aber das war ich gar nicht. Am zweiten Tag habe ich meinen Kopf ganz hochgehalten.“

Louis Ngwat-Mahop (li.) spielte gemeinsam mit Mats Hummels (Mi.) für die Reserve der Bayern
Louis Ngwat-Mahop (li.) spielte gemeinsam mit Mats Hummels (Mi.) für die Reserve der Bayern

Im Anschuss bekam er einen Vertrag über zwei Jahre für die zweite Mannschaft. „Ich habe nicht einmal nachgeschaut, wie hoch mein Gehalt ist. Für mich war es ein Traum, zu Bayern zu wechseln“, sagte er.

Dort lernte er auch den jungen Mats Hummels kennen, der zu diesem Zeitpunkt ebenfalls für die Bayern-Reserve kickte. „Einmal kam Mats Hummels mit zwei anderen Mitspielern zu mir und meinte: ‚Komm‘ Louis, heute gehen wir zusammen in die Disco! Du musst mitkommen!‘ Dann waren wir tatsächlich in der Disco.“

Den Abend hat Ngwat-Mahop in guter Erinnerung. „Wir haben viel getanzt. Mats konnte super tanzen. Es war ein lustiger Abend.“ Nach dem Training seien sie zudem manchmal gemeinsam ins Restaurant gegangen.

Salihamidzic verpasst Ngwat-Mahop Spitznamen

Während seiner Zeit bei den Bayern hatte Ngwat-Mahop einen ganz besonderen Spitznamen: Louis Vuitton. Verpasst hat ihm dieser kein Geringerer als der heutige Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Der Spitzname entstand beim ersten Training des Kameruners mit den Profis.

„Am Montag kam Gerland zu mir und meinte: ‚Louis, diese Woche trainierst du nicht bei mir, sondern bei den Profis.‘ Mats durfte gleichzeitig auch oben mittrainieren“, erzählte er. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Er sei ohne Angst hingegangen und gut aufgenommen worden. „Hasan Salihamidzic kam als Erster zu mir und hat mich gefragt, wie ich heiße. Das habe ich ihm gesagt, dann hat er mir den Spitznamen ‚Louis Vuitton‘ gegeben.“

Bayern-Aus wegen gefälschtem Pass

Ngwat-Mahop feierte in dieser Saison sogar sein Bundesliga-Debüt, am 33. Spieltag wurde er für die letzten zwei Minuten gegen Energie Cottbus eingewechselt. Es blieben seine einzigen, nach nur einem Jahr war Schluss in München – und das nicht freiwillig.

Im Vorfeld der Asienreise hatte es Probleme mit seinem Pass gegeben. „Dieser war nämlich gefälscht. Die Geschichte ist lange her und ich kann mich nicht mehr an jedes Detail erinnern. Bei meiner Ankunft aus Kamerun habe ich einen Aufenthaltstitel gebraucht, um in Deutschland spielen zu dürfen“, sagte Ngwat-Mahop.

Im Zuge dessen habe er leider Menschen vertraut, die meinten, dass sie das für ihn regeln würden. „Ohne mein Wissen wurde dann ein französischer Pass für mich gefälscht“, stellte er klar.

Er sei unendlich traurig gewesen, weil er gewusst habe, dass er deshalb nicht bei Bayern bleiben dürfe. „Ich musste für einen Fehler büßen, den ein anderer gemacht hat.“ Letztendlich konnte er bei einer DFB-Anhörung beweisen, dass er nichts mit der Fälschung zu tun gehabt habe.

Dennoch war seine Zeit in München vorbei. Er wechselte zum Nachwuchs von Red Bull Salzburg, später machte er für den Karlsruher SC noch acht Zweitligaspiele. Seit 2020 ist er Trainer beim Nachwuchs des SCR Altach.

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