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Markus Anfang & Impfbetrug: Ex-Werder-Coach erklärt sich

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Markus Anfang & Impfbetrug: Ex-Werder-Coach erklärt sich

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Impfbetrüger Anfang erklärt sich

Impfbetrüger Anfang erklärt sich

Markus Anfang bezieht erstmals öffentlich Stellung zu seinem Impfbetrug. Er spricht über Reue, von Ängsten - und führt auch seinen Vater als Beweggrund mit an.
Ex-Bremen-Trainer Markus Anfang wurde aufgrund seiner Impfpass-Fälschung vom DFB-Sportgericht zu einem Jahr Sperre und einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt.
. SPORT1
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von SPORT1

Er zeigt erstmals öffentlich Reue:

Markus Anfang hat sich nach seiner Überführung als Impfbetrüger und dem Aus bei Zweitligist Werder Bremen ausführlich zu den Vorfällen vom vergangenen Januar geäußert. (NEWS: DFB-Sportgericht bestraft Anfang)

Im Aktuellen Sportstudio des ZDF erklärte der frühere Bundesliga-Trainer: „Ich will mich für das entschuldigen, was ich gemacht habe, ich bin meiner Vorbildfunktion nicht gerecht geworden. Ich habe viele Menschen getäuscht und belogen, ich habe meiner Familie eweninen sehr großen Schaden zugefügt.“

Markus Anfang über Impfbetrug

Er habe „einen großen Fehler gemacht, auch gegenüber meinem früheren Verein Werder Bremen um Klaus Filbry (Geschäftsführer, Anm. d. Red.). Wenn ich schon damals keine Vorbildfunktion hatte, dann will ich jetzt wenigstens Manns genug sein.“ (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Entschuldigen müsse er sich auch bei „Frank Baumann (Geschäftsführer Sport bei Werder, Anm. d. Red.), der mir immer den Rücken freigehalten hat.“

Zu den Beweggründen des Impfbetrugs, dabei auch seine Reputation aufs Spiel gesetzt zu haben, sagte Anfang: „Ich bin leidenschaftlicher Trainer, wollte unbedingt dabeibleiben bei diesem großartigen Verein Werder Bremen, der mir diese großartige Chance gegeben hat.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der 2. Bundesliga)

Die Sorge, seinen Job zu verlieren, wenn er nicht geimpft wäre, habe ihn zu seiner Handlung getrieben: „Denn bei jedem Positivtest wäre man 14 Tage in Quarantäne geschickt worden. Und man kann schließlich nicht positiv zu Hause sitzen und eine Mannschaft führen. Was hätte ein Verein wie Werder machen sollen, wenn ich permanent in eine solche Situation geraten wäre?!“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Angst vor Impfung - Sorge wegen Vater und Familienhistorie

Mehr noch: Anfang hatte schlichtweg auch gesundheitlich immense Bedenken während der Pandemie „Ich hatte selbst schon eine Herzmuskelentzündung hinter mir, ich hatte große Angst vor dieser Impfung.“

DAZN-Moderatorin Laura Wontorra fällt im Maschinensucher Doppelpass 2. Bundesliga ein vernichtendes Urteil über den ehemaligen Werder-Trainer Markus Anfang. Er sei weltweit für keinen Verein mehr tragbar.
01:58
Wontorra mit klarer Kante: "Anfang für keinen Verein weltweit mehr tragbar"

Er fügte an mit Blick auf gesundheitliche Vorbedingungen und eine gewisse familiäre Historie: „Mein Vater steht dafür, was in dieser Familie ist. Als ich damals Trainer in Köln war, ist er in Duisburg auf der Tribüne umgefallen, hatte einen sehr schweren Herzinfarkt, war mehr tot als lebendig, ist neunmal wiederbelebt worden.“

Anfang habe das alles hautnah miterlebt, „das macht halt was mit einem. Diese Angst ist mir schwer zu nehmen, ich kämpfe gegen meine Ängste. Ich habe diese Sicherheit nicht, dass mir nichts passiert.“

Anfang: „Bin kein krimineller Mensch“

Und weiter: „Ich bin auch aktuell nicht geimpft, aber ich bin mit einigen Ärzten in Kontakt.“

Anfang verwahrte sich indes dagegen, sein Impfzertifikat selbst gefälscht zu haben. „Ich habe eine Straftat begangen, möchte aber von mir behaupten, dass ich kein krimineller Mensch bin. Es ist sehr schwierig gewesen, mit dieser Lüge zu leben.“

Markus Anfang hatte schlichtweg auch persönliche Angst vor einer Corona-Impfung
Markus Anfang hatte schlichtweg auch persönliche Angst vor einer Corona-Impfung

Was das Leben damit anging - Anfang feiert unter anderem auch beim Kölner Straßen-Karneval - habe er das in einer Zeitspanne „von acht Wochen gemacht. Da waren freie Tage und eine Länderspielpause drin. Ich habe alles dafür getan, um kein positiver Fall zu werden und habe mich auch täglich getestet, damit das alles bloß nicht ans Tageslicht kommt.“

Anfang über eine zweite Chance

Hinsichtlich eines Verzeihens der Öffentlichkeit ihm gegenüber und einer zweiten - auch beruflichen - Chance, sagte Anfang: „Ich kann das nicht erwarten, auch wenn man sich das wünscht. Ich würde liebend gern die Uhr zurückdrehen.“

Er müsse indes jeden verstehen, der sagt, das nicht zu akzeptieren.

Im Zuge des Skandals um seinen gefälschten Impfausweis war Anfang vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für ein Jahr gesperrt worden. (KOMMENTAR: Die Strafe für Anfang ist ein Witz)

Aus bei Werder - Berufsverbot für ein Jahr

Zudem musste der ehemalige Trainer des Zweitligisten Werder Bremen 20.000 Euro Strafe zahlen. Das Berufsverbot von Anfang gilt rückwirkend seit dem 20. November. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 2. Bundesliga)

Anfang hatte zuvor zugegeben, mit einem gefälschten Impfzertifikat getäuscht zu haben. „Er hat eingeräumt, einen falschen Impfausweis vorgelegt zu haben“, sagte der Bremer Oberstaatsanwalt Frank Passade dem SID Anfang Januar.

Im Zuge der Affäre war Anfang im November in Bremen zurückgetreten. Sein Nachfolger wurde Ole Werner.

Markus Anfang (re.) im Gespräch mit ZDF-Moderator Sven Voss
Markus Anfang (re.) im Gespräch mit ZDF-Moderator Sven Voss

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