Die Umsätze? Sie haben sich nach Jahren ständigen Wachstums während der Corona-Pandemie bei den Bundesligisten mehr oder weniger halbiert.
Bundesliga: Die wirtschaftlichen Zwänge am Beispiel Eintracht Frankfurt
Verändert sich Transfermarkt massiv?
Jede Ausgabe muss seitdem genauestens geprüft werden, Flops kann sich ein Klub wie Eintracht Frankfurt noch weniger erlauben als es in Vor-Corona-Zeiten bereits der Fall war.
„Damals haben die Vereine 50 Millionen Euro eingenommen und 60 Millionen Euro ausgegeben. Heute musst du Schulden tilgen und dein Eigenkapital wieder aufbauen“, sagte Sportvorstand Markus Krösche auf Nachfrage von SPORT1.
Schulden tilgen und Eigenkapital aufbauen
Der Ukraine-Krieg hat ebenfalls Auswirkungen auf den Fußball und die wirtschaftliche Lage der Klubs weiter verschärft. Sponsorenbeziehungen müssen genauestens überprüft und möglicherweise ganz beendet werden.
Die Eintracht etwa trennte sich von Premiumpartner Kaspersky. Ausschlaggebend dafür war eine offizielle Warnung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Zweifel an der Zuverlässigkeit des Herstellers von Cyber-Security-Systemen geäußert hatte.
Sollte beispielsweise die Premier League also Geld in den Bundesliga-Kreislauf pumpen, dann werden die Vereine vorerst finanzielle Löcher in den eigenen Reihen stopfen.
Neue Höchstgrenze für Transfersummen
Einen Transfermarkt wie es ihn noch vor März 2020 gab, findet man derzeit europaweit so nicht mehr vor. Leih- oder Tauschgeschäfte sind keine Seltenheit mehr, ablösefreie Deals Normalität.
Transfers über 30 bis 40 Millionen Euro wird es in dieser Häufigkeit nicht mehr geben, Brancheninsider gehen SPORT1-Informationen zufolge von zehn Millionen Euro als neuer Höchstgrenze aus.
Entspannt können nur die Top-Spieler bleiben. Sie sitzen in den Verhandlungen am längeren Hebel, haben Zeit und können auf den für sie richtigen Moment warten. Vertragsverlängerungen sind daher keine Selbstverständlichkeit mehr, schmerzhafte Verluste zum Nulltarif kommen immer häufiger vor.
Krösche gibt die Richtung vor
Somit wird sich auch die Eintracht weiter verändern und den neuen Gegebenheiten anpassen.
Krösche erklärte: „Wir müssen bei Transfers noch schneller und effizienter sein, um den Anforderungen gerecht zu werden und um die Spieler davon zu überzeugen, dass sie uns dabei helfen können, unsere Ziele zu erreichen.“
Der Sportvorstand gibt die Richtung vor: „Wir müssen die Geschwindigkeit komplett erhöhen.“ Da die Krisen nicht nur die Eintracht betreffen, haben auch andere Vereine ihren Blick erweitert.
Ein Stürmer wie Randal Kolo Muani wurde inzwischen „von halb Europa gejagt“, auch bei Jesper Lindström gab es im vergangenen Jahr große Konkurrenz.
Konkurrenz auf dem Transfermarkt wächst
In dem Teich, in dem die Frankfurter unterwegs sind, fischen inzwischen nicht mehr nur Mainz oder Freiburg, sondern auch AC Mailand, Paris Saint-Germain oder Borussia Dortmund.
Die Eintracht muss also den Fisch bereits am Haken haben, bevor die finanzstärkeren Klubs die Angel auswerfen. Bei Kolo Muani, Marcel Wenig, Jerome Onguene und Faride Alidou haben die Hessen bereits Nägel mit Köpfen gemacht, Hrvoje Smolcic und Aurelio Buta sollten demnächst folgen.
Doch die Suche nach Neuzugängen ist noch nicht beendet. Krösche fahndet nach weiterer Verstärkung für die Offensive. Und sollten Stars wie Djibril Sow, Filip Kostic, Daichi Kamada oder Evan N‘Dicka den Klub für viel Geld verlassen, benötigen die Frankfurter weiteren Ersatz.
Es ist kein einfaches Unterfangen auf einem Markt, der sich wenig bewegt. Krösche wird Lösungen für die Eintracht finden müssen. Tempo ist dabei eine elementare Stellschraube.