Oliver Kahn sieht den FC Bayern im internationalen Vergleich weiter gut gerüstet - auch wenn der deutsche Rekordmeister unter finanziellen Gesichtspunkten längst klar im Nachteil ist. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)
Oliver Kahn reagiert auf Watzke-These - und widerspricht in Teilen
Kahn reagiert auf Watzke-These
Was den Vorstandsvorsitzenden zuversichtlich stimmt? „Wir stehen im Fünf-Jahres-Ranking der UEFA momentan auf Platz 1. Wir haben in den letzten Jahren verglichen mit anderen europäischen Topklubs immer überperformt, was die sportlichen Erfolge im Vergleich zu den finanziellen Voraussetzungen betrifft“, sagte der einstige Weltklasse-Torhüter im Interview mit der Sport Bild.
Deshalb können man selbstbewusst an den Zielen festhalten. Ende 2020 hatte Kahn erklärt, dass der FCB stets unter den Top-3-Klubs Europas zu finden sein müsse.
Kahn: Bayern wird kein Ausbildungsverein für England
Gerade in der Premier League wird allerdings deutlich mehr Geld verdient, Kahn selbst hatte zuletzt von einem „erdrutschartigen Missverhältnis“ gesprochen. Dennoch wolle man nicht zum Ausbildungsverein der Superreichen werden.
„Ganz bestimmt nicht! Natürlich hat auch bei uns die Pandemie massiv eingeschlagen. Und ja, so etwas zehrt auch am Festgeldkonto. Aber wir werden auch in Zukunft sportlich und wirtschaftlich stark und attraktiv für Top-Spieler sein“, erklärte der ehemalige „Titan“. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)
Während die Bayern bei den Finanzen mit Manchester City und Co. nicht mithalten können, ziehen sie in der Bundesliga einsam ihre Kreise. Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte zuletzt vorgerechnet, dass Bayern rund 150 Millionen Euro mehr Gehalt zahle als sein BVB.
Bayern vs. BVB: Geld nicht der einzige Grund für klares Machtverhältnis
„Es gibt eine ganz klare Korrelation zwischen finanziellem Aufwand und sportlichem Erfolg“, sagte Watzke dabei. Als Kahn gefragt wurde, ob der finanzielle Unterschied der Grund für den einstigen Titelkampf sei, erklärte er: „Ich würde widersprechen, dass es ausschließlich mit finanziellen Gründen zu tun hat.“
Man habe in den „letzten zehn erfolgreichen Jahren eine Ansammlung von ganz außergewöhnlichen Spielern beim FC Bayern, von ganz besonderen Persönlichkeiten, die den Unterschied ausmachen.“ Jedes Detail müsse zusammen passen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)
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Watzke hatte seine These unter anderem mit dem Verweis auf die Scheich-Klubs City und Paris Saint-Germain untermauert. Wer nicht glaube, dass es zwischen finanziellem Aufwand und sportlichem Erfolg eine klare Korrelation gebe, der „kann sich gerne mal die vergangenen 20 Jahre bei Paris und Manchester City angucken - bevor die Scheichs investiert haben und danach.“
Hier stößt Kahn an seine Grenzen
Kahn drehte die Argumentation um, allerdings ohne dabei explizit auf die Watzke einzugehen: „Es ist nicht so einfach, herzugehen und zu sagen: ‚Jetzt kaufe ich mir mal eben eine erfolgreiche Mannschaft zusammen.‘ Wenn das so wäre, dann wäre Paris längst Champions-League-Sieger und Manchester City auch.“
Watzke ist seit kurzem Teil des DFL-Präsidiums. Kahn begrüßt, dass der BVB in dem Gremium vertreten ist, will selber aber wohl keinen Posten übernehmen. Dies überlässt er Bayerns Finanz-Chef Jan-Christian Dreesen. Seine Konzentration gelte weiter dem sportlichen Bereich bei den Bayern.
Kahn: „Damit will ich sagen, dass ich irgendwann an Grenzen stoße, was mein Aufgabenspektrum anbelangt.“