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FC Bayern: Didi Hamann teilt gegen Joshua Kimmich aus - "nicht bereit, sich zu opfern"

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FC Bayern: Didi Hamann teilt gegen Joshua Kimmich aus - "nicht bereit, sich zu opfern"

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Hamann kritisiert Kimmich

Hamann kritisiert Kimmich

Didi Hamann geht mit der Rolle von Joshua Kimmich hart ins Gericht. Der Ex-Nationalspieler sieht ein weitreichendes Problem.
Jürgen Kohler sieht das Hauptproblem der deutschen Nationalmannschaft in der Defensive. Vor allem bei Joshua Kimmich sieht der Weltmeister von 1990 Mängel.
. SPORT1
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Dietmar Hamann vs. FC Bayern - inzwischen hat das schon fast wöchentliche Tradition.

Dieses Mal geht es vor allem um Joshua Kimmich und dessen Interpretation der Sechser-Position. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Ex-FCB-Profi Hamann macht Kimmichs Spielweise als einen der Gründe für die schwachen Spiele der Münchner in der jüngeren Vergangenheit aus. „Kimmich ist kein Zerstörer. Er will offensiv Akzente setzen, müsste aber für Stabilität und die Balance sorgen. Diese Kernaufgabe erfüllt er nicht“, schrieb Hamann in einer Kolumne im kicker.

Hamann: Kimmich „nicht bereit, sich für die Mannschaft zu opfern“

Nicht von ungefähr ist der deutsche Rekordmeister an Konrad Laimer von RB Leipzig interessiert. Der Österreicher ist ein typischer Mittelfeld-Abräumer, im Gegensatz zu Kimmich, wie Hamann im betont:

„Ein Sechser ist er nicht. Die Bayern sind für diesen Job an Leipzigs Laimer interessiert, den ich für einen sehr guten Spieler halte. Er kann diese Position gut ausfüllen. Und dann muss man erst sehen, ob Kimmich als Achter die Offensiv-Aktionen hat wie jetzt, da er das ganze Spiel vor sich hat. Auf der Achter-Position musst du nicht selten mit dem Rücken zum Tor den Ball annehmen. Ich bin gespannt, ob und wie er in diese Rolle hineinwächst.“

Hamann geht bei seiner Kimmich-Kritik noch mehr ins Detail: „Er ist ein herausragender, intelligenter Fußballer. Daher kann er auf so vielen Positionen spielen. Aber ich glaube nicht, dass er bereit ist, sich auf der Sechser-Position für die Mannschaft zu opfern.“

Hamann: Das muss ein echter Sechser leisten

Doch was macht einen Sechser aus? Hamann übte diese Rolle bei Bayern, dem FC Liverpool und der deutschen Nationalmannschaft selbst aus.

„Mir hat Giovanni Trapattoni das Defensiv-Spiel beigebracht. Er sagte immer: Folge nie einem Ball, den du selbst in die Spitze gespielt hast! Denn wenn er abgefangen wird, ist Autostrada. Nach sechs Wochen sagte er: Autobahn. Er meinte: Dann sind drei Spuren für den Gegner zum Kontern frei. Generell brauchst du auf der Sechser-Position einen defensiv denkenden Spieler“, so der TV-Experte.

Und weiter: „Ein Sechser - und so habe ich es interpretiert - hat bei einem 3:0-Vorsprung genauso zu spielen wie bei einem 0:3-Rückstand. Für die Kreativität in der Offensive sind andere zuständig, auch wenn sich ein Sechser sporadisch einschalten kann. Im Vordergrund steht für ihn die Organisation.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

„Kimmich und Goretzka können funktionieren, wenn...“

Bei den Bayern bilden Kimmich und Leon Goretzka eine Doppel-Sechs genauso wie im DFB-Team. Doch sind die beiden wirklich das perfekte Paar für das Mittelfeld-Zentrum?

„Kimmich und Goretzka können funktionieren, wenn David Alaba und Jérôme Boateng hinter ihnen verteidigen. Bei einer anfälligen Innenverteidigung brauchst du aber einen defensiven Mann davor. Und die großen Mannschaften der vergangenen 20 Jahre hatten alle herausragende, oft unterschätzte, aber primär defensiv denkende Mittelfeldspieler“, erklärt Hamann und nennt Sergio Busquets (FC Barcelona), Claude Makélélé (Real Madrid), N‘Golo Kanté (Chelsea) oder Casemiro (Real Madrid).

„Nebenbei bemerkt: Der FC Bayern wurde 2020 Champions-League-Sieger, als Kimmich im Endturnier in Lissabon rechter Verteidiger spielte“, so der Champions-League-Sieger von 2005.

Für Hamann waren Bastian Schweinsteiger und Javi Martínez in der Triple-Saison 2012/13 die perfekte Doppel-Sechs: „Sie haben sich wunderbar ergänzt. Javi war der Abräumer und Balleroberer, Schweinsteiger der Gestalter, der den Meter an Schnelligkeit, der ihm fehlte, mit seiner Spielintelligenz wettmachte.“

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