Anzeige
Home>Fußball>Bundesliga>

Der nächste Klopp oder Tuchel? Svensson auf dem Weg zum Spitzentrainer

Bundesliga>

Der nächste Klopp oder Tuchel? Svensson auf dem Weg zum Spitzentrainer

Anzeige
Anzeige

Svensson hat das Zeug für England

Svensson hat das Zeug für England

Bo Svensson stand zuletzt auf der Liste bei Brighton & Hove Albion. Klubs aus der Premier League haben den Trainer von Mainz 05 nicht umsonst auf ihrem Zettel stehen. Wird er der nächste Jürgen Klopp oder Thomas Tuchel?
Vor dem Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen fordert der Mainzer Cheftrainer Bo Svensson von den Fans viel Einsatz, bei der Formulierung sorgt er aber für Lacher auf der Pressekonferenz.
Christopher Michel
Christopher Michel

Wenn die Mannschaften der Premier League einen neuen Trainer suchen, dann richtet sich der Blick auch häufig in Richtung Bundesliga.

Brighton & Hove Albion soll bei der Suche nach einem Nachfolger von Graham Potter (zum FC Chelsea) auch über Mainz-Trainer Bo Svensson nachgedacht haben. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Geschäftsführer Christian Heidel und Manager Martin Schmidt haben zwar schnell abgewiegelt, verwundern kann diese Überlegung mit Blick auf den Werdegang des Dänen nicht.

Svensson feierte sensationellen Klassenerhalt

Als Svensson im Januar 2021 bei den 05ern anheuerte, schien deren Abstieg mit nur sechs Punkten auf dem Konto bereits besiegelt. Die Mannschaft war am Ende, auf den Klassenerhalt hatte kaum noch ein Experte oder Anhänger gewettet.

Svensson kehrte trotz schwieriger Aussicht vom FC Liefering nach Mainz zurück und unterschrieb bewusst langfristig bis 2024. Er wäre den Weg auch in die zweite Liga mitgegangen.

Doch dazu kam es nicht. Mainz holte mit Svensson an der Seitenauslinie in den 20 Partien 33 von 60 Zählern und feierte den sensationellen Klassenerhalt. Selbst der FC Bayern München musste sich bei den 05ern mit 1:2 geschlagen geben. Der Coach stabilisierte sein Team enorm, die neun Siege wurden mit jeweils einem Tor Unterschied erkämpft.

Ohne Abstiegsangst durch die zweite Saison

In der zweiten Saison gelang Svensson der erhoffte nächste Schritt. Die Mainzer erreichten im DFB-Pokal immerhin das Achtelfinale und gerieten in der Bundesliga zu keinem Zeitpunkt in Abstiegsnot. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Der Fußball der 05er hat die klare Handschrift des Trainers. Kompromisslos in der Defensive, die Zweikämpfe förmlich suchend, den Gegner auffressend. Partien mit Mainz waren zwar keine spielerischen Leckerbissen, dennoch war der Fußball auf seine Art und Weise spektakulär. Schnörkellos, wuchtig und mit rasantem Umschaltspiel.

46 Punkte reichten am Ende für einen ordentlichen achten Platz. Profis wie Jonathan Burkardt, Karim Onisiwo, Stefan Bell, Leandro Barreiro, Aaron Martin oder Dominik Kohr wurden Stück für Stück besser.

Trotz 11-Punkte-Start: Svensson kritisiert Spielweise seiner Mannschaft

Die Erwartungshaltung ist damit aber gewachsen. Obwohl Mainz in der aktuellen Saison bereits elf Punkte sammelte, war die Stimmung nach dem Last-Minute-Ausgleich gegen Hertha BSC gedämpft. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

„Mir gefällt es nicht, dass wir unsere Haltung, Power und Energie nicht regelmäßig auf den Platz bringen. Das sind die Komponenten, die uns eigentlich ausmachen“, legte der ehemalige Profi den Finger in die Wunde.

Auch das ist typisch Svensson. Er hat die Antennen stets ausgefahren und ein äußerst gutes Gespür dafür, wann er kritisch werden muss. Geschäftsführer Christian Heidel sagte vor einem Jahr in einer guten Phase im SPORT1-Interview: „Wichtig ist, dass wir uns dafür jetzt nicht täglich auf die Schulter klopfen lassen, denn der Wind kann sich auch sehr schnell drehen. Wir müssen hart weiterarbeiten und die Ruhe in Mannschaft und Verein beibehalten.“ (Heidel im SPORT1-Interview)

Genau diese Galligkeit lebt Svensson regelmäßig vor.

Wird Svensson der nächste Klopp oder Tuchel?

Auf SPORT1-Nachfrage, wie viel Lust er darauf habe, die aktuell etwas unangenehmere Phase zu lösen und den richtigen Schlüssel zu finden, antwortete er kämpferisch: „Ich habe extrem viel Lust. Das ist das Geilste überhaupt! Alle denken, dass es Siege sind. Natürlich wünschen wir uns keine Niederlagen oder schwierigen Phasen. Aber daraus können wir extrem viel lernen. Diese Aufgabe gilt es zu meistern. Das reizt mich extrem.“

Diese Sätze zeigen die ganzen Fähigkeiten Svenssons. Ehrgeizig, ohne zu verbissen zu sein. Erfolgshungrig, aber mit dem richtigen Maß an Frustrationstoleranz. Kommunikativ, dabei dennoch auf das richtige Maß achtend.

Mit Jürgen Klopp und Thomas Tuchel hat Svensson extrem erfolgreiche Vorgänger und Vorbilder. Sie haben gezeigt, wohin gute Arbeit bei den Rheinhessen führen kann und sind inzwischen nicht umsonst Champions-League-Sieger und FIFA-Welttrainer.

Ob auch Svensson in die Kategorie Spitzencoach aufsteigen kann? Die Anfänge in der Bundesliga sind vielversprechend und ebnen den Weg für eine große Karriere.

Alles zur Bundesliga auf SPORT1:

Der Karnevalsverein aus Rheinhessen gilt mittlerweile als gestandenes Bundesliga-Mitglied. Der Weg bis dahin, war allerdings von vielen Höhen und Tiefen gespickt.
01:28
SPORT1 Bundesliga Classics: Mainzer Achterbahnfahrt in die Bundesliga