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Werder Bremen: Trennung von Stadionsprecher Christian Stoll - Schwere Vorwürfe im Raum

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Werder Bremen: Trennung von Stadionsprecher Christian Stoll - Schwere Vorwürfe im Raum

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Werder-Wirbel! Stadionsprecher muss gehen

Werder-Wirbel! Stadionsprecher muss gehen

Werder Bremen verkündet die Trennung von seinem Stadionsprecher Christian Stoll. Der 62-Jährige äußert im Anschluss Unverständnis für seinen Rauswurf.
Der FC Augsburg hat den Negativlauf gestoppt und in Bremen den zweiten Sieg der Saison eingefahren. Im Fokus FCA-Keeper Gikiewicz.
Marie Backhaus
Marie Backhaus
. SPORT1
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Riesen-Wirbel bei Werder Bremen!

Der Bundesligist hat sich nach 26 Jahren von seinem Stadionsprecher Christian Stoll getrennt – ohne Angabe von Gründen. Die Entscheidung sei „nach mehreren Gesprächen in den letzten Wochen“ getroffen worden, hieß in der knappen Mitteilung des Vereins. (Hier geht es zur Werder-Pressemitteilung)

Werder trennt sich von langjährigem Stadionsprecher

Auf einen Dank für die langjährige Zusammenarbeit verzichtete der Verein.

Nach SPORT1-Information hat Werder zuletzt immer wieder den Kontakt zu Stoll gesucht, um den Inhalt der nun verkündeten Pressemitteilung abzusprechen - der 62-Jährige soll hierzu aber jeden Kontakt abgeblockt haben.

Kurz nach der Bekanntgabe der jetzigen Personalentscheidung durch den Klub meldete sich Stoll in einer schriftlichen Erklärung gegenüber der DeichStube zu Wort. Darin deutet der Routinier an, ein Zwischenfall nach der emotionsgeladenen 0:1-Heimpleite am 9. September gegen den FC Augsburg könnte ausschlaggebend für den Rauswurf gewesen sein. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Vergriff sich Stoll gegen den FC Augsburg im Ton?

Nach Ende der „hochdramatischen Schlussphase“ habe er (Stoll) sich in direkter Ansprache zu zwei Sprüchen gegenüber Schiedsrichter Martin Petersen sowie einem Augsburger Verantwortlichen hinreißen lassen, heißt es in Stolls Erklärung weiter. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Christian Stoll diskutiert mit Schiedsrichter Martin Petersen nach dem Augsburg-Spiel
Christian Stoll diskutiert mit Schiedsrichter Martin Petersen nach dem Augsburg-Spiel

„Dem Referee sagte ich, er möge doch lieber Kreisliga pfeifen, dem Mitglied der Geschäftsführung der Augsburger, er habe eine Truppe von Unsympathen am Start“, erklärte Stoll. „Beide Herren habe ich selbstverständlich derweil schriftlich um Entschuldigung gebeten.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Werder schweigt zur Trennung

Für Werder, das Stolls Stellungnahme auf Nachfrage der DeichStube nicht kommentieren wollte, war das offenbar zu viel. Denn schon zuvor soll es zwischen Verein und Stoll SPORT1-Informationen zufolge zu Unstimmigkeiten gekommen sein, was Stolls Verhalten in seiner Funktion als Stadionsprecher angeht.

Auch Stoll vermutet, den Klub könnten andere Gründe zur Trennung bewogen haben: „Ich nehme der Geschäftsführung des SVW nicht ab, dass mein Fauxpas gegen Augsburg der wahre Grund für dieses bittere Aus ist. Es gab zuletzt mehrmals Zwistigkeiten zu unterschiedlichen Thematiken. Ich glaube zudem, man hat meine kritischen Kolumnen und Kommentare in Bremer Medien über DFB/DFL, etwa zu den Geisterspielen, dem Kölner Keller oder meine Sicht auf einige Klubs der Bundesliga-Konkurrenz nicht besonders geschätzt.“

Pizarro-Abschiedsspiel bereits ohne Stoll

Schon beim Abschiedsspiel von Werder-Legende Claudio Pizarro am vergangenen Samstag im Weserstadion war Stoll von seinen Aufgaben entbunden.

Eine einvernehmliche Trennung am Jahresende sei für Werder nicht in Frage gekommen, fügte Stoll an. „Selbst die dringliche Bitte, dann doch wenigstens mit dem Abschied von Claudio Pizarro auch selbst aufzuhören, wurde abschlägig beschieden.“

„Ich habe mich auch bei den Vereinsverantwortlichen entschuldigt und mein falsches Verhalten ehrlich bedauert“, so der 62-Jährige. „Ich habe keine Ausflüchte gesucht und habe zu meinem Fehler gestanden. Mehr konnte ich nicht tun. Dennoch hat man mich von einem Augenblick zum nächsten vom Hof gejagt.“

Das habe Stoll „in meinem Stolz, Teil der Werder-Familie zu sein, gekränkt und in meiner persönlichen Ehre als Mensch verletzt“.

Stoll war seit August 1996 die Stimme des Weserstadions, seit 2001 gemeinsam mit Arnd Zeigler, der für den Rest der Saison nun womöglich allein als Stadionsprecher fungieren wird.

Weitere öffentliche Äußerungen wollte Stoll sich enthalten: „Da ich bekanntermaßen unter Depressionen leide, haben mir meine behandelnde Ärztin, meine Frau, meine Freunde und mein Anwalt geraten, keine weiteren öffentlichen Erklärungen als diese zu dem Thema abzugeben.“

  • Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie sich selbst von Depressionen und Suizidgedanken betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in zahlreichen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

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