Julian Nagelsmann befindet sich mitten in seiner zweiten Saison beim FC Bayern München. Erste Krisen musste er schon meistern, zuletzt lief es wieder deutlich besser.
Julian Nagelsmann: Trainer des FC Bayern gibt Taktik-Einblicke & verrät Reaktion auf Bayern-Angebot
„Bayern wusste, wofür ich stehe“
Auch, weil sich der 35-Jährige - so erzählen es alle Verantwortlichen der Münchner - immer wieder selbst hinterfragt. (NEWS: Als die Geschichte des FC Bayern am 1. Januar neu geschrieben wurde)
„Ich habe gewisse Prinzipien, da gehe ich im Grunde keine Kompromisse ein. Die gelten immer, ganz egal, wie es steht, wer der Gegner ist oder wer spielt“, erklärte er nun in einem Interview mit der UEFA in Bezug auf seine Spielphilosophie. „Aber wenn man mit Menschen zu tun hat, muss man in manchen Punkten aber natürlich auch mal flexibel sein. Das ist ganz normal.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)
Man müsse auf Menschen zugehen und als Trainer empathisch sein und versuchen, auf die Bedürfnisse seines Gegenübers einzugehen.
Julian Nagelsmann: Die Überschrift meiner Fußball-Philosophie
„Es gibt gewisse Dinge, die immer gelten sollten. Genauso gibt es aber auch Dinge im Leben, bei denen man ein bisschen Laissez-faire zulassen kann.“
Seine Maxime, wie er grundsätzlich Fußballspielen lassen will, sei allerdings in Stein gemeißelt. „Das Grundgerüst steht seit meinem ersten Jahr als Cheftrainer in der U19. Die Überschrift ist ‚Spielkontrolle durch hohe Balleroberung und Tempowechsel im Ballbesitz‘.“ (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)
„Bayern München wusste, wofür ich stehe“
Entsprechend habe auch der FCB gewusst, was ihn mit Nagelsmann als Trainer erwarten würde.
„Generell bin ich der Überzeugung, dass ein Verein nur dann einen Trainer holen sollte, wenn die Philosophie vorher schon übereinstimmt. Es ergibt keinen Sinn, einen Trainer zu verpflichten, der seine Philosophie gänzlich ändern müsste. Dann wird er niemals zufrieden sein und wird auch nicht so authentisch trainieren und die Spielphilosophie vermitteln könne“, betonte Nagelsmann.
„Bayern München wusste, wofür ich stehe, und hat mich auch wegen meiner Philosophie verpflichtet. So konnte ich den Weg, den ich vorher gegangen bin, auch weiter gehen.“ (REPORT: Salihamidzics 100-Millionen-Meisterwerk)
Nagelsmann: So reagierte ich auf das Bayern-Angebot
Als er das Angebot bekam, seinen Lieblingsklub zu trainieren, „hat zuerst mal mein Herz reagiert, das war natürlich euphorisch. Der Kopf hat versucht, dem Ganzen nüchtern die nötige Sachlichkeit zu geben. Aber das gibt es einfach nur sehr, sehr selten, dass man die Option hat, in seiner Heimat den größten Klub zu trainieren.“
Der ehemalige Hoffenheim-Coach erklärte: „Jede Chance im Leben hat ein Verfallsdatum. Man hat nicht unendlich begrenzte Möglichkeiten, so ein Jobangebot anzunehmen.“
Nagelsmann verließ Leipzig und unterschrieb entsprechend einen langfristigen Vertrag und muss - beziehungsweise darf - den FCB nun auf das neue Fußball-Jahr vorbereiten.
Weiter geht es für den FC Bayern nach der Winterpause am 6. Januar mit einem Trainingslager in Doha. Am 20. Januar steht dann das erste Pflichtspiel im neuen Jahr gegen RB Leipzig auf dem Programm. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)