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Leverkusen - Köln: Kuriose Szenen - es hagelt Tennisbälle

Kuriose Szenen in Leverkusen

Bayer Leverkusen muss im Kampf um Europa einen herben Dämpfer hinnehmen. Im Derby patzt ausgerechnet der zuletzt so verlässliche Jonathan Tah doppelt. Einer seiner Teamkollegen kritisiert den Schiedsrichter.
Die Kölner Fans werfen Tennisbälle auf das Spielfeld
Die Kölner Fans werfen Tennisbälle auf das Spielfeld
© Imago
Bayer Leverkusen muss im Kampf um Europa einen herben Dämpfer hinnehmen. Im Derby patzt ausgerechnet der zuletzt so verlässliche Jonathan Tah doppelt. Einer seiner Teamkollegen kritisiert den Schiedsrichter.

Bitterer Abend für Bayer Leverkusen!

Die Mannschaft von Trainer Xabi Alonso muss im Rennen um das europäische Geschäft einen Rückschlag hinnehmen. Im vorverlegten Spiel des 31. Bundesliga-Spieltags gegen den 1. FC Köln unterlag die Werkself mit 1:2 (1:2).

Damit bleibt Bayer auf dem sechsten Platz, der zur Teilnahme an der Qualifikation für die UEFA Conference League reichen würde. Der VfL Wolfsburg hat allerdings die Chance, mit einem Sieg am Sonntag bei Borussia Dortmund vorbeizuziehen.

Davie Selke war der Matchwinner für die Kölner, die sich mit den drei Punkten der letzten Abstiegssorgen entledigten. Der Stürmer traf in der 14. Minute zur Führung und in der 36. Sieg.

Bayer-Verteidiger Jonathan Tah, der in den vergangenen Wochen eine verlässliche Stütze war, sah bei beiden Gegentoren unglücklich aus. Beim Kopfballtor zum 0:1 verschätzte er sich, beim 1:2 grätschte er am Ball vorbei.

Köln-Fans werfen Tennisbälle

Amine Adli hatte zwischenzeitlich ausgeglichen (28.). Leverkusen kassierte damit nach neun Partien ohne Niederlage die erste Pleite in der Bundesliga. Mitte Februar hatte die Alonso-Truppe, die im Halbfinale der Europa League steht, gegen Mainz 05 verloren.

Einen kuriosen Zwischenfall gab es kurz nach der Halbzeitpause. Kölner Fans sorgten für eine Unterbrechung, als sie eine ordentliche Menge an Tennisbällen auf das Spielfeld warfen.

Generell war das Lokalduell äußerst hitzig, es gab mehrere Rangeleien. „So ein Derby hat immer bestimmte Emotionen. Wenn dann meiner Meinung nach der Schiri das Spiel nicht mehr unter Kontrolle bekommen hat, dann kommt es dazu. (...) Es waren zu viele Kleinigkeiten, die gepfiffen wurden und für die zu viel am Boden liegen geblieben wurde“, konstatierte Leverkusens Robert Andrich bei DAZN und kritisierte dabei Schiedsrichter Felix Zwayer. Insgesamt verteilte der Unparteiische sieben Gelbe Karten, nur eine davon auf Seiten der Gastgeber.

Andere Akteure sprachen von normalen Vorgängen in einem solchen Nachbarschaftsduell, wie etwa Selke: „Klar war Feuer drin, es ist ein Derby. Das gehört auch dazu. Danach ist wichtig, dass man sich die Hand gibt und dann ist alles in Ordnung.“

Im Vorfeld des Duells hatte es hitzige Diskussionen gegeben, weil die Deutsche Fußball Liga (DFL) einem Leverkusener Antrag auf eine Vorverlegung des Spiels von Sonntag auf Freitag stattgegeben hatte. Der FC fühlte sich übergangen, Leverkusen allerdings versprach sich von diesem Schritt mehr Regenerationszeit zwischen Bundesliga und Europa League.

Selke trifft nach Kainz-Flanke

In einem von Beginn an hitzigen und intensiven Duell stemmte sich der FC vehement gegen die spielerisch und technisch überlegenen Leverkusener, bei denen der von Oberschenkelproblemen genesene Weltmeister Exequiel Palacios zunächst auf der Bank saß. Und das hinterließ Eindruck: Selke behauptete sich zunächst bei einem Zweikampf im Leverkusener Strafraum und verwandelte schließlich die Flanke von Florian Kainz stark per Kopf.

Bayer war jedoch nicht geschockt und drängte auf den Ausgleich, für den Adli nach einem schnellen Konter sorgte. Die Mannschaft von Trainer Alonso riss nun die Spielkontrolle an sich und erhöhte den Druck, die Abschlüsse aber waren harmlos. Wie es geht, zeigte der FC: Selke verwertete eine Hereingabe von Jan Thielmann direkt.

Adli (45.+1) und der frühere Kölner Florian Wirtz (45.+2) scheiterten jeweils am starken FC-Torhüter Marvin Schwäbe.

Palacios gibt Comeback

Alonso verzichtete zu Beginn der zweiten Halbzeit zunächst auf Wechsel und vertraute weiter auf sein Offensivtrio Adli, Wirtz und Moussa Diaby. Ihr immenses Tempo konnten die drei aber zu selten nutzen, weil Köln weiter bissig in den Zweikämpfen war und nach vorne seine Chancen suchte. Jonas Hector (52.) zwang Lukas Hradecky zu einer Parade.

Wenig später kam Palacios zu seinem Comeback. Und sofort versuchte der Argentinier, für mehr Struktur im mitunter konfusen Leverkusener Spiel zu sorgen.

Es fehlte jedoch weiter oft an Tempo und Genauigkeit, um die Kölner Defensive vor größere Probleme zu stellen. Auch die zahlreichen Standards blieben meist harmlos. Dass wegen zahlreicher Fouls und Verletzungsunterbrechungen kaum Spielfluss aufkam, spielte dem FC in die Karten. Schindler vergab in der 90. Minute die große Möglichkeit zum 3:1.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)