Anzeige
Home>Fußball>Bundesliga>

Noch Kontakt mit Bayern? "Nein, überhaupt nicht mehr"

Bundesliga>

Noch Kontakt mit Bayern? "Nein, überhaupt nicht mehr"

Anzeige
Anzeige

So denkt Donovan über Bayern-Zeit

US-Legende Landon Donovan ist Rekordtorschütze der amerikanischen Nationalmannschaft und Gründer von BVB-Gegner San Diego Loyal. Im exklusiven Interview mit SPORT1 spricht er über einen möglichen Kane-Wechsel, Giovanni Reyna und seine Zeit beim FC Bayern.
Giovanni Reyna erlebte eine verkorkste WM. In Dortmund hingegen spielt Reyna so gut wie lange nicht. Ohne seine Tore in den vergangenen zwei Spielen hätte der BVB vier Punkte weniger.
pberger
pberger

Am Rande des BVB-Testspiels in San Diego war neben Marco Reus, Mats Hummels und Co. ein Mann der gefeierte Star: Landon Donovan. Viele Fans im Snapdragon Stadium trugen Trikots mit dem Namen der US-Legende, wollten nach dem 6:0-Sieg von Borussia Dortmund gegen den Zweitligisten SD Loyal vor allem auch Selfies mit Donovan machen.

Mit 57 Treffern in 157 Länderspielen ist der frühere Bundesligaspieler Rekordtorschütze der amerikanischen Nationalmannschaft.

Mittlerweile ist Donovan Mit-Gründer, Eigentümer und Technischer Direktor des Zweitligisten San Diego Loyal. SPORT1 traf den Ex-Bayern-Flop zum Kurzinterview.

Donovan: Mitbegründer von San Diego Loyal

SPORT1: Herr Donovan, sprechen Sie eigentlich noch Deutsch?

Landon Donovan: Ein bisschen noch, na klar. Wir können gerne auf Deutsch sprechen. Ich habe schließlich in Köln und München gelebt.

SPORT1: Sie haben 2019 den Verein San Diego Loyal gegründet, der in der zweiten US-Liga spielt und führen ihn seither als Mit-Besitzer. Von 2019 bis 2022 waren Sie sogar Trainer des Franchise. Wie kam es dazu?

Donovan: San Diego ist eine großartige Stadt, die sehr sportbegeistert ist. Wir haben hier einen großartigen Standort. Als es die Möglichkeit gab, haben wir angepackt. Hier entsteht etwas Tolles.

„Viele Fans mögen die Bayern“

SPORT1: Von 1999 bis 2000 und 2005 spielten Sie für Bayer Leverkusen, in der Rückrunde der Saison 2009 spielten Sie zudem für eine kurze Weile beim FC Bayern. Jürgen Klinsmann holte sie damals, die Leihe wurde allerdings nach drei erfolglosen Monaten abgebrochen. Sie wurden in Deutschland als Flop abgestempelt. Wie blicken Sie auf diese Zeit zurück?

Donovan: Ich liebe München nach wie vor. Es ist eine wunderbare Stadt. Die Zeit dort war nicht einfach für mich, aber sie war sehr lehrreich. Danach habe ich in Los Angeles ja noch Erfolg gehabt.

SPORT1: Ihr Ex-Klub Bayern ist zum elften Mal in Folge Deutsche Meister geworden. Wie kommt diese Dominanz in der Bundesliga eigentlich in den USA an?

Donovan: Das Interesse am Fußball wird hier in den USA immer größer. Die Leute sind heiß auf den Sport. Natürlich schauen sie auch nach Deutschland und die Bundesliga. Viele Fans mögen die Bayern, aber auch den BVB. Der große Unterschied zu England ist allerdings die Eintönigkeit. Die Premier League zeichnet sich dadurch aus, dass fünf oder sechs Teams gewinnen können. In der Bundesliga ist es nur eine Mannschaft, vielleicht noch eine zweite mit Dortmund. Das ist natürlich auf Dauer nicht gut für die Liga.

„Kane ist ein großartiger Spieler“

SPORT1: Haben Sie eigentlich noch Kontakt zu Mitarbeitern oder ehemaligen Teamkollegen des FC Bayern?

Donovan: Nein, überhaupt nicht mehr. Manchmal sieht man sich auf manchen Spielen, aber sonst nicht mehr.

SPORT1: Die Bayern wollen in diesem Sommer Harry Kane holen und sind sehr zuversichtlich. Was würden Sie von diesem Transfer halten?

Donovan: Es wäre ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz – gerade an die internationale. Kane ist ein großartiger Spieler, der die Liga voll aufwerten würde.

„Er ist Teil einer starken Generation“

SPORT1: Kurz noch zu Giovanni Reyna: Um den Star der US-Nationalmannschaft, der beim BVB spielt, gab es zuletzt einen bizarren Streit zwischen seinen Eltern und US-Coach Gregg Berhalter. Hintergrund: Berhalter ließ Reyna während der WM in Katar kaum spielen und kritisierte ihn öffentlich. Daraufhin zeigten Reynas Eltern Berhalter beim US-Verband an, weil der Trainer 1991 seine spätere Frau getreten haben soll. In den USA hat das Thema hohe Wellen geschlagen. Wie blicken Sie darauf?

Donovan: Ich weiß nicht, was hinter den Kulissen vorgefallen ist. Deshalb möchte ich mich auch nicht wirklich dazu äußern. Ich kann nur sagen: Diese Situation ist natürlich für niemanden gut. Im Gegenteil! Es schadet dem Spieler und dem US-Fußball. Grundsätzlich hoffe ich, dass sich das Thema wieder legt und es ab sofort um Fußball geht. Gio ist ein herausragender Spieler, der großartige Fähigkeiten hat und dem – sollte er gesund bleiben – eine tolle Karriere bevorsteht. Er ist Teil einer starken Generation, die mit dem Nationalteam Erfolg haben kann.