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Der beste Sané aller Zeiten? Endlich erfüllen sich Bayerns Hoffnungen

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Der beste Sané aller Zeiten? Endlich erfüllen sich Bayerns Hoffnungen

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Erfüllen sich Bayerns Hoffnungen?

Nach dem Sieg gegen Freiburg befindet sich der FC Bayern in der Bundesliga weiter auf einem guten Weg. Ein Grund dafür ist der überragende Leroy Sané. Der Flügelstürmer ist stark drauf und wird so auch zum Hoffnungsträger für das DFB-Team.
Leroy Sané spielt bisher eine herausragende Saison. Was macht der Bayern-Star anders als früher, als man ihm vorgeworfen hatte, ein schlampiges Genies zu sein?
Moritz Thienen
Moritz Thienen

Leroy Sané spielt in der Bundesliga aktuell in einer absoluten Gala-Form. Der 27-Jährige war auch beim souveränen 3:0-Erfolg seines FC Bayern gegen den SC Freiburg wieder der beste Spieler der Münchener.

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Nach einer traumhaften Kombination mit Harry Kane erhöhte er für den deutschen Rekordmeister auf 2:0. Noch sehenswerter war sein Alleingang vor dem vermeintlichen 3:0 kurz vor der Pause, als er erst Freiburgs Merlin Röhl mit einer tollen Bewegung tunnelte und den Ball dann in den Winkel zirkelte. Nur eine minimale Abseitsposition verhinderte dieses Traumtor.

Doch auch ohne zweiten Treffer ragte der Nationalspieler erneut aus einer starken Bayern-Mannschaft heraus. Mit seinen temporeichen Dribblings, zielgenauen Pässen und seinem immer präziser werdenden Abschluss ist er für die gegnerischen Teams aktuell kaum zu verteidigen. Schon sieben Tore erzielte Sané in den ersten elf Pflichtspielen.

Auch deshalb gab es von seinem Trainer Thomas Tuchel nach dem Spiel ein extra Lob: „Er kann Gegner dominieren, den Unterschied machen und das macht er auch. Er ist herausragend talentiert und hat die physischen Fähigkeiten dafür. Er ist eine Maschine.“

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Tatsächlich wirkt das Spiel von Sané aktuell fast maschinell. So konstant gut liefert der 27-Jährige ab. Viele Fans und Beobachter fragen sich deshalb zurecht: Ist das aktuell der beste Leroy Sané aller Zeiten?

Hochtalentierter Sané oft außen vor

Fest steht, dass Sané in den vergangenen Monaten für seinen Verein so wichtig ist wie in seiner bisherigen Zeit in München noch nie. Und auch für die deutsche Nationalmannschaft mit Neu-Bundestrainer Julian Nagelsmann soll er zum entscheidenden Faktor werden.

Gerade beim DFB-Team erlebte Sané viele Tiefpunkte. Der größte wahrscheinlich kurz vor der WM 2018, als ihn der damalige Bundestrainer Joachim Löw überraschend aus dem Aufgebot strich und das obwohl Sané zuvor für Manchester City eine überragende Saison gespielt hatte (14 Tore und 19 Assists in 49 Spielen).

Bei der Europameisterschaft 2020 und bei der WM 2022 gehörte Sané dann zwar zum Kader des DFB, doch ein echter Leistungsträger war er nie. Bei der EM spielte der schnelle Flügelspieler von möglichen 360 Minuten nur 116, bei der WM war er zunächst verletzt und konnte anschließend das Ausscheiden in der Vorrunde nicht verhindern.

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Leroy Sane befindet sich weiter in Topform. Gegen Freiburg steuert er erneut ein Tor bei und heimst anschließend das nächste Sonderlob von Bayern-Trainer Thomas Tuchel ein.
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FC Bayern: Thomas Tuchel lobt "Unterschiedsspieler" Leroy Sane

Bei der aktuellen Länderspiel-Reise des DFB-Teams in die USA gehört Sané jetzt zu den absoluten Hoffnungsträgern von Julian Nagelsmann, unter dem er bei Bayern selten so richtig überzeugen konnte.

Unter Nagelsmann erzielte Sané bei den Bayern zwar ordentliche 27 Tore und 22 Vorlagen in 77 Pflichtspielen, gehörte aber nicht immer zum absoluten Stammpersonal. Über die vollen 90 Minuten kam er nur selten zum Einsatz.

Sané war absoluter Wunschtransfer

Diese Probleme hatte Sané aber nicht nur bei seinem jetzigen Bundestrainer Nagelsmann. Der Flügelflitzer wusste in seiner gesamten Bayern-Zeit bisher nicht vollends zu überzeugen. Auf vereinzelte Weltklasse-Spiele folgten wieder einige schlechtere oder durchwachsene.

Das war gerade deshalb so enttäuschend, da Sané zur Saison 2020/21 als absoluter Wunschspieler für 49 Millionen von Manchester City kam. Zuvor hatte der deutsche Rekordmeister mehr als ein Jahr um Sané gekämpft.

Schon im Sommer zuvor wollte man Sané unbedingt nach München locken, war damals wohl sogar bereit, ihn zum Rekordtransfer zu machen, doch Pep Guardiola wollte Sané trotz dessen Wechselwunsches nicht ziehen lassen. Zu Beginn der Saison setzte er ihn dann im Community Shield ein, wo sich der Flügelspieler das Kreuzband riss – der Transfer platzte zunächst.

Doch Bayern blieb beharrlich und schlug ein Jahr später zu, zahlte trotz der finanziellen Probleme wegen der Corona-Pandemie eine Millionensumme, auch weil man voll von Sané überzeugt war.

Wie sehr, zeigt auch eine Aussage von Oliver Kahn auf der Vorstellungs-PK des Flügelspielers. „Es ging nach der Ära Ribéry und Robben darum, wieder erstklassige Spieler auf die Flügel zu bekommen, die wie Leroy den Unterschied in den entscheidenden Momenten ausmachen.“

Sané wird Vorschusslorbeeren lange nicht gerecht

Bei Bayern trauten sie Sané also zu, die Vereinslegenden Franck Ribéry und Arjen Robben zu ersetzen und eine Ära zu prägen - Vorschusslorbeeren, die Sané lange nicht rechtfertigen konnte. Bayern versprach sich vom Flügelspieler ähnliches Spektakel wie von der langjährigen Flügelzange und zudem eine große Anzahl von Scorerpunkten.

Und die Hoffnung darauf war nicht unbegründet, denn Sané zählte in den zwei Jahren vor seiner Knieverletzung zu den spektakulärsten Spielern der englischen Premier League.

In der Saison 17/18 verbuchte Sané 14 Tore und 19 Vorlagen in 49 Pflichtspielen, davon satte zehn Tore und 15 Vorlage in 32 Einsätzen in der Premier League. In der Saison 18/19 steigerte er sich sogar auf 16 Tore und 19 Vorlagen in 47 Einsätzen – zudem fiel er fast in jedem Spiel durch Spektakel und Konstanz auf.

An diese Zahlen konnte er in seiner Zeit bei Bayern bis zu dieser Saison nicht anknüpfen. Es fehlte gerade an Konstanz und an der dauerhaften Torgefahr.

Seine beste Saison erlebte er 2021/22 mit 14 Toren und 15 Vorlagen in 45 Einsätzen. Doch gerade in der Bundesliga traf Sané zu selten, mehr als acht Tore gelangen ihm nie.

Verhaltensänderung als Indikator für Leistungssteigerung?

In der aktuellen Saison scheint es so, als wenn er diese Marke knacken könnte, denn nach sieben Bundesligaspielen steht er schon bei sechs Toren.

Der absoluten Leistungsexplosion in dieser Saison ging bereits in der vergangenen Saison eine Veränderung in Sanés Verhalten voraus, die nun auch positive Auswirkung haben könnte.

Der 27-Jährige wirkt auf dem Platz deutlich positiver und arbeitet insgesamt mehr fürs Team. In den vorherigen Jahren wirkte er teils wie eine kleine Diva, winkte ab, wenn es nicht lief und er keinen Ball bekam oder blieb bei eigenem Ballverlust stehen.

In der vergangenen Saison legte er dieses Verhalten ab. Bei eigenem oder Ballverlust des Teams schaltet Sané schnell um und ackert nach hinten. Durch seine Schnelligkeit erobert er so auch in der Defensive einige Bälle zurück und holte sich so auch das Vertrauen der Fans zurück.

Diese verzeihen ihrem Offensive-Spieler seitdem so auch eher Ballverluste in der Offensive bei seinen teils riskanten Dribblings und Phasen, in denen er wenige Scorerpunkte sammelte - denn Sanés Einsatz stimmt nun fast immer.

Unter Tuchel explodiert Sané

In dieser Saison stimmt nun zusätzlich zum Einsatz auch wieder die Ausbeute. Der Hauptgrund dafür ist Cheftrainer Thomas Tuchel. Als dieser sein erstes Training bei den Bayern im März leitete, trat er Sané scherzhaft in den Hintern. Auch deswegen fragten sich danach viele, ob der oft phlegmatische Sané und der strenge Tuchel zusammenpassen. Doch es passt perfekt zwischen den beiden. „Wir haben einen Draht zueinander“, sagte der Trainer nach dem Sieg gegen Freiburg.

Thomas Tuchel und Leroy Sané verstehen sich gut
Thomas Tuchel und Leroy Sané verstehen sich gut

Als Ursache für seinen Leistungssprung sieht Tuchel Sanés Wohlbefinden als Hauptgrund, wenn bei ihm alles passen würde, könne er wie aktuell auch einen Gegner im Alleingang dominieren. „Wenn er ruhig ist, klar ist, Freude hat, sich nicht ablenken lässt, dann sieht man ihm das an“, erklärte Tuchel weiter.

Sané winkt Vertragsverlängerung

Aber nicht nur sein Trainer ist von der aktuellen Leistungssteigerung beeindruckt, sondern auch Bayerns neuer Sportdirektor Christoph Freund, den gerade Sanés neue Konstanz freut.

„Er ist körperlich super drauf, ihm macht es richtig Spaß alle drei Tage zu spielen“, sagte Christoph Freund nach dem Freiburg-Spiel: „Dass er ein richtig guter Kicker ist, wissen wir alle. Aber dass er so in dieser Konstanz abliefert, ist ungewohnt und macht natürlich großen Spaß.“

Einen Sané in dieser Form möchten die Verantwortlichen der Bayern natürlich noch lange in ihrem Verein sehen. Der Vertrag des Flügelspielers läuft noch bis 2025, Sportdirektor Freund stellt dem 27-Jährigen nun eine Vertragsverlängerung in Aussicht.

„Wir werden sicher in den nächsten Wochen Gespräche führen. Er ist ein außergewöhnlich guter Spieler, für Bayern München ein Schlüsselspieler. Es wäre sicher schön, wenn er lange in München bleiben würde“, erklärte Freund.

Ob Sané langfristig bei den Bayern bleibt, ist aktuell noch komplett offen. Aktuell gelingt es ihm aber endlich, die großen Erwartungen voll zu erfüllen und so wird der wohl beste Leroy Sané aller Zeiten zum absoluten Hoffnungsträger für den FC Bayern und die Nationalmannschaft.