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Werder Bremen: Wie ein Shopping-Trick das zweite "Wunder von der Weser" ermöglichte

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Werder Bremen: Wie ein Shopping-Trick das zweite "Wunder von der Weser" ermöglichte

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Trick ermöglicht Wunder von der Weser

Am 11. Oktober 1988 schafft der SV Werder Bremen das unmöglich geglaubte. Warum man heute vom Wunder an der Weser spricht.
6. August 2004: Im Bremer Weserstadion fällt das Licht aus. Der Saisonauftakt zwischen Meister Werder und Schalke verzögert sich um über eine Stunde.
Bjarne Lassen
Bjarne Lassen

Eigentlich war es schon das zweite Wunder an der Weser, das Werder Bremen an diesem denkwürdigen 11. Oktober 1988 schaffte.

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Ungefähr ein Jahr zuvor hatten die Grün-Weißen in der 2. Runde des UEFA-Cups gegen Spartak Moskau ein 1:4 aus dem Hinspiel noch durch ein 6:2 gedreht und damit den Mythos des „Wunders von der Weser“ begründet.

Das zweite Wunder von der Weser sollte mit einer bitteren 0:3 Pleite beginnen - und mit einem 5:0 Erfolg der Bremer enden.

Werder Bremen gegen die DDR-Übermacht

„Wunder gibt es immer wieder, heute oder morgen können sie geschehen.“ Mit dieser Zeile aus einem Schlager-Song von Katja Ebstein versuchte Meistertrainer Otto Rehhagel einst etwas zu erklären, was er nicht erklären konnte. Niemand konnte es. Was an jenem Oktoberabend 1988 passierte, ist geschichtsträchtig.

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Der Gegner in diesem legendären Spiel? Kein Geringerer als der große BFC Dynamo Berlin, zu damaligen Zeit der FC Bayern der DDR, der von 1979 bis 1988 jede Meisterschaft gewann. Das Spiel sorgte nicht nur in ganz Deutschland, sondern in ganz Europa für Aufsehen.

Werder traf als Deutscher Meister im Europapokal der Landesmeister, auf jenen BFC-Dynamo und spielte schlecht – zumindest im Hinspiel.

Dass die Bremer gerade eine Mannschaft aufbauten, die sehr schwer zu schlagen war - davon sah man im Hinspiel gegen Dynamo nichts.

Fußball, Europapokal der Landesmeister 1988 1989, SV Werder Bremen - BFC Dynamo 5-0 Europapokal der Landesmeister 1. Runde, SV Werder Bremen - Berliner FC Dynamo: Jonny Otten (li., Bremen) gegen Andreas Thom (BFC)
Fußball, Europapokal der Landesmeister 1988 1989, SV Werder Bremen - BFC Dynamo 5-0 Europapokal der Landesmeister 1. Runde, SV Werder Bremen - Berliner FC Dynamo: Jonny Otten (li., Bremen) gegen Andreas Thom (BFC)

Selbst Bundeskanzler Willy Brandt sauer

„Scheiße“ hatte man laut Mittelstürmer Karl-Heinz Riedle gespielt. Selbst Ex-Bundeskanzler Willy Brandt ärgerte sich im Stadion über die 0:3 Schmach. Werders Mittelfeldspieler Günter Hermann gab im Gespräch mit dem NDR zu, man Angsthasenfußball habe gespielt und den Gegner auf die leichte Schulter genommen.

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Selbst glaubten die Bremer im ersten Moment nicht an das Comeback. Zu groß war die Enttäuschung und zu klein der Glaube daran, dass man das noch umgebogen bekommt.

Eine Frage beschäftigte Fußball-Deutschland: Ist Werder noch nicht bereit für die ganz große Bühne? Diese sollten sie im Rückspiel eindrucksvoll beantworten.

Bereits im ersten „Wunder von der Weser“ drehten sie eine 1:4-Niederlage mit einem 6:2 gegen Spartak Moskau. Die Spieler wussten also, dass sie zurückkommen können - und das taten sie dann auch!

Shopping-Angebot lenkt die Dynamo-Stars ab

Legendär ist, wie Werder-Manager Willi Lemke noch am Morgen des Spiels die Berliner mit dem sogenannten „Werder-Rabatt“ zum Shoppen einlud. Gegner Thomas Doll erwähnte beim NDR, dass man sich mehr Gedanken um Elektrogeräte machte, als um das Spiel.

Plan geglückt, die Berliner abgelenkt und man selbst 100 Prozent motiviert und fokussiert, das Spiel nicht nur zu gewinnen, sondern auch eine Runde weiterzukommen.

23.500 Zuschauer im Weserstadion sahen zu, wie die Bremer Offensive immer wieder die Fähigkeiten von Dynamo-Torhüter Bodo Rudwaleit testeten – vergeblich! Den zur Halbzeit konnte nur Michael Kutzop treffen (22. Minute per Elfmeter).

Erst rennt die Zeit - dann brechen alle Dämme

Es drohte trotzdem die Zeit davonzulaufen, denn obwohl Bremen viel besser spielte und zu Chancen kam, wollte das Runde nicht ins Eckige - bis Günter Hermann (55.) und Riedle (62.) den SV Werder mit ihren Toren erlöste. Damit war der Rückstand aus dem Hinspiel bereits ausgeglichen-

Doch die Männer von Otto Rehhagel hatten nicht genug: Als Manni Burgsmüller per Flugkopfball traf (80.), brachen in Bremen alle Dämme.

Niemand geringer als Thomas Schaaf persönlich sollte es sein, der den Schlusspunkt setzte, indem er in der 90. Minute das 5:0 erzielte.

Die Europareise ging noch weiter für die Bremer. In der nächsten Runde konnte man Celtic Glasgow besiegen, ehe dann im Viertelfinale gegen die Stars des AC Mailand Schluss war.

Doch wie sagte es der Fernsehkommentator des Duells Bremen gegen Dynamo so treffend? „Ein Spiel, von dem man noch Jahrzehnte später sprechen wird.“