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Christoph Freund: Der Schicksalsschlag des Bayern-Bosses

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Christoph Freund: Der Schicksalsschlag des Bayern-Bosses

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Der Schicksalsschlag des Bayern-Bosses

Christoph Freund hat seit dem späten Sommer die Zügel des FC Bayern in der Hand. Der Sportdirektor verrät im STAHLWERK Doppelpass, wie ein Schicksalsschlag seinen Weg beeinflusste.
Nach der 1:5-Niederlage gegen Frankfurt geht Bayern-Sportdirektor Christoph Freund mit seiner Mannschaft hart ins Gericht.
Vincent Wuttke
Vincent Wuttke

Christoph Freund ist niemand, der emotional komplett aus sich herausgeht. Selbst, als er die Mannschaft des FC Bayern nach dem 1:5 gegen Eintracht Frankfurt scharf kritisierte, blieb er äußerlich ruhig.

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Der 46-Jährige, seit Spätsommer Sportdirektor des deutschen Rekordmeisters, ruht vielmehr in sich. Damit ist der Österreicher ein ganz anderer Typ als die ehemaligen Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß oder Oliver Kahn.

Allerdings holt sich der neue Boss durchaus Rat bei seinen Vorgängern. „Es fühlt sich gut an, es waren viele Eindrücke, es war nicht langweilig. Es ist eine gute Energie, es gibt einen guten Austausch – auch mit dem Vorstand, dem Herrn Hoeneß und Rummenigge und mit dem Trainerteam“, verriet Freund im STAHLWERK Doppelpass bei SPORT1.

Doch eigentlich ist der Österreicher niemand, der auf Hilfe von anderen angewiesen ist. Denn in seinem Leben hat sich Freund trotz eines großen Schicksalsschlags bis ganz nach oben gearbeitet.

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Freund verlor mit 24 Jahren seinen Vater

Das Leben des ehemaligen Profis änderte sich radikal, als er mit 24 Jahren seinen Vater verlor. Freund musste das Familienunternehmen übernehmen und die Tischlerei weiterführen - ohne jegliche Vorkenntnisse vom Tischlern oder der Leitung eines Betriebes!

Vor allem eines war zu Beginn ganz wichtig: Freund musste seine Emotionen schnell in den Griff bekommen und stattdessen für seine Angestellten gute Arbeit leisten. „Es war ein spezieller Weg. Dann war ich mir nicht sicher, ob das weitergeht mit 20, 25 Mitarbeitern“, sagte Freund bei SPORT1.

Er habe aus dieser Zeit viel mitgenommen: „Das war eine ganz wichtige Phase in meinem Leben, weil ich ein sehr enges Verhältnis zu meinem Vater hatte und weil ich gelernt habe, dass – wenn man ein Team hat – sich aufeinander verlassen und verschiedene Stärken einbringen kann, sehr viel erreicht werden kann. Für mich war das ein großer Erfolg.“

Mit der eigenen Karriere als Spieler war aufgrund dieser neuen Aufgabe früh Schluss und so spielte er nach diesem Schicksalsschlag nicht mehr höher als in der dritten österreichischen Liga.

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Nach einigen Jahren im Betrieb kehrte Freund dann aber zurück in die Fußballbranche.

Ohne große Vorerfahrungen als Vereinsfunktionär bekam der Ex-Profi ein Angebot von Red Bull Salzburg und begann dort 2006 als Teammanager. Und Freund profitierte von seiner Feuertaufe im Tischlerbetrieb seiner Familie.

Freund: Steile Karriere bei Salzburg

Sechs Jahre lang bekleidete er dieses Amt, bevor er zum Sportkoordinatoren befördert wurde.

Der Klub war mit der Arbeit des Österreichers so zufrieden, dass die Bosse ihm 2015 den nächsten Sprung nach oben ermöglichten und Freund zum Sportdirektor ernannten.

Nach acht Jahren zog es Freund im September dann nach München. Auch bei seinem neuen Job hat sich der 46-Jährige immer an seinen Grundsatz erinnert, den er mit 24 Jahren verinnerlichte.

Freund hat besondere Grundsätze verinnerlicht

„Egal, ob im Handwerk oder beim Fußball, es geht immer um den Menschen. Wenn man sich mit seinem Gegenüber auseinandersetzt und sich für ihn interessiert, dann baut man eine ganz andere Basis auf und bekommt viel mehr zurück“, sagte Freund auf der Homepage des FC Bayern nach der Ankunft.

Übrigens: „Die Tischlerei gibt es heute noch, sie ist eine der größten Tischlereien im Salzburger Land“, verkündete Freund stolz - ohne jedoch äußerlich aus sich herauszugehen.

Freund hat eben früh gelernt, seine Emotionen zu kontrollieren.