2015 wechselte Sven Ulreich von seinem Jugendverein VfB Stuttgart zum großen FC Bayern - ein Wechsel, der damals große Diskussionen auslöste.
FC Bayern: Ulreich erklärt den Transfer, den viele nicht verstanden
Ulreich erklärt seinen Bayern-Wechsel
Ulreich tauschte in noch jungem Fußballer-Alter den Stammplatz bei einem Bundesligisten ein gegen eine klar definierte Backup-Rolle hinter Manuel Neuer. Warum er diese folgenschwere Entscheidung traf, hat er nun in einem Interview mit der Neujahrs-Ausgabe des Bayern-Magazins nochmal erläutert.
Ulreich sah in Transfer zum FC Bayern „Schritt nach vorne“
„Als mich der FC Bayern damals aus Stuttgart holen wollte, dachte ich als Erstes: ‚Wow! Cool! Bayern!‘ Aber dann, im nächsten Moment, wurde mir bewusst: Nummer zwei? Ich war 26, und das war so nicht in meinem Karriereplan vorgesehen“, erinnert sich Ulreich.
Er entschied sich dennoch für einen Wechsel zum damals noch von Pep Guardiola trainierten Rekordmeister - auch, um von der Zusammenarbeit mit Manuel Neuer zu profitieren. „Durch die tägliche Arbeit mit Manu und dieser Weltklassemannschaft konnte ich viel lernen. Mir war klar, dass das manche Leute vielleicht nicht verstehen wollten. Für mich war es aber ein Schritt nach vorne.“
Seitdem kam Ulreich in 98 Pflichtspielen für den FC Bayern zum Einsatz und gewann unter anderem sieben Mal die Deutsche Meisterschaft und dreimal den DFB-Pokal. 2020 wechselte Ulreich für eine Saison zum Hamburger SV, kehrte nach dem verpassten Aufstieg in die Bundesliga aber wieder ablösefrei zum deutschen Rekordmeister zurück.
Ulreich und Neuer sind inzwischen gute Freunde
In der laufenden Saison bestritt der 35-Jährige die ersten acht Ligaspiele, ehe Stammtorhüter Manuel Neuer nach seiner schweren Verletzung wieder ins Tor zurückkehren konnte. Wie Ulreich das aufgenommen hat? Mit gemischten Gefühlen, wie er zugibt.
„Wenn man so im Spiel drin ist, wenn es gut läuft, dann ist es im ersten Moment natürlich nicht leicht, sich wieder auf die Bank zu setzen. Aber ich weiß, was meine Aufgabe hier beim FC Bayern ist. Und ich habe mich auch riesig gefreut, als Manu zurück war“, führt er aus.
Als Zeichen der Wertschätzung verlängerte der FC Bayern Ende November sowohl mit Neuer und Ulreich bis Juni 2025. Ein positives Zeichen an Ulreich, der sich auch abseits des Fußballs mit Neuer sehr gut versteht. „Die Beziehung zwischen Manu und mir geht über das Kollegiale hinaus. Wir sind im Laufe der vielen gemeinsamen Jahre Freunde geworden. Und das ist auch für mich wichtig, weil ich mich wohlfühlen muss, um meine Leistung bringen zu können.“