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So reagierte Uli Hoeneß auf den Tod von Franz Beckenbauer

Beckenbauer: So reagierte Hoeneß

Mit Franz Beckenbauer starb am 7. Januar der wohl beste Fußballer, den Deutschlands jemals hatte. Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sprechen über den Moment, als sie vom Tod des Kaisers erfuhren.
Uli Hoeneß gedenkt Franz Beckenbauer mit einer ergreifenden Rede. Beim Ehrenpräsidenten des FC Bayern sind die Emotionen sichtbar.
Mit Franz Beckenbauer starb am 7. Januar der wohl beste Fußballer, den Deutschlands jemals hatte. Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sprechen über den Moment, als sie vom Tod des Kaisers erfuhren.

Noch immer trägt die Fußballwelt Trauer nach dem Tod von Franz Beckenbauer am 7. Januar. Vor allem bei seinem Klub, dem FC Bayern, ist die Trauer groß.

„Ich werde nie vergessen, wie mein Telefon klingelte. Heidi Beckenbauer war dran, um es mir mitzuteilen, und dann habe ich gesagt: „Mein Beileid, aber ich kann jetzt leider nicht weitersprechen. Ich rufe dich morgen zurück.“ Wir wussten zwar alle, dass es um Franz nicht gut stand, aber dass es dann so schnell ging, war ein furchtbarer Schock“, beschreibt Uli Hoeneß im FC Bayern Mitgliedermagazins 51 den Moment, als er vom Tod Beckenbauers erfuhr.

Mit dem Kaiser verband den Ehrenpräsidenten der Bayern eine innige Freundschaft. Sie gewannen nicht nur zahlreiche Titel, sondern machten den Rekordmeister auch zum, was er heute ist - den erfolgreichsten Klub Deutschlands.

„Franz verkörperte das „Mia san mia“

„Franz verkörperte das „Mia san mia“ als Erster, und das ist auch die Verpflichtung aller weiteren Bayern-Generationen: immer an sich glauben, stark sein und gleichzeitig bodenständig, immer gewinnen wollen – und sich treu bleiben“, erinnert Hoeneß an die unglaubliche Stärke und Leidenschaft Beckenbauers.

Er habe immer die kleinen Leute verteidigt und die Großen attackiert. „Wenn jemand in Schwierigkeiten war, war er der Erste, der geholfen hat. Als Gerd Müller aus Amerika zurückkam und Unterstützung brauchte, sagte Franz zu mir: „Uli, wir müssen ihm helfen.“ Dass wir Gerd wieder auf die Beine gestellt haben, war ein Verdienst von Franz, der die Initiative ergriffen hat“, erklärte Hoeneß.

Rummenigge: Beckenbauer ein Unikat

Karl-Heinz Rummenigge erinnert sich an das erste Aufeinandertreffen mit dem damaligen Superstar der Bayern.“ Vor dem ersten Training habe ich mich vorgestellt: „Herr Beckenbauer, ich bin neu hier und heiße Karl-Heinz Rummenigge.“ Er meinte nur: „Ich bin der Franz.“ In der ersten Zeit habe ich nur geschaut und zugehört wie ein Lehrjunge. Ich musste einordnen, was um mich herum alles passiert, und ich habe von Franz gelernt, wie man es anderen leicht machen kann, sich in einer neuen Welt zurechtzufinden.“

Der dann doch etwas unerwartete Tod habe ihn dann geschockt. „Als dann der Moment kam … puh … das zieht einem den Boden weg. Wir hätten uns gerne noch von ihm verabschieden wollen, aber leider ist uns da am Ende die Zeit davongelaufen“, beschreibt der Vize-Weltmeister von 1986 seine Gefühle.

Franz Beckenbauer sei ein Unikat gewesen, erinnert sich Rummenigge voller Ehrfurcht. „Es gibt niemand Vergleichbaren. Heute würde man sagen: Er war divers – weil er für alle stand. Franz war global und divers. Er ist in der Nachkriegszeit groß geworden und war der beste Straßenfußballer, der je in Deutschland geboren wurde. Was er aus allem gemacht hat, was ihm das Leben zugespielt hat, ist einzigartig. Auch nach seiner aktiven Karriere gelang ihm alles, speziell 2006, als er Deutschland die WM ins Land geholt hat. Das war seine größte Leistung.“

Breitner spricht von großer Leere

Und Paul Breitner, der mit Beckenbauer 1974 den WM-Titel feierte, spricht von einer großen Leere. „Franz hinterlässt eine Leere, die werden wir immer spüren. Es gibt den Spruch, du sollst über Verstorbene nichts Schlechtes sagen – uns würde sowieso nichts einfallen. Als wir das letzte Mal bei ihm waren, hatten wir gehofft, dass wir diese Besuche schon noch ein paarmal weiterführen werden. Es sollte nicht sein.“

Mit einer großen Trauerfeiert in der Allianz Arena am 19. Januar verabschiedete sich der FC Bayern und seine Fans von seiner Vereinslegende.