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FC Bayern: Tuchel? "Damit können viele nicht umgehen"

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FC Bayern: Tuchel? "Damit können viele nicht umgehen"

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Tuchel? „Damit können viele nicht umgehen“

Bleibt Thomas Tuchel bis zum Saisonende Trainer beim FC Bayern? Im STAHLWERK Doppelpass kritisiert SPORT1-Experte Stefan Effenberg die öffentlichen Aussagen des Trainers. Bei einem Champions-League-Aus am Dienstag prophezeit er das sofortige Ende von Tuchels Amtszeit.
Thomas Tuchel kritisiert seine Mannschaft nach dem Unentschieden gegen Freiburg öffentlich. Die Experten im STAHLWERK Doppelpass haben dazu eine klare Meinung.
SPORT1
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von SPORT1

Dem FC Bayern droht nach dem neuerlichen Rückschlag in Freiburg (2:2) die erste titellose Saison seit elf Jahren. Trainer Thomas Tuchel, der den Rekordmeister zum Saisonende verlassen muss, gerät nach der erneut schwachen Vorstellung seines Teams noch stärker unter Druck. Zum wiederholten Mal attackierte der Coach seine Spieler öffentlich, sprach von „Harakiri-Fußball und individuellen Fehlern“.

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Zwar bekam Tuchel von den Bayern-Bossen erneut ein Garantie, am kommenden Dienstag in der Champions League gegen Lazio Rom (ab 21.00 Uhr im LIVETICKER) auf der Bank zu sitzen. Die Stimmen, die seine sofortige Ablösung fordern, nehmen aber zu.

Im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1 nehmen Stefan Effenberg und Heiko Herrlich Stellung zur Frage, ob es nicht ein Fehler der Bayern sei, mit Tuchel bis zum Saisonende weitermachen zu wollen - und ob das Lazio-Spiel eine Art Endspiel für den Coach sei.

„Außendarstellung nicht gut“

„Es ist kein Fehler, denn die Zeit ist zu kurz. Aber die Außendarstellung von Tuchel und was er den Jungs vermittelt, das kommt bei den Spielern nicht gut an. Die Spieler sind extrem geschult, mit denen musst du anders umgehen. Zu sagen, wir haben Harakiri gespielt und es gab fatale Fehler – das darfst du bei Bayern München nicht machen,“ kritisierte der SPORT1-Experte Effenberg Bayern-Coach.

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Ein Ottmar Hitzfeld habe so etwas nie gemacht, sagt Effenberg. „Das sprichst du nur in der Kabine an. Aber: Wenn du von Harakiri sprichst, dann hängt das ja auch mit ihm (Tuchel, Anm. d. Red.) zusammen. Wenn du eine Mannschaft hast, die eh schon verunsichert ist, dann hau nicht noch drauf, sondern versuche, sie zu streicheln, um das Positive herauszukitzeln. (…) Du musst bei Topspielern in so einem Verein das Vertrauen gewinnen durch Kommunikation. Dann werden sie für dich durchs Feuer gehen. Aber das hat Tuchel nie gemacht, und zwar zu keiner Phase.“

Kehl: Nicht nur fachliche Komponente zählt

Borussia Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl erklärte auf Nachfrage zu Tuchel. „Man hört auch heute in Dortmund noch, dass Thomas Tuchel ein guter Trainer ist. Es geht aber nicht nur um die fachliche Komponente, sondern auch um eine menschliche und emotionale“, sagte der ehemalige BVB-Profi, der die Zeit von Tuchel als Trainer der Borussia allerdings nicht persönlich erlebt hatte.

Er könne die Situation bei den Bayern aber nicht beurteilen. Die Qualität der Mannschaft sei unbestritten, am Ende habe man nun versucht, die Mannschaft in die Pflicht zu nehmen. „Man wollte einer Diskussion somit früh aus dem Weg gehen und auch Planungssicherheit haben für die Spieler und Transfers im Sommer. Die nächsten Wochen werden zeigen, wie lange der Weg bei Thomas Tuchel bei Bayern München noch geht.“

Effenberg: Bayern-Team in der Pflicht

Stefan Effenberg sieht das Team der Bayern zwar ebenfalls in der Pflicht, „aber ein Coach muss auch vorangehen und auch in einer PK die positiven Dinge herausstellen - und das tut er nicht. Von daher besteht auch die Gefahr, dass sie nun in der Champions League gegen Lazio ausscheiden. Aber dennoch: Vor allem ist die Mannschaft gefordert.“

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Gleichzeitig warnt der Champions-League-Sieger von 2001 vor einem Scheitern in der Königsklasse. „Wenn das nun gegen Lazio schief geht, wird es noch lauter. Dann geht es nur noch darum, die Saison noch zu retten, um die Champions-League-Quali zu schaffen – weniger glaube ich, dass sie noch in die Meisterschaft eingreifen. Jetzt kommt ja auch noch die Gefahr von hinten mit Dortmund, Leipzig und Stuttgart, auch wenn ich den Teufel nicht an die Wand malen will. Sollte das gegen Lazio in die Hose gehen, müssen sie reagieren.“ Im Klartext: Thomas Tuchel beurlauben.

Man müssen schon eine gewisse Balance halten, ergänzte Kehl zur Situation bei den Bayern. Auf der einen Seite verlange diese junge Generation von Spielern Führung und gewisse Anleitung, damit Abläufe einstudiert und automatisiert würden. „Auf der anderen Seite haben wir so viel Qualität in all diesen Mannschaften. Ein Jamal Musiala ist nicht in ein System zu bringen. Aber: Es ist immer eine Mischung aus Vorgaben, Matchplan und persönliche Freiheiten. Da ist Kommunikation das große und sensible Thema.“

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Herrlich verteidigt Tuchel

Heiko Herrlich, der mit dem BVB 1997 de Champions League und zwei Mal die Deutsche Meisterschaft feierte, beurteilt Tuchel im STAHLWERK Doppelpass als starken Coach.

„Ich sehe Tuchel als überragenden Trainer, auch seine Zeit in Dortmund von Außen betrachtet: Da hat er so viele Punkte geholt, um Meister werden zu können, ist auch Pokalsieger geworden. (..) Er ist wie er ist und er ist authentisch – aber damit können viele nicht umgehen.“

Die Bayern hätten geglaubt, durch die Trennung Ruhe reinzubekommen, aber genau das Gegenteil sei eingetreten, erklärte der ehemalige Trainer des FC Augsburg.

Auf eine vorzeitige Tuchel-Ablösung glaubt er auch bei einem Ausscheiden in der Königsklasse nicht. „Lasst sie jetzt doch erst mal spielen. Ich glaube nicht, dass Bayern noch mal die Pferde wechselt, selbst wenn es zum Super-GAU kommen sollte. Erst für Nagelsmann kritisiert zu werden, dann die Entscheidung – ich glaube, die Bayern ziehen das jetzt durch.“