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Zu besonders für den FC Bayern?

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Zu besonders für den FC Bayern?

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Ist Mourinho zu besonders für Bayern?

José Mourinho wird als möglicher Nachfolger für Thomas Tuchel auf der Trainerbank des FC Bayern gehandelt. Mit Blick auf seine Karriere stellt sich jedoch die Frage, ob „The Special One“ nicht etwas zu besonders für den Rekordmeister ist.
Der FC Bayern zeigt bei der Pleite gegen Dortmund eine schwache Leistung. Ein TV-Experte bringt José Mourinho ins Spiel.
Sophie Affeldt
Sophie Affeldt

„The Special One“: So stellte sich José Mourinho 2004 bei seinem ersten Auftritt als Cheftrainer des FC Chelsea vor, nachdem er kurz zuvor sensationell die Champion League mit dem FC Porto gewonnen hatte. Dass er wirklich besonders ist, das bewies der Portugiese im Laufe seiner inzwischen fast 25-jährigen Cheftrainer-Laufbahn allemal.

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Wenn es nach TV-Experte Dieter Hamann geht, ist genau jener Mourinho der Richtige, um die Nachfolge von Thomas Tuchel beim FC Bayern München anzutreten - und das bestenfalls sofort.

Die Erfolge sprechen für sich

Rein sportlich gesehen ist der Coach mit dem großen Selbstwertgefühl über alle Zweifel erhaben, er gehört international gesehen zu den erfolgreichsten Trainern überhaupt. Neben Titeln in der Champions-, Europa- und Conference League kann er auch den Gewinn der Meisterschaft in der Premier League, der La Liga und der Serie A als Erfolge verbuchen. Mit Inter Mailand holte er in der Saison 2009/10 gar das Triple.

Doch zur Personalie Mourinho gehört eben weitaus mehr als nur die Ergebnisse. Und da stellt sich die Frage, ob der FC Bayern und der Portugiese tatsächlich die Erfolgskombination wären, wie Hamann und auch Michael Reschke, der ehemalige Technische Direktor der Münchener, es weismachen wollen.

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Der Portugieser macht sich einen Namen als „Skandalnudel“

Provozierende Gesten, Handgreiflichkeiten, Beleidigungen: Auch Schlagzeilen in diese Richtung gehören dazu, wenn man den Portugiesen auf die Trainerbank setzt. Zahlreiche Male wurde der Star-Coach für seine strittigen Aktionen bereits mit Geldstrafen und Spielsperren belegt.

Wie Mourinho tickt, zeigt ein Skandal aus dem Jahr 2005. Der Portugiese ließ sich trotz einer Sperre nicht davon abhalten, seine Mannschaft zu coachen. Dabei durfte er im Viertelfinale der Champions League gegen den FC Bayern als Trainer des FC Chelsea eigentlich nicht dabei sein.

Mourinho wurde kreativ: Laut Informationen der Times versteckte er sich im Hinspiel in London in der Umkleidekabine des Teams und gab seinem Assistenten Informationen über Funk. Um nicht erkannt zu werden, ließ er sich anschließend in einem Wäschekorb aus dem Stadion schieben.

Es ist ein heißes Gerücht: Wird Jose Mourinho Bayern-Trainer? Falls ja, darf man sich in der Bundesliga mit Sicherheit auf viele kuriose und spektakuläre PK-Momente freuen.
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Nach seiner Zeit bei Chelsea verbrachte der Star-Coach eine von Erfolgen geprägte Amtsperiode bei Inter Mailand, ehe es ihn im Sommer 2010 nach Spanien zu den Königlichen von Real Madrid verschlug, wo er erneut für Negativ-Schlagzeilen sorgte.

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Der Wechsel wurde dem damaligen Sportdirektor Jorge Valdano zum Verhängnis - er verkrachte sich mit Mourinho und wurde nach einem monatelangen Machtkampf am Ende gefeuert - ein Szenario, das man beim FC Bayern sicher nicht erleben wollen würde. Würde sich ein Mann wie Uli Hoeneß einen solchen Trainer antun?

Mourinho teilt aus

Mourinho ist bekannt dafür, mit seinen Emotionen nicht hinter dem Berg zu halten. Das bekam die Presse genauso zu spüren wie die eigenen Spieler und die Trainer der Konkurrenten, die sich ebenfalls regelmäßig Pöbeleien aussetzen mussten.

Besonders brisant: Bei einer Partie des spanischen Supercups kam es 2011 zu einem Gerangel zwischen dem aufbrausenden Portugiesen und Tito Vilanova, dem damaligen Co-Trainer von Erzrivale Barcelona. Diesem stach der Ex-Roma-Coach dabei mit seinem Finger ins Auge.

Unter den Schiedsrichtern machte sich der Star-Trainer in seiner Laufbahn ebenfalls wenig Freunde. Attacken gegen die Unparteiischen gehören an Spieltagen fast schon zur Tagesordnung. Nach einem Sieg mit Real gegen Sevilla im Jahr 2010 präsentierte er im Presseraum einen Zettel, auf dem er 13 Fehler auflistete, die der Unparteiische im Spiel begangen haben soll.

Einen noch direkteren Angriff startete „The Special One“ nach dem Ausscheiden im Viertelfinale des spanischen Pokals im Jahr 2012, als er Schiedsrichter Fernando Teixeira in der Tiefgarage des Camp Nous auflauerte, um ihn von Angesicht zu Angesicht zu kritisieren.

Trainer José Mourinho hat die Schiedsrichter des Europa League Finales nach der Niederlage beleidigt und den Kontakt gesucht.
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Und auch das sollte nicht der letzte Vorfall dieser Art bleiben: Erst kürzlich, nach dem knapp verlorenen Europa-League-Finale gegen Sevilla mit der AS Rom im Jahr 2023, bepöbelte er den damals verantwortlichen Spielleiter ebenfalls im Parkhaus.

Seitdem lief es auch für die Mannschaft nicht mehr gut, die großen Erfolge blieben aus. Im Januar wurde Mourinho von der AS Roma entlassen.

Ein großer Erfolg und eine große Niederlage gegen die Bayern

Einen neuen Arbeitgeber hat der zweimalige Champions-League-Sieger seither nicht gefunden. Zuletzt kündigte er an, im Sommer wieder arbeiten zu wollen. Ein Bundesliga-Klub fehlt dem 61-Jährigen noch in seiner Vita. Auch wenn er selbst noch nie in Deutschland tätig war, hatte er bereits zahlreiche Berührungspunkte mit der Liga und auch mit dem FC Bayern selbst.

Gegen die Münchener feierte er einen seiner größten Erfolge: Mit Inter bezwang er den Rekordmeister der Bundesliga im Champions-League-Finale des Jahres 2010 mit 2:0 und holte damit seinen bis heute letzten Titel in der Königsklasse.

Trainiert wurden die Bayern damals ausgerechnet von Louis van Gaal, der als Lehrmeister von Mourinho gilt. Beide arbeiteten Ende der 90er-Jahre gemeinsam beim FC Barcelona, der junge Portugiese wurde damals dann zum Co-Trainer des Niederländers.

Mourinho verbindet mit dem FC Bayern allerdings auch bittere Erinnerungen, denn zwei Jahre später wendete sich das Blatt: Die Mannschaft, die nun von Jupp Heynckes trainiert wurde, fügte dem exzentrischen Trainer, der wiederum in der Zwischenzeit bei Real Madrid unterzeichnet hatte, 2012 eine knappe Niederlage im Halbfinde der Königsklasse zu.

Das Spiel wurde erst im Elfmeterschießen entschieden - und sorgte im Anschluss für Tränen bei Mourinho. „Ich habe geweint, natürlich nicht auf dem Spielfeld oder in der Umkleidekabine. Aber auf der Heimfahrt“, gab er zahlreiche Jahre nach der Niederlage zu. Damit zeigte der 61-Jährige zur Abwechslung eine andere emotionale Seite von sich.

Chance und Risiko zugleich für den Bundesliga-Rekordmeister

Der Gedanke, Mourinho in die bayrische Landeshauptstadt zu holen, ist nicht neu. Ohne einen konkreten Zeitpunkt zu nennen, berichtete Karl-Heinz Rummenigge bereits im Jahr 2021 gegenüber Rai Sport, das der FC Bayern Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Super-Coach hatte.

Am Ende fiel die Entscheidung dann allerdings auf einen Trainer „mit einem anderen Profil und anderen Eigenschaften, die mehr zu Bayern passen“, erklärte der ehemalige Bayern-Boss. Welche Eigenschaften gemeint waren, verriet er nicht.

Und so bleiben die Zweifel daran, ob das Gesamtpaket des Portugiesen nach München passt, vorhanden.

Gerade nach einer Saison wie der aktuellen dürfte man meinen, der Verein würde sich vor allem nach einem sehnen, nämlich Ruhe. Und die gibt es mit einem so besonderen Mann wie Mourinho an der Seitenlinie selten.