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Bundesliga: Jahr eins nach Streich! Ein erster Schritt im großen Umbruch

Der erste Schritt im großen Umbruch

Julian Schuster macht den Abgang von Trainer-Legende Christian Streich vergessen. Der SC Freiburg präsentiert sich auch in dieser Spielzeit stabil, ohne dabei zu glänzen.
Freiburgs Sportvorstand Jochen Saier spricht im STAHLWERK Doppelpass über die gestiegene Erwartungshaltung beim Sport-Club und über einen sich anbahnenden Transfer.
Julian Schuster macht den Abgang von Trainer-Legende Christian Streich vergessen. Der SC Freiburg präsentiert sich auch in dieser Spielzeit stabil, ohne dabei zu glänzen.

Der Abgang von Christian Streich im vergangenen Sommer nach zwölfeinhalb Jahren hinterließ eine große Lücke, die schwer gestopft werden kann - das dachte man zumindest.

Nach 19 Spieltagen in der ersten Saison nach der Streich-Ära steht der SC Freiburg mit 27 Punkten auf Platz zehn. Damit hat der SCF zu diesem Zeitpunkt nur einen Punkt weniger als im letzten Jahr unter Streich. Mit Julian Schuster haben die Freiburger im Sommer einen alten Schützling von Streich als Trainer verpflichtet.

Dabei war die Wahl von Schuster nicht risikofrei - der 39-Jährige hatte zuvor noch keine Erfahrung als Cheftrainer im Profibereich. An seinen Fähigkeiten als Trainer äußerte Sportvorstand Jochen Saier im STAHLWERK Doppelpass aber keinerlei Zweifel: „Julian ist im Gesamtpaket ein absoluter Top-Trainer.“

SCF-Sportvorstand Jochen Saier zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung der Breisgauer: „Natürlich haben wir im Moment nicht die einfachste Phase. Aber bis jetzt, mit der Punkteausbeute und wie wir in der neuen Konstellation in die Saison gekommen sind, sind wir sehr zufrieden, das ist wunderbar.“

Schuster spielte zehn Jahre für Freiburg

Dabei blieb sich der SC Freiburg selbst treu. Mit Schuster fand Freiburg einen Nachfolger, dem das Umfeld bestens bekannt war. Als Spieler lief Schuster zehn Jahre im Breisgau auf. Im aktuellen Kader stehen immer noch neun Spieler, mit denen der Cheftrainer selbst zusammenspielte.

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Das führt zu einem weiteren Problem des Sportclubs. Freiburg hat mit einem Altersdurchschnitt von 26,65 Jahren nach Union Berlin in dieser Spielzeit den zweitältesten Kader der Bundesliga. Leistungsträger wir Matthias Ginter, Christian Günter oder Vincenzo Grifo sind bereits im Herbst ihrer Karriere angekommen.

Auf Sportvorstand Saier wartet nach der Trainersuche eine weitere Herausforderung: Der Kader muss verjüngt werden. „Das wird für uns nochmal eine genauso große Aufgabe werden, die Mannschaftsstruktur anzupassen, Übergänge zu schaffen“, erklärte Saier.

Er fügte an: „Irgendwann kommt der Zeitpunkt, dass wir fließende Übergaben mit sehr verdienten Spielern schaffen müssen.“

Freiburg verpasst Anschluss zu Top-Teams

In den letzten fünf Saisons holte der SCF immer eine Top-Ten-Platzierung, zweimal spielte Freiburg zudem international. Beide Male war im Achtelfinale der Europa League Schluss, einmal gegen Juventus Turin, einmal gegen West Ham. „Ich glaube, dass wir anhand unserer Möglichkeiten eher überperformen“, bremste Saier im STAHLWERK Doppelpass die Erwartungen an den SCF.

Zwar ist Freiburg konstant im Bundesliga-Mittelfeld zu finden, der große Sprung zu einem Team, das den Angriff auf die Top-Platzierungen wagen kann, verpasste der SCF in den letzten Jahren immer.

Freiburg? „Unser Weg ist ein anderer“

Saier sieht bei Freiburg aber keine stagnierende Entwicklung: „Unser Weg ist ein anderer, wir investieren mehr in die Mannschaft, wir wachsen als Gesamtverein ganz extrem. Wir wollen unseren eigenen Weg gehen, wo Identität eine wichtige Rolle spielt, sowohl auf der Trainerposition, als auch bei der Zusammenstellung der Mannschaft.“

An anderen Mannschaften, wie dem VfB Stuttgart, der den Sprung zu einem der Bundesliga-Topteams geschafft hat, will sich der SCF demnach nicht orientieren. Diese hätten auch bessere Voraussetzungen, wie beispielsweise durch den Standort.

Dass sich der Anspruch bei Freiburg nach den Erfolgen in den letzten Jahren erhöht hat, ist Saier auch klar. „Früher sind wir mehr unter dem Radar geflogen. Jetzt haben wir mehr Möglichkeiten. Dass wir ambitioniert sind, ist keine Frage“, erklärte der 46-Jährige.