Unverständnis, Ratlosigkeit, Wut. Die Gefühlswelt des BVB erreichte am Wochenende einen traurigen Höhepunkt. Die Emotionen bei den Fans kochten über, sie wollten von ihren Stars nach der Pleite gegen den FC Augsburg nichts mehr wissen und schickten sie von der Gelben Wand weg.
Schlotterbeck-Zukunft beim BVB auf der Kippe?
Schlotterbeck „wird sich das überlegen“
Doch auch die Reaktionen im Team waren deutlich wie nie in dieser Spielzeit. Emre Can erkannte an, dass die Dortmunder „kein Top-Team mehr“ sind. Sportdirektor Sebastian Kehl deutete einen radikalen Umbruch an. Genau dieser scheint alternativlos zu sein. Eine wichtige Säule soll weiterhin Nico Schlotterbeck sein. Doch will er das überhaupt noch sein? Seine Worte sind besorgniserregend.
Über Schlotterbecks Zukunft diskutieren BVB-Reporter Oliver Müller und SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer im SPORT1-Podcast „Die Dortmund-Woche“.
Schlotterbeck soll das BVB-Gesicht werden
„Die Bosse wollen mit Schlotterbeck verlängern. Er soll das Gesicht der nächsten Jahre werden. Es gibt auch Überlegungen, ihn im Sommer zum Kapitän der Mannschaft zu machen“, meint SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer. Auch das Gehalt des deutschen Nationalspielers soll demnach deutlich angehoben werden.
BVB-Reporter Oliver Müller unterstreicht die Bedeutung des Innenverteidigers: „Der BVB braucht trotz des notwendigen Umbruchs eine starke Achse bestehend aus einem treffsicheren Mittelstürmer, einem verlässlichen zentralen Mittelfeld und einen Abwehrchef. Das ist für mich ganz klar Schlotterbeck.“
Die beiden Podcaster sind sich einig: Der Innenverteidiger ist wohl der verlässlichste BVB-Spieler in dieser Saison - einer von ganz wenigen, die den Namen Führungsspieler verdient haben.
BVB-Bosse wollen verlängern – zweifelt Schlotterbeck?
Doch wie steht es um Schlotterbecks Willen? „Der BVB ist mein erster Ansprechpartner. Ich kann mir grundsätzlich schon vorstellen, länger hierzubleiben“, meinte der 25-Jährige noch im Januar im Interview mit der WAZ.
Sedlbauer zweifelt: „Sollte der BVB die Champions League oder vielleicht sogar das internationale Geschäft am Ende wirklich verpassen, wird sich das Schlotterbeck ganz genau überlegen. Denn sein Ziel ist klar: Auf allerhöchstem Niveau spielen und die WM 2026. Ohne internationale Einsätze könnte es mit der Nationalmannschaft eng werden.“
Müller beschwichtigt: „Wenn du ihm bewusst mehr Verantwortung gibst, ihm die Perspektive aufzeigst und die Mannschaft so verstärkst, dass auch er überzeugt ist, stellt sich die Frage nach seiner Zukunft für mich nicht.“
Schlotterbeck rechnet mit BVB-Mannschaft ab
Die Aussagen von Schlotterbeck nach der Augsburg-Pleite dürften für Alarmstimmung bei den Bossen sorgen. „Ich hatte jetzt auch schon paar (schwere Phasen; Anm. d. Red.) in meiner Karriere. So krass noch nicht“, gestand er ein.
Außerdem forderte er zum wiederholten Male die fehlenden „Basics“ ein und meinte: „Wir haben gar keine Konstanz in der Mannschaft. Und fehlende Konstanz ist fehlende Qualität.“
Ein Novum in dieser Saison. Denn zuvor betonten die Dortmunder gebetsartig, dass diese Krise eine Kopfsache sei, die Qualität aber in der Mannschaft hoch ist. Nur ihr Potenzial abzurufen, falle ihr schwer. „Dieses Wunschdenken hat Schlotterbeck ein Stück weit eingerissen“, so Sedlbauer.
Schlotterbecks Ansprüche sind klar: „Das Ziel von mir ist nicht, Siebter, Sechster oder Fünfter zu werden, sondern in die Top vier zu kommen.“ Doch was, wenn die Dortmunder, aktuell Tabellenzehnter, die Vorgabe verfehlen? Für die Dortmunder könnte die Causa Schlotterbeck zum Problem werden.